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17:12 29.01.2020
Mit einem Spiegel vor dem Gesicht tritt einer der Jugendlichen als Dorian Gray auf. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
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Lübeck

Mit einer gekonnt inszenierten Lesung von „Das Bildnis des Dorian Gray“ von Oscar Wilde eröffneten sechs Jugendliche am Mittwochabend die 14. Lübecker Jugendbuchtage unter dem Motto „zweigesichtig“. Mit etwa achtzig Zuschauern war die Lesung ausverkauft.

Voller Ideen

Bevor die Bücherpiraten mit ihrer Aufführung beginnen, stehen alle 22 Jugendlichen auf der Bühne Fleischhauerstraße 71, um die Veranstaltung zu eröffnen. „Wir haben uns über zehn Monate damit beschäftigt“, erklärt Frederike, die an dem Abend Regie führte. „So viele Ideen kamen in dieser Zeit aus uns herausgesprudelt“, erzählt die 17-jährige Schülerin. Nachdem sich die Jugendlichen bei ihren zahlreichen Sponsoren bedankten, begann die „Lesung“ auch schon.

Darum geht es

Bei „Das Bildnis des Dorian Gray“ geht es um einen Jungen, der unglaublich schön ist und von einem befreundeten Künstler ein Portrait gefertigt bekommt. Dieser Künstler namens Basil Hallward bewundert ihn so sehr, dass er all sein Können in das Bild steckt. Am Ende sieht Dorian zum ersten Mal einen Spiegel seiner Seele, die sich nach und nach verzerrt. Im Laufe des Dramas verzweifelt die Hauptfigur immer mehr und verliert am Ende die Kontrolle über sich selbst.

Gut durchdachte Vorstellung

Kreativ dachten sich die Jugendlichen ihre eigene Version des Romans aus und behielten trotzdem den Originaltext bei. Die Hauptfigur wird so zum Beispiel fast durchgehend als Stimme aus dem Off gespielt, am Anfang und am Ende tritt jedoch ein Junge mit einem Spiegel vor dem Gesicht auf, der Dorian Gray verkörpert. Mit Licht- und Toneffekten und Musik wird die Vorführung verfeinert, die eine Mischung aus einer Lesung und einem Theaterstück ist. Da der Text unverändert vorgetragen wird, gibt es Gelächter bei sexistischen Textstellen wie „Frauen können keine Genies sein.“ Nach etwas über einer Stunde endet die emotional vorgetragene Vorführung mit großem Applaus der Zuschauer.

So geht es weiter

Bis einschließlich Sonntag, den 2. Februar, können Interessierte Veranstaltungen jeglicher Art besuchen. Dazu gehören Lesungen, entweder von Autoren wie Isabel Abedi oder Marie Golien gelesen oder von den Jugendlichen inszeniert. Außerdem kann man sich auf einen Poetry-Slam am Freitag freuen, bei denen Jugendliche unter 20 gegeneinander antreten. Am Samstag und Sonntag soll es ein Büchercafé geben, bei dem man Bücher lesen und Kuchen essen kann. Den krönenden Abschluss bildet – wie im vergangenen Jahr – ein Klassiker-Slam, bei dem Jugendliche in die Rollen von bekannten Klassiker-Autoren schlüpfen. Im vergangenen Jahr waren die Jugendbuchtage eine voller Erfolg. 1170 Besucher konnten die Organisatoren vermerken. „Die Jugendbuchtage verzeichneten damit einen neuen Rekord“, heißt es auf der Internetseite der Bücherpiraten. Die Jugendlichen selbst möchten mit den Jugendbuchtagen erreichen, „dass wir ein bisschen mehr Kultur von Jugendlichen für Jugendliche haben können hier in Lübeck“, wie sie bei der Eröffnung erklären.

Aus dem Programm der 14. Lübecker Jugendbuchtage

Am Donnerstag findet ab 8.30 Uhr inszenierte Lesung von „Wings of Fire“ statt. Außerdem gibt es ab 10 Uhr eine englische Lesung mit Steve Tasane aus „Junge ohne Namen“, ein interaktives Werkstattgespräch mit Autor Karl Olsberg ab 11.30 Uhr. Eine Lesung mit Übersetzerin Leticia Wahl aus „Poet X“ startet um 16 Uhr und eine inszenierte Lesung von „Faust“ um 19 Uhr.

Am Freitag beginnt um 8.30 Uhr eine inszenierte Lesung von „Faust“, eine Kalligrafiewerkstatt mit Chris Kampe geht von 10 bis 13 Uhr. Sprecher Stefan Krause liest ab 16 Uhr aus „Schöne Scheine“. Ein Poetry Slam von Jugendlichen kann man ab 19 Uhr sehen.

Am Samstag gibt es von 11 bis 14 Uhr Improtheater-Werkstatt mit Katharina Feuerhake und ein Bücher-Café von 14 bis 18 Uhr. Um 19.30 startet eine szenische Raum-Lesung von Shaun Tan.

Am Sonntag dauert das Bücher-Café von 14 bis 18.30 Uhr. Um 19 Uhr beginnt der Klassiker-Slam.

Von Paul Kistner

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