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Lübeck Grünen-Vorschlag: Führerschein abgeben, dafür drei Jahre kostenlos Busfahren
Lokales Lübeck Grünen-Vorschlag: Führerschein abgeben, dafür drei Jahre kostenlos Busfahren
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16:37 26.06.2019
Führerschein gegen Busticket: Die Grünen fordern ein Konzept für den Umstieg vom Auto auf den Bus. Quelle: 54°/Felix König
Lübeck

 Bürger, die freiwillig ihren Führerschein abgeben, sollen drei Jahre lang kostenlos Busfahren können. Das schlagen die Grünen vor und fordern von der Stadtverwaltung ein Umsetzungskonzept bis zum 1. September. „Das Angebot soll allen Bürger gemacht werden, die vom Auto auf den Bus umsteigen wollen“, sagen die Grünen-Politiker Michelle Akyurt und Tim Reclam.

Zahlreiche Städte haben Umsteigeangebote

In zahlreichen Städten der Republik gibt es solche Regelungen bereits. Augsburg kennt ein Jahresabo im Tausch gegen den „Lappen“, Städte wie Dortmund, Recklinghausen oder Marl bieten zwei bis drei kostenlose Monate Busfahren gegen den Führerschein an. Der Vorschlag der Grünen, dass man drei Jahre kostenlos im Stadtgebiet Busfahren kann, geht deutlich weiter. Tim Reclam: „Wir wollen einen möglichst großen Anreiz zum Umsteigen schaffen.“ Denn der Führerschein ist auch danach weiterhin weg. Wer dann wieder Autofahren will, muss einen neuen Führerschein machen.

Michelle Akyurt (Grüne): „Wir schaffen eine klimafreundliche Mobilität.“ Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck hat ein solches Lockmittel bisher nicht im Repertoire. Der Stadtverkehr zeigt sich aufgeschlossen. Sprecherin Carolin Höhnke: „Grundsätzlich stehen wir solchen Marketingmaßnahmen offen gegenüber, schließlich können wir uns dadurch neue Fahrgäste erhoffen.“ Höhnke: „Der Einnahmeverlust muss dem Stadtverkehr aber durch die Stadt ausgeglichen werden.“

Die Erfahrungen aus den anderen Städten zeigen, dass damit kein Massenandrang ausgelöst wird. Genutzt werden solche Umsteigeangebote vor allem von Senioren. Götz Gebert, Vorsitzender des Seniorenbeirates: „Das Thema haben wir schon lange in unserem Programm.“ Aus Sicht des Seniorenbeirates wäre das ein gutes Marketingprojekt für den Stadtverkehr. Gebert: „Das Unternehmen bekommt neue Kunden – und die Stadt wird vom Verkehr entlastet.“

Götz Gebert, Vorsitzender des Seniorenbeirates: „Immer wieder fragen uns Senioren, warum es ein solches Angebot nicht in Lübeck gibt.“ Quelle: Lutz Roeßler

Immer wieder würden ältere Lübecker beim Seniorenbeirat nachfragen, warum es ein solches Angebot anderswo gebe, aber nicht in Lübeck, berichtet Gebert. Aus Sicht der Grünen hat das Angebot gleich mehrere Vorzüge. Für Senioren, die über eine kleine Rente verfügen oder aus gesundheitlichen Gründen kein Auto mehr fahren können, werde Mobilität ermöglicht. Der Verzicht auf das Auto entlastet das Klima, Kohlendioxid-Ausstoß und Feinstaubbelastung würden sinken. Fraktionschefin Michelle Akyurt: „Wir schaffen damit eine klimafreundliche Mobilität.“

Aufsichtsrat des Stadtverkehrs unterstützt den Vorschlag

Ulrich Pluschkell (SPD), Vorsitzender des Aufsichtsrates des Stadtverkehrs, unterstützt den Vorschlag. „Es gibt bereits in verschiedenen Städten und Landkreisen Konzepte dazu, da können wir uns informieren.“ Vor einer Entscheidung in der Bürgerschaft müsste die Verwaltung die Kosten und die voraussichtliche Verkehrsentlastung darstellen.

Der Antrag der Grünen und ein Ergänzungsantrag der Unabhängigen lagen bereits im Juni in der Bürgerschaft vor, wurden aber nicht behandelt. Die nächste Bürgerschaft tagt am 29. August.

Katja Mentz (GAL) schlägt vor, dass Lübeck einigen Familien für drei Monate den ÖPNV finanziert, wenn die das Auto stehen lassen. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Dann steht auch ein Antrag der GAL auf der Tagesordnung, die ebenfalls einen Vorschlag zum Umsteigen vorlegt. Die GAL will ein Hamburger Projekt nach Lübeck holen. In Hamburg verzichteten sieben Familien für drei Monate auf ihr Auto. Stattdessen erhielten sie von der Stadt je 400 Euro pro Monat, um die Nutzung umweltfreundlicher Verkehrsmittel zu finanzieren.

GAL für Hamburger Modell

GAL-Politikerin Katja Mentz: „Um Menschen den Umstieg vom eigenen Pkw auf öffentliche Verkehrsmittel zu erleichtern, soll die Hansestadt dem Hamburger Beispiel folgen und spätestens 2020 eine Aktion ,Steig um!’ initiieren.“

Kai Dordowsky

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