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Lübeck GroKo setzt Radweg in der Roeckstraße durch
Lokales Lübeck GroKo setzt Radweg in der Roeckstraße durch
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17:41 27.09.2019
Die Radwege auf beiden Seiten der Roeckstraße wurden aufgehoben, weil sie marode und gefährlich sind. Radfahrer müssen auf der Fahrbahn rollen, zusammen mit Bussen und Autos. Dagegen protestieren Anwohner, die jetzt Druck auf die Stadt machen. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

An der Roeckstraße muss ein neuer Radweg gebaut werden. Das haben SPD und CDU in der Bürgerschaftssitzung am Donnerstag beschlossen. „Die jetzige Regelung, bei der der Radverkehr auf die Straße gelenkt wird, ist eine Zumutung für Radfahrer und Autofahrer“, sagen die CDU-Politiker Christopher Lötsch und Burkhart Eymer, die sich für einen neuen Anlauf eingesetzt haben.

Radweg, Sozialprojekte, Seniorenheime

In den vergangenen Monaten hat die Verwaltung erst den Radweg stadtauswärts und später den Radweg stadteinwärts gesperrt. Die Buckelpisten mit den hohen Kanten zwischen Rad- und Gehweg und den zahlreichen Wurzelaufbrüchen seien nicht mehr verkehrssicher, lautete die Erklärung. Seitdem teilen sich 2800 Radfahrer, 400 Busse und 9350 Fahrzeuge täglich die enge Straße.

Dafür müssten Parkplätze geopfert werden

Die Bauverwaltung hatte jahrelang an die 20 Varianten geprüft, wie die Radwege saniert werden könnten. Ohne Ergebnis. Jetzt müssen die Fachleute erneut ran und dem Bauausschuss Pläne für einen neuen Radweg vorlegen. „Uns ist klar, dass im Zuge der Neugestaltung Parkplätze in der Roeckstraße wegfallen werden“, zeigen Lötsch und Eymer eine mögliche Lösung auf.

Die Idee, Parkstreifen zugunsten eines Radweges zu opfern, hatte der Fahrrad-Club ADFC schon vor Monaten. Aus Sicht der CDU-Politiker könnten Ersatz-Parkplätze am Gustav-Radbruch-Platz entstehen. Lötsch: „Da ist Platz genug.“

Druck machen auch Anwohner der Roeckstraße. „Mit großem Entsetzen haben wir am Ende der Schulferien erlebt, dass sich die Situation der Radfahrer noch weiter verschärft hat“, schreibt eine Gruppe in einem Brief an Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos). Mehrere Hundert Schüler seien täglich zweimal auf der Roeckstraße unterwegs. Die Anwohner fordern innerhalb kürzester Zeit ein Konzept, das Radfahrer wirkungsvoll schützt. Ansonsten behalten sie sich weitere Schritte gegen die Stadt vor, „die fahrlässig mit dem Leben ihrer Bürger umgeht“.

Das sagt die Opposition

Grüne, Unabhängige und Linkehaben den städtischen Haushalt 2020 abgelehnt. Das von Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) vorgelegte Zahlenwerk sei klima- und sozialpolitisch ungenügend, und die Bedürfnisse finanzschwacher Bürger würden nicht ausreichend berücksichtigt. Die Opposition kritisiert die Finanzierung von Travemünder Parkhäusern, die Ablehnung eines 365-Euro-Tickets und das Nein zu einer Kulturabgabe für Touristen.

Die Bürgerschaftsmitglieder haben auch eine Reihe von sozialpolitischen Beschlüssen gefasst. Die Stadt schafft ein Drogenberatungsmobil an, das mit Streetworkern besetzt wird. „Versprechen gehalten, das Streetworker-Mobil kommt“, erklärt Ingo Schaffenberg (SPD). „Damit weiten wir unser Streetworking aus und identifizieren frühzeitig potenzielle Brennpunkte“, sagt Carsten Grohmann (CDU).

128 000 Euro für die Stadtmütter

Der Verein „Lübecker Stadtmütter“ erhält einmalig 128 100 Euro. Das hatte als erste Fraktion die AfD gefordert. Werner Vieler (AfD) betont, wie wichtig die Stadtmütter für die Integration seien, bedauerte in der Bürgerschaftssitzung aber, dass die Mitarbeiterinnen nicht mit der AfD sprechen durften. „Ein supergutes Projekt“, lobt Katjana Zunft (Linke) den Verein: „Die Stadtmütter setzen sich klare Grenzen, mit wem sie reden und mit wem nicht.“

Jeweils 30 000 Euro erhalten die Freiwilligen-Agentur E-Punkt, die durch auslaufende Landesgelder in Not gerät, und das Jugendprojekt „lambda:nord“. Für beide Projekte sind das Überbrückungshilfen. Die Verwaltung soll Konzepte erarbeiten, wie die Projekte langfristig gesichert werden können.

Bürgerschaft unterstützt Seniorenheime und Stadttheater

Die Bürgerschaft steht auch für die wachsenden Defizite der städtischen Seniorenheime gerade. 2020 werden 3,5 Millionen Euro an Verlusten auflaufen. „Die Seniorenheime brauchen Sicherheit und Planbarkeit“, erklärt Sozialpolitiker Schaffenberg. „Das Defizit darf nicht weiter ansteigen“, warnt Sozialpolitiker Grohmann.

Mit 950 000 Euro unterstützen die Kommunalpolitiker das Stadttheater im laufenden Geschäftsjahr, um das Risiko der Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Von Kai Dordowsky

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