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Lübeck Unter Polizeischutz: Hier geht es dem Drogentreff am Krähenteich an den Kragen
Lokales Lübeck Unter Polizeischutz: Hier geht es dem Drogentreff am Krähenteich an den Kragen
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09:27 14.01.2020
Die Hecken beim Drogentreff Krähenteich wurden am Montagmorgen von Mitarbeitern des Bereichs Stadtgrün und Verkehr zurückgeschnitten. Dabei war ein Streifenwagen – als Präventivmaßnahme. Quelle: Holger Kröger
Lübeck

Dafür hat sie lange gekämpft. Bärbel Frey steht vor dem kleinen, von Bäumen und Büschen umgebenen Platz am Krähenteich. Die 60-Jährige schaut zu, wie Mitarbeiter des Bereichs Stadtgrün und Verkehr die Büsche auf Lübecks Drogentreff zurückschneiden – und ist zufrieden. „Es ist ein kleiner Lichtblick für uns Anwohner. Ich freue mich, wenn der Drogenplatz hier endlich verschwindet.“

Darüber würden sich die Lübecker Polizei und Stadtverwaltung auch freuen. Denn die Auflösung des Drogentreffs am Krähenteich ist beschlossene Sache, die ersten Maßnahmen sind gestartet.

Offene Drogenszene soll aufgelöst werden

„Die Gehölzschnitt- und Rodungsarbeiten sind operativer Teil der ,Sicherheitspartnerschaft in Lübeck’, die unter anderem zum Ziel hat, die offene Drogenszene in Lübeck aufzulösen“, heißt es von der Stadt. „Aus diesem Grund werden umfangreiche Auslichtungsarbeiten durchgeführt, die stärkere Einblicke erlauben und Versteckmöglichkeiten vermindern.“

Drei Stadtgrün-Mitarbeiter waren im Einsatz, dazu schweres Gerät wie ein Lkw mit Ladekran, bei dem es gegen Mittag zu einem Hydraulikschaden kam und repariert werden musste. Begleitet wurden die Arbeiter von einem Streifenwagen und mehreren Beamten. „Das war ein präventive Maßnahme, die mit der Polizei im Vorwege abgesprochen war“, sagt Hansjörg Wittern, Sprecher der Hansestadt. Eingreifen mussten die Polizeibeamten nicht. „Die Arbeiten verliefen problemlos.“

Drogenplatz soll „Grünanlage für Normalbürger“ werden

Bei den Arbeiten am Krähenteich haben die Stadtgrün-Mitarbeiter viele gebrauchte Spritzen in den Büschen gefunden, die sie eingesammelt haben. „Man muss hier unwahrscheinlich aufpassen, dass man sich nicht verletzt“, sagt Pascal Gothmann, der die Spritzen in einem Eimer sammelt. „Aber wir sind sehr vorsichtig.“

Keine Büsche, keine Drogen: Die Hansestadt Lübeck hat am Montagmorgen Hecken und Bäume am stadtbekannten Drogentreff am Krähenteich zurückgeschnitten.

Nicht nur die Büsche werden zurückgeschnitten, der Platz wird komplett neu gestaltet. „Es werden noch Bodenarbeiten, Neupflanzungen und Ansaat erfolgen, damit die Grünanlage auch von Normalbürgern wieder genutzt werden kann“, sagt Wittern. Auch in dem Park am Lindenplatz und bei den Brückenköpfen der Puppenbrücke wird die Stadt noch Büsche und Bäume auslichten. Vor allem der Park zwischen dem Bismarck-Denkmal und dem Lindenplatz habe sich laut Awo-Drogenhilfe zu einem wichtigen Anlaufpunkt für Drogensüchtige entwickelt.

Ist der Krähenteich-Treff umgezogen?

Die ersten Maßnahmen der Stadt und Polizei scheinen gefruchtet zu haben. „In den letzten Monaten ist es hier schon ruhiger geworden“, sagt Bärbel Frey, die sich in einer Bürgerinitiative für die Abschaffung des Drogenplatzes engagiert hat.

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Ihr ist aufgefallen, dass sich kleine Grüppchen von Drogensüchtigen unter der Rehderbrücke und am Kaisertor treffen. „Das waren die selben Gesichter, die vorher am Krähenteich waren. Wir Anwohner werden aufmerksam bleiben und verfolgen, ob sich die Drogenszene wirklich auflöst – und die Stadt ihr Versprechen einhält.“

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Von Holger Kröger und Hannes Lintschnig