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Lübeck Bürgerschaft beschließt Stadtgrabenbrücke
Lokales Lübeck Bürgerschaft beschließt Stadtgrabenbrücke
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17:13 01.02.2019
Über diesen Stadtgraben soll sie führen: Eine neue Brücke für Fußgänger und Radfahrer – von der Konrad-Adenauer-Straße zur MuK-Parkplatz. Sie würde quasi den Bahnhof mit der Innenstadt verbinden. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Eine neue Brücke: Die Bürgerschaft will die Stadtgrabenbrücke. Sie ist für Fußgänger und Radfahrer vorgesehen – und verbindet den Bahnhof mit der Innenstadt. Die Kosten werden auf 2,5 bis vier Millionen Euro geschätzt. 2021 könnte sie stehen. Geplant wurde sie bereits vor 13 Jahren.

Bausenatorin für die Brücke

Zustimmung kommt von der Stadt. „Ich halte die Stadtgrabenbrücke für eine wichtige Ergänzung unserer Infrastruktur“, erklärt Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos). Sie sei „eine gute Maßnahme zur Stärkung des Geh- und Radverkehrswegenetzes“. Dabei ist die Stadtgrabenbrücke eher zufällig in der Bürgerschaft beschlossen worden, wenn auch nicht ungewollt. Denn die Querung ist Teil eines Gesamtpakets für bessere Radwege. Das Okay dafür fiel um 21 Uhr am Donnerstag. Auf Antrag der Grünen. „Ich freue mich, dass die Stadtgrabenbrücke gebaut wird“, sagt Bauexperte Arne-Matz Ramcke.

Kosten in Millionenhöhe

Schätzungsweise kostet die Brücke zwischen 2,5 und vier Millionen Euro – nach Angaben der CDU. „Das ist Geld, das wir investieren müssen“, macht Fraktionschef Oliver Prieur klar. Er geht aber davon aus, dass das Land 70 Prozent der Kosten übernimmt. Die neue Querung biete die komplette Verbindung vom Bahnhof bis zur Falkenwiese. Sie führt über die Wallhalbinsel und von da weiter über die MuK-Brücke zur Altstadt. Durch Beckergrube und Glockengießerstraße kommt man über die Glitzerbrücke bis zur Falkenwiese.

Ende 2021 fertig gebaut?

Die SPD ist ebenfalls angetan. „Ich finde das richtig gut“, macht Verkehrs-Experte Ulrich Pluschkell klar. Sein Zeitplan: Für 2020 soll Geld für die Stadtgrabenbrücke im Lübecker Finanzplan reserviert werden. Dann könnte es losgehen mit dem Bau der Querung. Pluschkell: „Ende 2021 könnte sie fertig sein.“ Prieur stimmt zu: „In dieser Wahlperiode soll sie entstehen.“ Ramcke rechnet indes eher mit drei bis sechs Jahren.

Weniger Radfahrer im Lindenteller

Begeistert sind auch die Unabhängigen. „Das ist eine ganz, ganz wichtige Brücke“, sagt Fraktionschef Detlef Stolzenberg. Durch eine neue Stadtgrabenbrücke müssten die Radfahrer nicht mehr durch den Lindenteller fahren, wenn sie auf dem Weg in die Innenstadt sind. Der Kreisel gilt als Unfall-Schwerpunkt für Radfahrer. „Das wäre eine Entlastung für den Lindenteller“, stimmt auch FDP-Vormann Thomas Rathcke zu. Er ist allerdings skeptisch, ob die Stadt die Brücke baut. Rathcke: „Sie ist eigentlich ein alter Hut.“

Pläne gab es schon 2006

Die Pläne für die Brücke liegen tatsächlich schon in der Schublade der Bauverwaltung. Sie wurde bereits im Mai 2006 geplant. Damals sollte sie 1,46 Millionen Euro kosten. Das Geld war schon im Haushalt reserviert. Aber die CDU stoppte das Vorhaben mit ihrer Mehrheit in der Bürgerschaft im August 2006. Der Grund: Die Stadtkasse war klamm – und die CDU wollte das Geld in die Sanierung von Schulen stecken. Zum Sinneswandel der CDU sagt Prieur: „Zeiten ändern sich.“

Die neue Stadtgrabenbrücke: Dort soll sie gebaut werden. Quelle: Jochen Wenzel

Geplant war: Die Konrad-Adenauer-Straße hinter der IHK wird um 100 Meter als Fuß- und Radweg verlängert. Dann folgt die Brücke. Sie überspannt auf 40 bis 50 Meter den Stadtgraben und trifft auf der anderen Seite auf den Parkplatz an der Musik- und Kongresshalle (MuK). Die Brücke sollte vier Meter breit sein und sich maximal 4,5 Meter neigen. Die Durchfahrtshöhe wurde mit 4,50 Meter angegeben. Damals war die Querung als Schrägseilbrücke konstruiert. Auf der Uferseite der MuK war ein 35 Meter hoher Stahlpfeiler vorgesehen. Daran sollte die Brücke mit sechs Seilen aufgehängt werden. Fünf in Richtung Konrad-Adenauer-Straße, eines zur MuK-Seite.

Pläne müssen erneuert werden

Allerdings: Die Pläne für den Bau der Brücke müssen wohl verändert werden. „Ich vermute, dass eine 13 Jahre alte Planung heute nicht mehr einfach so umgesetzt werden kann“, sagt Bausenatorin Hagen. Denn Richtlinien würden sich laufend ändern. Sie geht davon aus, dass in diesem Jahr alles Fachliche geklärt und das Geld im Haushalt 2020 angemeldet werden könnte.

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