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Lübeck Lübeck: Sommernachtsgefühl unter 7 Türmen
Lokales Lübeck Lübeck: Sommernachtsgefühl unter 7 Türmen
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19:06 06.06.2019
Die Innenstadtpastoren Nicola Nehmzow (St. Aegidien), Martin Klatt (Dom), Robert Pfeifer (St. Marien), Margrit Wegner (Dom), Christian Asmussen (Vertretungspastor an St. Marien), Maria Dietz (Vikarin am Dom), Bernd Schwarze (St. Petri), Kathrin Jedeck (St. Jakobi), Thomas Baltrock (St. Aegidien) und Lutz Jedeck (St. Jakobi) freuen sich auf die gemeinsame Reihe „Sommernachtsräume“ im Juli und August. Quelle: Lutz Roeßler
Innenstadt

Die letzte Aktion, bei der sich so viele Kirchen gemeinsam an einem Abend präsentiert haben, liegt schon länger zurück; Lübecks allererste „Ökumenische Nacht der Kirchen“ ging am Sonnabend, 26. Juni 2010, über die Bühne. Nun gibt es eine Wiederholung – allerdings in einem wesentlich bescheidenerem Rahmen. So laden am Sonnabend, 6. Juni, die fünf evangelischen Innenstadtkirchen zum „Abend unter sieben Türmen“ ein. Und dies ist der Auftakt zu der Veranstaltungsreihe „Sommernachtsräume“, die bis Ende August laufen wird.

Mit diesem Plakat wird stadtweit für die „SommernachtsRäume“ geworben. Quelle: KK-LL

„Es war mal an der Zeit, wieder etwas zusammen in der Innenstadt auf die Beine zu stellen“, betont Thomas Baltrock, Pastor an St. Aegidien. Er spricht vom „summer in the city“-Gefühl, und von der „lustbesetzten Selbstverpflichtung, dass wir diese faszinierenden Architekturen zur Verfügung haben und vielfach bespielen dürfen“. Und Petri-Pastor Bernd Schwarze stellt klar, dass sich die Initiative eines „inner circle“ mitnichten gegen die Kirchengemeinden in den anderen Stadtteilen wende. „Es muss jedoch nicht immer die Riesenkraftanstrengung sein, bei man zur Realisierung noch Geld der Stiftungen abfordern muss, um sie durchführen zu können“, sagt der Theologe.

Sommerliche Meditationen, Performances, Konzerte, kommentierte Lesungen, Andachten und besondere Kirchenführungen sollen jeweils an den Wochenenden einladen, St. Petri, St. Marien, den Dom, St. Jakobi sowie St. Aegidien zu besuchen. Das Besondere ist auch, dass die Veranstaltungen bis spät in den Abend laufen. „Wir möchten dabei einerseits die ansprechen, die hier in unserer Stadt Urlaub machen, aber andererseits auch Angebote für die machen, die schon fast alles kennen, jedoch ihre Kirchräume anders erleben möchten“, fasst es Dom-Pastor Martin Klatt zusammen. Entsprechend wurde das dreigliedrige Motto „Fremde Heimat Kirche“ gewählt, das vielfache Interpretationen und Blickwinkel zulässt.

Von Künstler Jonathan Meese inspiriert

Vielen Menschen seien die Geschichten, die Kirchen erzählen, ihre Bilder aus vergangenen Zeiten und die Lieder, die in ihnen erklingen, fremd geworden, sagt Margrit Wegner, Theologin am Dom. Auch sei es nicht mehr alltäglich, einer Glaubensgemeinschaft anzugehören. Und doch bleibe eine Sehnsucht im Menschen verankert: einen Heimatort zu haben oder ihn zu finden, merkt Jakobi- Pastorin Kathrin Jedeck an. Der Künstler Jonathan Meese hatte als selbst ernannter „Dr. Zuhause“ die Geistlichen übrigens dazu inspiriert, das Thema zu wählen. „Fremde Heimat Kirche“ sei auch der Titel einer Mitgliederstudie der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) im Jahre 1993 gewesen, erinnert Bernd Schwarze.

