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Lübeck „Die Drogenszene ist nicht nur am Krähenteich“
Lokales Lübeck „Die Drogenszene ist nicht nur am Krähenteich“
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14:44 16.05.2019
Vom Krähenteich wandert die Drogenszene nach Beobachtung der Fachleute in Richtung Hauptbahnhof und Zob. Quelle: Wolfgang Maxwitat
Lübeck

Zwölf Mitarbeitende, drei Selbsthilfegruppen, mehrere Hundert Bratungsgespräche im Jahr, immer neue Aufgaben: Die Awo-Drogenhilfe an der Wakenitzmauer hatte einfach zu wenig Platz. Das ist jetzt anders. Zusätzliche Räume stehen zur Verfügung, Ratsuchende bekommen einen Wartebereich, und Mitarbeitende teilen sich nicht mehr zu dritt ein Büro.

Seit 45 Jahren gibt es die Drogenberatung der Awo. Straßensozialarbeit und Kontaktladen kamen im Laufe der Jahre hinzu. Seit 2011 beraten die Fachleute auch in der Justizvollzugsanstalt, seit 2018 gibt es eine Einrichtung für ambulant betreutes Wohnen, und in diesem Jahr wurde die Straßensozialarbeit bis zum Hauptbahnhof und Zob ausgedehnt.

Awo-Landesvorsitzender Wolfgang Baasch: „Die Situation am Krähenteich ist nicht zufriedenstellend.“ Quelle: Kai Dordowsky

Doch weitere Aufgaben warten. „Die Situation am Krähenteich ist nicht zufriedenstellend“, sagt der Awo-Landesvorsitzende Wolfgang Baasch, „wir müssen neue Strukturen entwickeln.“ Die Fokussierung auf den Krähenteich sei falsch, erklärt Dr. Markus Weber, Vorsitzender des Vereins Lübecker Koordination für Suchtfragen (LKS), „Sucht im öffentlichen Raum ist nicht nur der Krähenteich.“

Dr. Markus Weber, LKS-Vorsitzender: „Sucht im öffentlichen Raum ist nicht nur der Krähenteich.“ Quelle: Kai Dordowsky

An einer Wand hängt eine Tafel mit Ideen, die die Awo-Berater zusammengetragen haben. Über ein Drogen- oder Streetworker-Mobil wird bereits in den politischen Fraktionen diskutiert. Drogenprobleme würden sich nicht auf die Altstadt begrenzen, sagt die Leiterin der Beratungsstelle, Karin Mechnich. Mit dem Mobil könnten Berater Szenetreffpunkte im ganzen Stadtgebiet aufsuchen.

Karin Mechnich leitet seit 2015 die Awo-Drogenhilfe Südholstein und arbeitet zusammen mit ihrem Team an einem Zukunftskonzept. Quelle: Lutz Roeßler

„Wir wollen das Mobil auf den Weg bringen“, sagen Ingo Schaffenberg (SPD) und Dagmar Hildebrand (CDU). Weil ein Drogenmobil Kosten verursacht, wird über „kreative Lösungen“ nachgedacht, sagen die GroKo-Politiker.

Die Awo-Drogenhilfe denkt über ein Servicehaus für ältere Süchtige nach, über Hilfsangebote für süchtige Jugendliche, die in Ausbildung oder Beruf gebracht werden müssen, über Hilfe für Kinder von drogensüchtigen Eltern, eine Notschlafstelle und über Wohnraum für Haftentlassene. Karin Mechnich: „Wenn das alles verwirklicht würde, dann hätte Lübeck ein Superangebot.“

Seit 45 Jahren bietet die Awo eine Beratungsstelle für Drogensüchtige an, die in der Straße Wakenitzmauer sitzt und jetzt weitere Räume zur Verfügung hat. Quelle: Kai Dordowsky

Dazu würde auch ein Konsumraum gehören. Mechnich: „Der kann Menschenleben retten.“ Bei den GroKo-Politikern beißt die Awo damit auf Granit. Ingo Schaffenberg, Vorsitzender des Sozialausschusses: „Der Konsumraum findet bei uns derzeit keine Zustimmung.“

Kai Dordowsky

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