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Lokales Lübeck Lübeck: Kantstraße ist endlich saniert
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22:49 12.06.2019
Radelt glücklich über die neue Kantstraße: Bausenatorin Joanna Hagen, die die gute Zusammenarbeit lobt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
St. Gertrud

Es war ein steiniger Weg von ersten Plänen, die marode Straße auf ehemaligem Militärgelände auszubauen und zu sanieren bis zur Fertigstellung. Seit Mittwochnachmittag ist der 320 Meter lange Abschnitt der Kantstraße auf Marli offiziell „eingeweiht“.

Feier mit Grillwurst und Getränken

Ein improvisierter Grillwürstchen- und Getränkestand auf dem Parkplatz des Autohauses Reköndt, viele Anlieger und die Gewerbetreibenden, die zunächst ärgste Befürchtungen geäußert hatten, trafen sich hier mit Bausenatorin Joanna Hagen und deren Team, um zu feiern, dass endlich alles gut ist.

Die Geschichte eines langen Bauprojekts in Bildern.

Ausbau immer wieder verschoben

Hagen, die mit dem Fahrrad kam, erinnerte an die Vorgeschichte. Der Ausbau der Straße, die eine lange Geschichte der militärischen Nutzung hat, sei aufgrund der finanziellen Situation der Hansestadt immer wieder verschoben worden. Als die Bürgerschaft 2017 den Beschluss gefasst habe, die Straße bis Ende 2018 auszubauen, „hatte sich bereits viel Frust angesammelt bei Anliegern, Gewerbetreibenden und in der Verwaltung“. Sie, damals noch neu in Lübeck und in ihrem Amt, sei erstaunt gewesen über die hohe Emotionalität, mit der über das Thema Kantstraße gesprochen wurde.

Die Kantstraße in Lübeck ist endlich saniert. Quelle: Holger Kröger

Dürftige Voraussetzungen

Ihre Bestandsaufnahme: „Wir hatten eine Vorplanung von 2011/12, die überarbeitet werden musste, keine Bestandspläne für die Leitungen, den Bürgerschaftsbeschluss und 1,2 Millionen Euro.“ Dass der Beschluss der Bürgerschaft überhaupt umgesetzt werden konnte, „liegt ganz einfach daran, dass ich hervorragende Mitarbeiter habe.“

Kurz nach Baubeginn erste Munitionsfunde

Nach gründlicher Planung erneuerten die Entsorgungsbetriebe Lübeck (EBL) Anfang 2018 zunächst den Mischwasserkanal, ab April machten sich die Netz Lübeck GmbH, die Telekom und der Bereich Stadtgrün und Verkehr an alle anderen Kabel und Leitungen. Und dann geschah es: Mitte April stießen die Bauarbeiter erstmals aus Munitionsreste und Handgranaten aus dem Zweiten Weltkrieg, die vom Kampfmittelräumdienst aus Kiel beseitigt werden mussten.

Plan B scheitert an weiteren Funden

Es kam zu Verzögerungen, der geplante Baubeginn für die Straßenbauarbeiten konnte nicht gehalten werden. Die Verwaltung plante um, änderte den Bauablauf und begann damit, zunächst den Verbindungsweg von der Kantstraße zum Marliring herzustellen. Doch auch hier gab es Munitionsfunde, so dass die Arbeiten auch hier eingestellt werden mussten.

Gute Zusammenarbeit aller Beteiligten

Von Plan B wich man aus auf Plan C: Alle noch ausstehenden Bauphasen sollten zusammengefasst und teilweise parallel ablaufen. Das, machte Bausenatorin Hagen klar, sei nur durch die große Flexibilität des Ingenieurbüros TSM und der beauftragten Firma Matthäi sowie die „beispiellos gute Zusammenarbeit mit den Anliegern“ möglich gewesen.

Lob für die Verwaltung

Immer wieder gab es Gespräche, Anlieferung von Waren und Anfahrt von Kunden mussten regelmäßig geändert werden. „Es ist von der Stadt sehr gut koordiniert worden“, sagt Olaf Stritzke, zuständig für die Immobilien bei Aldi. Auch Gabi Rugullies, Center-Managerin bei Rewe in der Kantstraße, ist mehr als zufrieden: „Der Informationsfluss war super, die Mitarbeiter der Verwaltung waren oft vor Ort.“ Nur dadurch habe man gemeinsam alle Widrigkeiten gut überstanden.

Zu besagten Widrigkeiten gehörte auch ein vom Bagger beschädigtes Gasrohr unmittelbar vor dem Eingang des Einkaufscenters am 8. Oktober vergangenen Jahres. Der betroffene Bereich wurde großräumig gesperrt.

„Nicht immer nur die Altstadt“

Danach lief alles glatt, seit Anfang Dezember sind die Kant- und die Maybachstraße wieder komplett befahrbar, dieses Jahr erfolgten noch kleinere Restarbeiten, die abschließende Asphaltdecke wurde im Mai während einer sonntäglichen Vollsperrung aufgebracht.

Das beeindruckt auch die Politik: „Danke im Namen von SPD und CDU für das professionelle Arbeiten in dieser Straße“, sagt SPD-Bürgerschaftsmitglied Ingo Schaffenberg. „Das ist wichtig für den Stadtteil und zeigt, dass es nicht immer nur um die Altstadt geht.“

Sabine Risch

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