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Lübeck Hochschulstadtteil: Gemeinde hat endlich ein Zuhause
Lokales Lübeck Hochschulstadtteil: Gemeinde hat endlich ein Zuhause
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19:33 09.12.2019
Im Gemeindesaal versammeln sich immer zu Beginn des Unterrichts die Konfirmanden zum gemeinsamen Gesang. Pastorin Katja von Kiedrowski begleitet auf der Gitarre. Quelle: Wolfgang Maxwitat
St. Jürgen

Hier ist Leben im Haus – ohne Zweifel. Es ist später Dienstagnachmittag und Konfi-Zeit. Rund 40 Jugendliche haben sich im großen, lichten Gemeindesaal im Erdgeschoss versammelt. Zum Start soll gesungen werden, mit Gitarren- und Klavierbegleitung, wie jedes Mal.

Ein modernes Gemeindehaus für den Hochschulstadtteil

„Ich finde es super, dass es so ein modernes Gebäude geworden ist“, sagt die 13-jährige Melina, „es hat die ganze Gegend aufgeweckt, weil es mal etwas anderes ist.“ Und die Stimmung hier unten im Gemeindesaal finde sie am schönsten, betont die Konfirmandin der Kirchengemeinde St. Jürgen.

Mit dem Neubau St. Lukas hat die Gemeinde St. Jürgen ein Zuhause zum Wohlfühlen bekommen.

Mitten zwischen Shoppingmeile, Ärztezentrum und Schule an der Alexander-Fleming-Straße im Hochschulstadtteil ist in den vergangenen rund zwei Jahren ein Neubau, Hausnummer 14, hochgezogen worden, der architektonisch heraussticht. Insbesondere in der Dunkelheit, wenn er wie ein erleuchteter Satellit wirkt.

Fünf Jahre intensive Planung waren der reinen Bauzeit vorausgegangen, damit das neue Gemeindehaus St. Lukas auf dem ehemaligen Parkplatz der Paul-Klee-Schule entstehen konnte. Seit dem Reformationstag ist es nun offen, und es kehrt immer mehr Leben ein.

Besonders abends zeigt sich der architektonische Lichtzauber des Gebäudes. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Pastorin: „Wir sind genau richtig an dieser Stelle“

„Zu unserer ersten Abendandacht in diesen Räumen sind gleich 60 Menschen gekommen“, freut sich Pastorin Katja von Kiedrowski, „das zeigt, dass wir genau richtig sind an dieser Stelle.“ Und nicht nur die Gruppen der Gemeinde sollen ihren Platz haben.

Ebenso wird St. Lukas offen sein für kulturelle Veranstaltungen wie Lesungen, Konzerte oder auch Filmabende, die ihren Ort im Hochschulstadtteil finden können. „Und der Flügel ist schon da“, so der Hinweis der Theologin.

Multifunktionale Nutzung auf einer kleinen Fläche

„Die multifunktionale Nutzung auf einer so kleinen Fläche ist das Besondere an diesem Haus“, charakterisiert Architekt Olaf Fahrenkrog vom Büro Ziebell und Partner den zweigeschossigen Flachdachbau. Der kombinierte Gemeindesaal und Andachtsraum im Erdgeschoss, dazu zwei Gruppenräume, Büro und offene Eventküche für bis zu acht Leute in der ersten Etage – das macht das Haus aus.

Alles zusammen hat an die drei Millionen Euro gekostet, finanziert durch die Kirchengemeinde und den Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg, dazu noch unterstützt durch die Gemeinnützige Sparkassenstiftung sowie die Evangelische Bank.

Das ist die Kirchengemeinde St. Jürgen

Der Name St. Lukas ist nicht ganz neu im Lübecker Hochschulstadtteil. Denn bis vor rund vier Jahrzehnten gab es eine eigenständige Kirchengemeinde auf dem heutigen Gelände des Lübecker Uniklinikums mit dem Namen St. Lukas.

Das St.-Lukas-Haus ist einer von insgesamt fünf Standorten der Kirchengemeinde. Zu dieser gehören 13 000 Gemeindemitglieder. Damit ist die Kirchengemeinde St. Jürgen mit ihren fünf Bezirken in zwei Stadtteilen die größte in Lübeck.

Ein Neubau trotz Sparkurs und Gebäude-Streichliste

Nach gut 15 Jahren und den Provisorien mit der „Oase“ und der zwischenzeitlichen Containerlösung sei man endlich als Gemeinde im Hochschulstadtteil angekommen, heißt es aus dem Kirchengemeinderat.

Deshalb hatte die Synode in der Vergangenheit trotz notwendigem Sparkurs und Gebäude-Streichliste dem Neubau auch zugestimmt. Und Pröpstin Petra Kallies hatte noch zur Grundsteinlegung bemerkt: „So eine Zeremonie im Kirchenkreis – das ist ja ewig her; das war wohl beim Bau der Bugenhagen-Kirche im Jahr 1982 das letzte Mal.“

Glocke und Namensschild fehlen noch

Dass es sich um ein kirchliches Gebäude handelt, lässt sich von außen aber bisher nur erahnen. Denn das Namensschild und die vorgesehene Glocke an der Fassade fehlen noch. „Alles ist jedoch in Arbeit und wird wohl bis zum Frühjahr vollendet sein, wie auch die weiteren Feinheiten wie zum Beispiel die Außenanlagen“, versichert die Pastorin.

Und welchen Bibelvers man auf der Glocke lesen wird, steht auch schon fest – „Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.“ Natürlich aus dem Lukas-Evangelium.

Die Konfirmandinnen Kiara (r.) und Rike haben das Sofa zum Lieblingsplatz auserkoren. Quelle: Wolfgang Maxwitat

„Klar“, sagt Kiara, 13 Jahre alt, „haben wir uns sehr gefreut, als endlich alles fertig war.“ Sie sitzt zusammen mit der gleichaltrigen Rike auf dem gemütlichen Sofa in der ersten Etage. Dieses Haus sei eine tolle Begegnungsstätte, finden die beiden. „Hier können wir alle zusammenkommen und eine gute Zeit haben“, sagen sie.

Charlotte wurde in der Gemeinde konfirmiert und ist anschließend Teamerin geworden. „Ich habe hier alles an beengten räumlichen Lösungen miterlebt und bin nun sehr froh, dass wir endlich St. Lukas haben“, resümiert die 18-Jährige.

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Von Michael Hollinde

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