Lange Nacht am Sonnabend, 6. Juli

Zum Start am Sonnabend, 6. Juli, ist es sogar möglich, im Zeitraum von 18 Uhr bis Mitternacht in allen beteiligten Kirchen nacheinander jeweils einen Programmpunkt als eine Art geistiges Häppchen wahrzunehmen. So beginnt um 18 Uhr in St. Aegidien der Literturabend „Delikatessen – auf Reisen!“; um 19 Uhr starten im Dom die „Heimatklänge“; in St. Jakobi wird dann um 20 Uhr zur „Lichtkreuz-Meditation“ eingeladen; ab 21 Uhr heißt es in St. Marien „Schläft ein Lied in allen Dingen“, bevor St. Petri ab 23 Uhr die nächtliche „Petrivision“ entwirft. „Das Angebot ist bewusst niedrig schwellig – wir möchten die Menschen einladen, mit den verschiedenen Impulsen auch sich selbst nachzugehen und ihren eigenen Gedanken zu lauschen“, erklärt Robert Pfeifer, Pastor an St. Marien. Und Dom-Pastor Klatt stellt in Aussicht: „Die ganze Vorbereitung seit Weihnachten hat Lust gemacht, es im nächsten Jahr zu wiederholen.“

Das wird geboten:

Eröffnung am Sonnabend, 6. Juli: Offene Kirchen von 18 bis 22.30 Uhr, dazu als weitere Programmpunkte – in St. Aegidien um 18 Uhr Literaturabend „Delikatessen – auf Reisen!“, Thema: Nach Hause! Unterwegs mit Odysseus, mit Pastor Thomas Baltrock – im Dom um 19 Uhr „Heimatklänge“ mit Dompastorin Margrit Wegner sowie Domkantor Klaus Eldert Müller (Akkordeon) – in St. Jakobi um 20 Uhr Meditation „Heimat ist nicht da oder dort. Heimat ist in dir drinnen, oder nirgends“ (Hermann Hesse), mit Gesang und Bewegung – in St. Marien um 21 Uhr Heimatabend „Schläft ein Lied in allen Dingen“ mit Marienorganist Johannes Unger sowie Pastor Christian Asmussen – in St. Petri um 23 Uhr mit dem fünften Teil der „Petrivisionen“ zu „HeimatLIEBE“.

Sonnabend, 13. Juli: Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr, dazu als weiterer Programmpunkt – im Dom um 21 Uhr „Vergessene Heimat!“ Romantische Orgelklänge aus jüdischen Synagogen vor 1945 mit Domkantor Klaus Eldert Müller.

Freitag, 19. Juli:Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr, dazu als weiterer Programmpunkt – in St. Marien um 21 Uhr unter dem Titel „Rilke und Tom Waits“ ein musikalisch-literarischer Abend. Max Eichenauer (freie Rezitation und Klarinette), Norbert Härtl (Gesang und Gitarre) und Josef Bichlmair (Blueszither) lassen in ihrem spannungsvollen Zusammenspiel manch’ Gemeinsamkeit in der Lyrik der beiden Poeten aufleuchten.

Sonnabend, 20. Juli:Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr,dazu als weitere Programmpunkte – in St. Jakobi um 18 und 20 Uhr „Jakobi als Kirche der Pilger“, Führung zu den elf Jakobusfiguren in der Kirche mit Pastorin Kathrin Jedeck und dem Pilgerteam. Mit dem Jazzquartett um David Jedeck (Saxophon), Clemens Ohlendorf (Schlagzeug), Kenneth Berkel (Hammondorgel) sowie Felix Jedeck (Cello). Im Mittelalter führten die wichtigsten Pilgerrouten – die Via Skandinavica, die Via Jutlandica und die Via Baltica – zur Jakobikirche und von dort aus weiter bis nach Santiago de Compostela. Auch heute ist St. Jakobi das Pilgerzentrum im Norden; im Dom um 19 sowie 21 Uhr Entdeckungen im Dunklen – Taschenlampenführungen des Arbeitskreises Kirchenpädagogik. Aus Sicherheitsgründen ist die Teilnehmerzahl beschränkt. 

Donnerstag, 25. Juli: Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr,dazu als weiterer Programmpunkt – in St. Petri um 19 Uhr der Literatursommer „Norwegen“; Jostein Gaarder liest aus „Genau richtig. Die kurze Geschichte einer langen Nacht“. Begrüßung und Einführung: Antje Peters-Hirt, Moderation und Gespräch: Kai U. Jürgens.

Freitag, 26. Juli: Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr,dazu als weiterer Programmpunkt – in St. Marien um 21 Uhr „Sternstunde –spirituelle Kirchenführung für Nachtschwärmer“. An ausgewählten Stationen der Kirche werden theologische, ikonografische und kunstgeschichtliche Hintergründe erläutert; mit Marienpastor Robert Pfeifer.

