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13:33 29.12.2018
Eine arabische Audiologin probiert bei afh-Chef Jakob Stephan Baschab eine Diagnostikmethode aus. Quelle: afh
St. Jürgen

Wenn Jakob Stephan Baschab die Rolle seiner Einrichtung beschreiben soll, ist er ziemlich selbstbewusst. „Wir sind das Cambridge des Nordens – die älteste, größte und sicherlich beste Ausbildungsstätte für Hörakustik“, sagt der Hauptgeschäftsführer der Bundesinnung der Hörakustiker. Er ist gleichzeitig Direktor der afh. Hinter dieser Abkürzung steckt die Akademie für Hörakustik, die ihren großen Campus in direkter Nachbarschaft zur Technischen Hochschule (TH) am Mönkhofer Weg hat.

Zwar gibt es diesen Campus Hörakustik nun schon seit 1971 in der Hansestadt, aber das Selbstbewusstsein der Fachleute ist insbesondere in der letzten Dekade merklich gestiegen. „Unser Auftrag ist es ja, junge Leute dual im harmonischen Nebeneinander von Theorie und Praxis zu Hörakustikern auszubilden; da gab es dann immer wieder Anfragen von Regierungen und Gesundheitsministerien, ob wir denen nicht mal erklären können, wie wir das machen. China, die Türkei – um zwei Beispiele großer Länder zu nennen – waren so die Ersten, die den Wunsch nach Kooperation hatten“, erinnert sich Baschab. Wobei er China als Schrittmacher der Entwicklung bezeichnet.

Akademie für Hörakustik Campus Lübeck Quelle: Wolfgang Maxwitat

Mittlerweile gehört die Internationalität zur DNA der afh. So waren die Experten aus Lübeck jüngst die Hauptpersonen bei der „6. Arab Hearing Health Conference der Advanced Arab Academy of Audiovestibulogy (AAAA)“ in Marrakesch. Hörakustiker und Audiologen aus dem gesamten Mittleren Osten trafen sich auf der Fachkonferenz zur Fort- und Weiterbildung. Die AAAA vereint die medizinischen und audiologischen Interessen von über 25 nordafrikanischen und arabischen Ländern im Bereich der Schwerhörigen-Rehabilitation.

„Das Gütesiegel ,Made in Germany’ aus Lübeck zählt“, sagt Dozent Armin Herbertz, der auch in Marokko dabei war. Schließlich sei die afh weltweit die größte Schule in diesem Bereich. 3200 Schülerinnen und Schüler lernen dort aktuell. Um den steigenden Auszubildendenzahlen Rechnung zu tragen, wurde jetzt sogar Richtfest für ein neues Internatsgebäude am Campus in der Andre-Ampere-Straße 2 gefeiert. Das Boardinghouse IV entsteht parallel zu den bestehenden drei Internatsgebäuden und wird weiteren 191 Auszubildenden Platz bieten. Zusätzlich zur Ausbildung zum Hörakustiker-Gesellen bietet die afh regelmäßig Fort- und Weiterbildungen an. Gerade die praktische Ausbildung in der Hörsystemversorgung ist gefragt. „Und mit der Entwicklung der Hörgerätetechnik auch in den bevölkerungsreichen Schwellenländern wird das Interesse an der Hörgeräteversorgung insgesamt immer größer“, so Baschab.

Die Praxis steht bei den internationalen Fortbildungen immer im Vordergrund. Quelle: afh

Die Hälfte des Dozentenstammes – „an der Zahl 15 bis 20“ – sei permanent ins internationale Geschäft eingebunden. Aber die lübschen Experten sind nicht nur unterwegs. Denn immer im Sommer, zur sogenannten Summer Academy, kommen die externen weit gereisten Wissenshungrigen an den Mönkhofer Weg. „Während der Sommerferien für unsere Auszubildenden geben wir den Campus frei für internationale Bildungsangebote. So werden im August 2019 – inzwischen zum zehnten Mal – Vertreter aus rund 40 verschiedenen Ländern aus unserer Branche innerhalb von vier Wochen hier vor Ort sein“, erläutert der Hauptgeschäftsführer der Bundesinnung.

Dr. Frederick Hahn, zuständig für Aus- und Weiterbildung an der Akademie, betont: „Dieser internationale Austausch ist für die gesamte Akademie von großem Wert.“ Und Prof. Khalid Abd Al Hadi, Audiologe aus Katar sagt: „Uns ist es wichtig, das öffentliche Bewusstsein für gutes Hören zu stärken und gemeinsam das Wissen zu vergrößern. Die Hörakustiker aus Deutschland geben uns immer wieder sehr gute Impulse für unsere Arbeit.“

Der Campus Hörakustik

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer behandlungsbedürftigen Schwerhörigkeit. Tendenz steigend. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit 6200 Hörakustiker-Betrieben und zirka 15 000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk bereits rund 3,5 Millionen Menschen in Deutschland mit volldigitalen Hörsystemen.

Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland. Die Bundesinnung regelt und überwacht die Ausbildung der Hörakustiker und nimmt die Gesellenprüfung ab. Dafür unterhält sie die Akademie für Hörakustik (afh) in Lübeck. Die afh ist die zentrale deutsche Bildungseinrichtung für Hörakustiker. Sie ist zuständig für die überbetriebliche Ausbildung, die Meisterausbildung sowie für berufsständige Fort- und Weiterbildung.

Seit 1971 ist der Campus Hörakustik das gemeinsame Wirkungsfeld der afh und der Bundesoffenen Landesberufsschule für Hörakustiker und Hörakustikerinnen sowie der TH Lübeck mit dem Bachelor Studiengang Hörakustik. Die Akademie und die Landesberufsschule wirken in Form der Lernortkooperation bei der Durchführung der überbetrieblichen Ausbildung unmittelbar zusammen.

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