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Lübeck Lübecker Beckergrube: Weniger Parkplätze, dafür mehr Ruhe und klare Luft
Lokales Lübeck Lübecker Beckergrube: Weniger Parkplätze, dafür mehr Ruhe und klare Luft
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21:06 03.12.2019
Die Beckergrube ist eine wichtige Verkehrsader: Ab Mai dürfen hier nur noch Busse, Taxen, Lieferanten und Anwohner lang. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Innenstadt

Durch die Beckergrube sollen nicht nur weniger Autos fahren, es sollen dort auch weniger Fahrzeuge abgestellt werden. 18 Parkplätze fallen in der Straße weg. Die zwei Parkplätze an der E-Ladestation und die zwei Parkplätze für Gehbehinderte sollen aber erhalten bleiben. Die beiden Parkplätze für Gehbehinderte liegen aktuell vor dem „Rewe“-Markt. Sie werden im Zuge der Neugestaltung der Straße ein Stück nach Westen an die Kreuzung Beckergrube/Fünfhausen verlegt. Die restlichen Parkflächen gegenüber dem Theater werden dem Gehweg zugeschlagen und könnten zum Beispiel mit Stühlen möbliert werden. Außerdem soll ein 2,50 Meter breiter Längsstreifen entstehen. Auf dieser Sonderfläche sollen ein Platz zum Fahrradparken sowie Taxistellplätze oder eine Ladezone entstehen.

„Das Parkhaus St. Marien bietet ausreichend Parkplätze“

In der Breiten Straße entfallen außerdem vier Parkplätze auf der Westseite. Auch sie gehören dann zum Gehweg. Nun sind Parkmöglichkeiten in der Altstadt rar gesät. Stadtsprecherin Nicole Dorel verweist aber auf die weiteren Parkgelegenheiten in der Beckergrube: „Das Parkhaus St. Marien bietet ausreichend Parkplätze für Besucher und Kunden an.“ Weitere Plätze gibt es an der MuK und in der Kanalstraße.

Ab Mai 2020 dürfen nur noch wenige Autos durch die Beckergrube fahren. Diejenigen, die noch durchfahren dürfen, müssten Tempo 10 fahren. Parkplätze fallen weg. Das sagen die Anrainer dazu.

Manuela Gewin-Bock betreibt die Buchhandlung Langenkamp in der Beckergrube und findet ebenfalls, dass das Parkhaus ausreicht. „Die Leute möchten heutzutage am liebsten direkt bis in den Laden fahren. Und so wird es ja auch bei den großen Einkaufszentren propagiert, zum Beispiel beim Luv“, findet die Buchhändlerin. Kerstin Kührmann ist überzeugt davon, dass eine Verkehrsberuhigung der Beckergrube gut tun wird. „Die Straße ist zu einer Renn- und Präsentationsstrecke geworden.“ Tagtäglich beobachtet sie Autofahrer, die mit ihren PS-starken Autos vor ihrem Laden die Straße hinunterheizen. „Dabei könnte die Beckergrube eine schöne Flaniermeile werden“, findet sie.

Hoffnung auf weniger Lärm und Dieselgestank im Sommer

Oliver Pelikan kann die Raser aus seinem Bürofenster beobachten. Er zweifelt aber noch daran, dass das Tempolimit auch wirklich eingehalten wird. „Ohne Kontrolle bringt das nichts“, ist sich der 50-Jährige sicher. Und doch hofft er vorsichtig darauf, dass er im kommenden Sommer auch bei offenem Fenster arbeiten kann, ohne dass Lärm und Dieselgestank zu sehr stören.

Hans Frick ist ein wenig skeptischer. Der Herrenausstatter hat sein Geschäft seit vielen Jahren in der Beckergrube. Grundsätzlich befürwortet er den Plan, ein Tempolimit einzuführen. „Wir werden das Vorhaben auf keinen Fall boykottieren“, betont der Lübecker immer wieder. Wichtig sei aber, dass die Zufahrt von der Untertrave frei bleibt „Ich hoffe nur, dass die Stadt hier nicht den zweiten Schritt vor dem ersten macht.“

Mehr Ausnahmeregelungen bei der Zufahrt gewünscht

Außerdem habe Lübeck eigentlich genügend solcher Begegnungszonen, wie sie jetzt in der Beckergrube entstehen soll, zum Beispiel den Markt oder den Koberg. Dafür wünscht sich Hans Frick mehr Ausnahmeregelungen für die Zufahrt: „Wie sollen die Senioren denn zum Beispiel zum Arzt kommen?“ Taxi oder Bus seien nicht für jeden eine Alternative. Seine Kollegin Angelika Popp ergänzt: „Man kann seinen Partner jetzt nicht mehr einfach mit dem Auto aus der Stadt von der Arbeit abholen. Dazu müsste man jetzt den Bus nehmen – und das dauert wesentlich länger.“

Der scheidende Theaterchef Christian Schwandt sieht dem Projekt gespannt entgegen: „Es ist ja ein Verkehrsversuch, das sehe ich erstmal sehr positiv“, stellt er klar. „Wir werden sehen, ob es funktioniert. Allein wir am Theater haben jährlich zwischen 30 000 und 35 000 Besuchern. Das wird jetzt schon manchmal knapp“, sagt Christian Schwandt. Er lobt aber auch die vorbildliche Kommunikationsarbeit der Stadt: Alle Pläne seien eng mit dem Theater abgesprochen worden.

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Von Sophie Schade

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