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Lübeck Lübecker Josephinenbrücke bekommt neue Stahlträger
Lokales Lübeck Lübecker Josephinenbrücke bekommt neue Stahlträger
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14:02 07.09.2019
Ein 25 Tonnen schwerer Stahlträger wird in die Josephinenbrücke eingehoben. Quelle: Holger Kröger
St. Lorenz Nord

Er ist der wichtigste Mann an diesem Morgen. Und von ihm ist es abhängig, ob der Zeitplan halbwegs eingehalten werden kann. Denn die Josphinenbrücke ist von Freitag bis Sonntag für schwere Arbeiten komplett gesperrt.

Stahlträger: Einbau mit Verzögerung

„Eigentlich wollten wir den ersten Stahlträger jetzt einheben, aber es hat sich herausgestellt, dass an den Stellen, wo die Anschlagketten sind, Beschädigungen im Korrosionsschutz vorhanden sind“, kommentiert Ingenieur Axel Striepling von der Bauüberwachung der Hansestadt das Geschehen an der Josephinenbrücke.

Am Sonnabend, 24. August, war die Lübecker Josephinenbrücke auch für Fußgänger und Radfahrer gesperrt. Der alte Überbau wurde mit schwerem Gerät entfernt.

Speziallösung als Korrosionsschutz

Also ist der „Korrosionsschützer“ an der Reihe, der jede beschädigte Stelle akribisch mit einer Speziallösung bestreicht, und dies mehrere Male, und wieder und wieder eine entsprechende Aushärtezeit bis zum nächsten Pinselstrich berücksichtigen muss. „Das muss unbedingt sein, weil es obere Kanten betrifft, wo wir hinterher nicht mehr herankommen können“, betont Striepling.

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Per Tieflader wurden die neuen Stahlträger für die Josephinenbrücke angeliefert. Quelle: Holger Kröger

300-Tonnen-Kran hebt Stahlträger ein

Nach dem Abbruch vor zwei Wochen kann jetzt wieder aufgebaut werden. Mit circa zweieinhalb Stunden Verspätung beginnt das eigentliche Tageswerk. Der 25 Tonnen schwere und rund 20 Meter lange Stahlträger, der mittels Tieflader angeliefert wurde, wird mithilfe des bereitstehenden 300-Tonnen-Krans hochgehievt, herübergeschwenkt und in die Brücke eingesetzt. Im Ganzen sind es sechs Stahlträger, die jeweils immer zu einem Doppelträger zusammengebaut sind. Auf diese Stahlträger sollen dann noch an diesem Wochenende die Betonfertigteile aufgelegt werden.

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Oberbauleiter Frank Notkamp von der ausführenden Echterhoff Bau-Gruppe wirkt zufrieden. Ebenso Peter Hering von C + P Stahlhochbau aus dem sächsischen Freiberg: „So eine Zeitverzögerung kann immer mal auftreten, da ja die Montagebedingungen überall anders sind. Und bei einer Autobahnbrücke ist noch mehr Druck.“ Insgesamt sei dieses überschaubare Projekt hier „eine schöne Sache“.

Ein 300-Tonnen-Kran hievte die Stahlträger hoch. Quelle: Holger Kröger

Sonntagabend wird Fußweg freigegeben

„Sonntagmittag möchten wir die ganzen Fertigteile drauf haben, und dann sollen die Restarbeiten erfolgen“, schaut Axel Striepling voraus. Für den Sonntagabend ist wieder die Freigabe der Hafenbahn-Gleise sowie des Fußwegs geplant. Im Laufe des Dezembers soll jedenfalls alles fertig sein – doch bis dahin gibt es weiterhin reichlich zu tun, wenn man dem Vertreter der Hansestadt lauscht.

Viel zu tun bis zur Fertigstellung im Dezember

„Das ganze Bauwerk muss noch abgedichtet werden, damit das Salzwasser von der Straße nicht in den Beton eindringen kann; eine Hartschicht sowie eine Schweißbahn müssen aufgebracht werden, dann der Gussasphalt auf der Fahrbahn als Schutz für diese Schweißbahn, und erst dann kommt die eigentliche Verschleißschicht. Das dauert alles und muss wettertechnisch auch passen“, betont der Experte.

Von Michael Hollinde