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Lübeck Lübeck will die bunte Leitstelle
Lokales Lübeck Lübeck will die bunte Leitstelle
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06:00 25.03.2019
In der Polizeileitstelle in Lübeck werden täglich 340 Notrufe angenommen und 430 Einsätze der Polizei abgearbeitet. Die Leitstelle ist zuständig für die Kreise Ostholstein, Lauenburg, Stormarn und die Hansestadt. Gesucht wird ein gemeinsamer Standort mit der Berufsfeuerwehr Lübeck und der Rettungsleitstelle in Bad Oldesloe. Quelle: jeb
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Lübeck

Die Polizei ist dafür, die Feuerwehr auch, die Kreise und die Hansestadt wollen ebenfalls eine gemeinsame, große Leitstelle – Fachleute sprechen von einer „bunten Leitstelle“. Lübecks Polizeichef Norbert Trabs sagte jetzt im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung der Bürgerschaft: „Aus polizeilicher Sicht ist die bunte Leitstelle sinnvoll.“

Lübecks Polizeichef Norbert Trabs: „Wir würden uns bewegen.“ Quelle: Lutz Roeßler

Kurios: In den Leitstellen aller Beteiligten herrscht Platznot. Innensenator Ludger Hinsen (CDU): „Die Lübecker Polizei erhält neues Personal und die Wache I der Berufsfeuerwehr stößt wegen der personellen Zunahme beim Rettungsdienst an ihre Grenzen.“ Bei den drei Landkreisen sei die Not am größten, sagte Hinsen im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung.

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Innenministerium drängt auf größere Einheiten

Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein planen einen Neubau ihrer Rettungsleitstelle für 19 Millionen Euro. Diese Leitstelle in Bad Oldesloe koordiniert die Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätze für die drei Kreise. Sie platzt aus allen Nähten. Drei Standorte stehen zur Verfügung. In der Sitzung des Wirtschafts- und Bauausschusses Stormarn am 7. März sollte eigentlich eine Standortentscheidung getroffen werden. Stattdessen wird jetzt wieder über die bunte Leitstelle mit Lübeck debattiert.

Innensenator Ludger Hinsen (CDU): „In ganz Deutschland geht der Trend zu Großleitstellen.“ Quelle: 54° / John Garve

Denn das Kieler Innenministerium drängt auf große, gemeinsame Leitstellen. „In ganz Deutschland geht der Trend zu Großleitstellen“, sagte Hinsen, „vier Leitstellen würden für Schleswig-Holstein reichen.“ Technik könne gemeinsam genutzt werden, bei Großlagen falle die Abstimmung leichter. „Doch eine Einigung scheitert an der Standortfrage“, erklärte Hinsen. Lübeck müsse auf einem Standort in der Hansestadt bestehen, weil es hier eine Berufsfeuerwehr gebe. Der Senator: „Das ist unser zentrales Argument.“ Polizeichef Trabs bestätigte, dass alle Bemühungen bisher an der Standortfrage scheiterten. „Wir bedauern das, wir würden uns bewegen“, sagte Trabs.

Weil diese Hürde bislang nicht genommen wird, treiben alle Beteiligten ihre eigenen Pläne weiter. „Wir werden die Landespolizei und die Feuerwehr Lübeck nochmals anschreiben mit einer verbindlichen Terminvorgabe, fahren aber parallel unsere Planung schon weiter“, erklärte Wolfgang Gerstand (CDU), Vorsitzender des Stormarner Ausschusses, den LN.

Stormarns Landrat Henning Görtz (CDU): „Eine gemeinsame Leitstelle in Lübeck ist keine Option.“ Quelle: Markus Carstens

„Ich habe das Gefühl, dass die Messen gelesen sind“, sagte Innensenator Hinsen im Ausschuss für Sicherheit und Ordnung. Die Lübecker Berufsfeuerwehr und die Lübecker Polizei würden eine gemeinsame Leitstelle auf dem Gebiet der Hansestadt planen.

Der Stormarner Landrat Henning Görtz stellt klar: „Eine gemeinsame Leitstelle in Lübeck ist für die drei Kreise keine Option. Es gibt einen Beschluss, nach dem die Rettungsleitstelle in Stormarn bleiben soll." Es gehe dabei nicht nur um den Standort, sondern auch um inhaltliche Fragen. So hätten zum Beispiel die Lübecker Berufsfeuerwehr und die freiwilligen Feuerwehren ganz andere Bedarfe.

Kai Dordowsky/Markus Carstens