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Lübeck Lübecks Handwerksinnungen feiern ihre Gesellen
Lokales Lübeck Lübecks Handwerksinnungen feiern ihre Gesellen
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16:49 06.11.2019
Freisprechung der Friseure. Quelle: Tim Jelonnek
Lübeck

Es gibt sie in klein, groß, als Festball, mit Musikeinlagen, oder humorvoll – die Freisprechungsfeiern der Handwerksinnungen. Und wieder sind viele Auszubildende nach vorne gerufen worden, haben warme Händedrücke, Umarmungen, Lob, Anerkennung und ihre Gesellenbriefe bekommen.

Tugenden des Handwerks

Ehrbarkeit, Ehrlichkeit, Treue, Respekt, Wahrhaftigkeit – seit Jahrhundert wurden diese Tugenden im Handwerk gelebt. „Sie waren und sind unerlässlich“, sagt Carsten Groth, Chef der Lübecker Kreishandwerkerschaft. Und wenn Lehrlinge zu Gesellen werden, dann gehen sie nicht so einfach ihrer Wege, sondern werden erst mal gebührend gefeiert. Unter anderem hat Lübeck wieder frische Bäcker und Fachverkäufer. Bei dessen feierlicher Freisprechung fand der stellvertretende Obermeister, Joachim Lessau, auch die Worte „Wahrhaftigkeit, Ehrbarkeit, Gerechtigkeit.“ Zur gemeinsamen Kaffeetafel kam die Gastrede vom Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck, Andreas Katschke. Nach der Übergabe der Gesellenbriefe die Auszeichnung der prüfungsbesten Bäckerin, Ann-Katrin Burr aus der Feinbäckerei Schüler in Lübeck. Bei den Fachverkäuferinnen schnitten Yasemin Arican und Marie Hoffmann am besten ab.

Handwerks-Auszubildende absolvieren nicht nur einfach eine Prüfung. Sie werden feierlich freigesprochen. Klicken Sie auf die Bilder von Freisprechungen in Lübeck.

Festball der Friseurinnung

Wenn die Friseurinnung zum Festball lädt, werden neben schicker Frisuren elegante Kleider oder edle Anzüge ausgeführt: 25 Auszubildende wurden durch die Obermeisterin, Kirstin Voß, und die stellvertretende Obermeisterin, Silke Schacht, freigesprochen. Bester Prüfling wurde Mareike Timcke aus dem Lübecker Salon Martens – sie erhielt die Eintrittskarte für den praktischen Leistungswettbewerb des Handwerks. Aber auch bei den Haarkünstlern fehlt Nachwuchs. „Es gibt nach wie vor offene Ausbildungsplätze für diesen sehr kreativen Lehrberuf“, sagt Innungssprecherin Birgit Lohse. An der Bezahlung solle es nicht liegen: „Die Ausbildungsbeihilfen haben sich in den letzten Jahren sehr erhöht“, so Lohse.

Die Lossprechung

Ihren Ursprung haben die Freisprechungen der Lehrlinge in den handwerklichen Zünften seit dem Spätmittelalter. Ein Lehrling wurde vom Meister losgesprochen. Der Geselle schied damit aus dem Familienverband des Meisters aus, und begann seine eigentliche Arbeit. Mit dem Erreichen des Gesellenstatus bekam der Handwerker einen Eintrag in das Gesellenbuch, welches in der Truhe der Zunft verwahrt wurde. Die Truhe wird auch Lade genannt. Nach der feierlichen Formel zur Freisprechung folgte ein gemeinsames Essen, das einst noch der neue Geselle berappen musste. Erst dann wurde er in den Gesellenstand aufgenommen. Einer der illustren Bräuche war das sogenannte Gautschen der neuen Schriftsetzer. Sie wurden entweder auf einen nassen Schwamm gesetzt oder, noch wirkungsvoller, in einer Bütt unters Wasser getaucht, sprich gegautscht.

150 gärtnerische Nachwuchskräfte

Von der frisierenden zur grünen Zunft: Bei der landesweiten Freisprechungsfeier wurden 150 gärtnerische Nachwuchskräfte ins Berufsleben entlassen. Der ausbildungsstärkste und somit gefragteste Berufszweig verschiedener gärtnerischer Fachrichtungen war wie in 17 Vorjahren der Garten- und Landschaftsbau. Jahrgangsbester wurde Oliver Hennig vom Lübecker Fachbetrieb Rolf Westphal Garten- und Landschaftsbau. Er legte seine Prüfung zum Landschaftsgärtner mit der Traumnote sehr gut hin. Und eine interessante Geschichte erzählt Henning auch: Für den 45-jährigen Oliver Hennig war die Ausbildung zum Landschaftsgärtner nicht seine erste. „Ich habe Elektriker gelernt, anschließend Medizintechnik studiert und dann 15 Jahre lang in diesem Beruf gearbeitet. Ganz früher wollte ich einmal Gärtner werden, und auf diesem Wunsch habe ich mich immer mehr besonnen und schließlich beschlossen, noch einmal ganz neu anzufangen“, so Henning. „Die Arbeit des Landschaftsgärtners ist so facettenreich und spannend, dass man sich auf vielen Ebenen spezialisieren und weiterentwickeln kann“, so der Glückliche.

Am Mittwoch, 13. November, steigt ab 18 Uhr die große Einschreibungsfeier in der Musik- und Kongresshalle. Erwartet werden viele Hundert geladene Gäste, darunter die neuen Auszubildenden. Dann gibt es den traditionellen Einmarsch der Gesellen in spe zur Musik des Orchesters der Ernestinenschule. Die Moderation hat R-SH-Moderator Carsten Kock.

Von Rüdiger Jacob

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