Sonnabend, 27. Juli: Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr,dazu als weitere Programmpunkte – im Dom um 21 Uhr „Wohin sollen wir gehen…?“, Gedanken-Wege zu besonderen Orten im Dom. Eine nächtliche Andacht von Vikarin Maria Dietz. Wer möchte, kann an diesem Abend einen vorbereiteten Pilgerweg durch den Dom gehen und an ausgewählten Stationen eine Kerze entzünden, eigene Gedanken hinterlassen, Gebetsanliegen notieren. Sie fließen dann ein in die nächtliche Andacht; in der Marienkirche um 20.30 Uhr „Die besondere Erfahrung – Nächtliche Führung über Türme und Gewölbe“.

Sonnabend, 3. August:Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr,dazu als weitere Programmpunkte – im Dom um 21 Uhr „Frieden hinterlasse ich euch – Ein Weg durch den Dom mit Gesängen aus Taizé“; in St. Jakobi um 20 Uhr eine Führung zum Rettungsboot der Pamir, mit Pastor Peter Cornelius Jansen und Seemannslieder. Die mittelalterliche Hallenkirche St. Jakobi wurde im Wohngebiet der Seeleute erbaut und 1227 als Seefahrerkirche geweiht. Seit den 1950er Jahren liegt in der nördlichen Turmkapelle das Rettungsboot 2 des 1957 untergegangenen Großseglers „Pamir“, ein Schwesterschiff der Viermastbark Passat, als ein Mahnmal für die Gefahren auf See. Seit 2007 ist Jakobi „Internationale Gedenkstätte der zivilen Schifffahrt“.

Sonnabend, 10. August: Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr,dazu als weitere Programmpunkte – in St. Aegidien um 18 Uhr ein Literaturabend mit dem Titel „Delikatessen – auf Reisen!“, Thema: Bitte lächeln – Mit Marc Twain auf Europareise, mit Pastor Thomas Baltrock sowie um 22 Uhr ein Nachtkonzert für den Kirchenmusiktaler „A Musical Dream“. Englische Musik des 16. und 17. Jahrhunderts mit Werken von T. Morley, W. Byrd, J. Dowland, J. Playford, Britta Rehsöft (Sopran), Trio Zafferano und Hartmut Ledeboer (Blockflöten) sowie Daniell Fourie (Harfe); im Dom um 19 und 21 Uhr „Entdeckungen im Dunklen“, Taschenlampenführung über das Gewölbe mit dem Arbeitskreis Kirchenpädagogik. Aus Sicherheitsgründen ist die Teilnehmerzahl beschränkt.  

Sonnabend, 17. August:Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr,dazu als weitere Programmpunkte – im Dom um 21 Uhr „Lass deine Engel um uns sein“, Texte und Musik mit Pastorin Margrit Wegner und Kantor Klaus Eldert Müller; in St. Jakobi um 20 Uhr eine Orgelführung zu den historischen Orgeln von St. Jakobi mit Assistenzorganist Lars Schwarze. Insbesondere die Stellwagen-Orgel an der Nordwand ist weltweit für ihren Renaissance-Charakter berühmt und bietet einmalige Klangmöglichkeiten; in St. Marien um 21 Uhr die „Nacht der Chöre“.

Freitag, 23. August:Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr,dazu als weiterer Programmpunkt – in St. Marien um 21 Uhr „Sternstunde –Spirituelle Kirchenführung für Nachtschwärmer“ mit Marienpastor Robert Pfeifer.

Sonnabend, 24. August:Offene Kirchen von 18 bis 22 Uhr,dazu als weitere Programmpunkte – im Dom um 21 Uhr „Wohin sollen wir gehen…?, Gedanken-Wege zu besonderen Orten im Dom. Eine nächtliche Andacht mit Vikarin Maria Dietz und Pastor Martin Klatt; in St. Aegidien ab 15 Uhr das Sommerfest, ab 17 Uhr Grillen im Pastoratsgarten mit Musik des Lübecker Bachchors und der Jazz-Combo des Katharineums.

Sonnabend, 31. August:Offene Kirchen zur Lübecker Museumsnacht von 18 bis 22 Uhr,dazu als weitere Programmpunkte – in St. Marien um 20.30 Uhr „Die besondere Erfahrung – Nächtliche Führung über Türme und Gewölbe“, in St. Petri um 23 Uhr „Petrivision“, der sechste Abend aus der Reihe „Heimat“, Thema des Abends: „HeimatMUSEUM“.

Michael Hollinde

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