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Lübeck Lübecker Kooperation: Trave-Schüler werden von Habotec gecoacht
Lokales Lübeck Lübecker Kooperation: Trave-Schüler werden von Habotec gecoacht
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18:42 24.09.2019
Die Kooperationsvereinbarung ist eingetütet: Trave-Schulleiterin Jelka Sadowski (v. l.), Habotec-Chef Peter Bode und Stefan Kloth von der Handwerkskammer. Quelle: Rüdiger Jacob
Kücknitz

Zwei Fliegen mit einer Klappe: Für die Schüler des Trave-Gymnasiums ist es eine willkommene Gelegenheit, einmal einen Handwerksbetrieb von innen zu erforschen. Die Firma Habotec verspricht sich von der jetzt geschlossenen Kooperationsvereinbarung mit der Schule einen regen Informationsaustausch über Energietechnik – und idealerweise viele neue Auszubildende für die Zukunft.

Schüler mit super Auffassungsgaben

Und weil Firmenchef Peter Bode den Teamgeist so sehr schätzt, lud er alle Beteiligten auch gleich zum gemeinsamen Grillen auf dem Firmengelände ein. Zweck der Vereinbarung ist es, potenzielle Auszubildende zu gewinnen, die mit dem Schulabschluss ihre Fachhochschulreife haben, so Bode. Etwaige Bewerber, die eine „super Auffassungsgabe“ hätten. Zweites Standbein der Kooperation ist es, den Schülern zu zeigen, wie Technik in der Praxis wirklich funktioniere. So plane Habotec, eine große Photovoltaikanlage auf das Dach des Firmengebäudes zu bauen. „Dabei würden wir uns freuen, wenn wir von der ersten Planung bis hin zur Inbetriebnahme der Ladestation Besuch sowohl von Fachlehrern als natürlich auch Schüler hätten“, sagt Bode.

Kooperation gegen Fachkräftemangel

Die Kooperation beinhaltet Praktika, die die Schüler bei Habotec absolvieren können, oder Besuche von Mitarbeitern des Elektrotechnikunternehmens in den Klassen, um über Energietechnik zu diskutieren. „Und dann wäre es toll, wenn wir zusammen mit den Gymnasiasten neue Wege in der Energiewirtschaft erarbeiten könnten“, sagt der Ehrenobermeister der Elektroinnung. Möglicherweise führt die Kooperation zu einer Senkung der „viel zu hohen“ Durchfallerquote im Elektrohandwerk. „Immerhin schaffen es mehr als 30 Prozent nicht oder brechen ab“, so der Chef des 154 Mitarbeiter zählende Unternehmens. „Es geht auch um den Fachkräftemangel“, sagt Stefan Kloth, Fachberater Schule und Betrieb der Handwerkskammer Lübeck.

Geförderte Zusammenarbeit

Das Gemeinschaftsprojekt„Regionale Fachberatung Schule-Betrieb“ der Handwerkskammer Schleswig-Holstein und der IHK Schleswig-Holstein ist Teil der „Landespartnerschaft Schule und Wirtschaft“. Es wird gefördert vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein. Das Projekt dient der Intensivierung und Systematisierung von Kontakten zwischen Schulen und Betrieben zur Verbesserung der Berufswahlkompetenz und der Ausbildungsfähigkeit der Schulabgänger. Langfristig und nachhaltig wird mit den Kooperationen die duale Ausbildung gefördert und somit dem Fachkräftemangel entgegengewirkt.

„Die Schüler auf einen guten Weg bringen“

Jelka Sadowski, Leiterin des Trave-Gymnasiums, freut sich über die Kooperation: „Wir wollen die Schüler auf einen guten Weg bringen, sie fit fürs Leben machen“, so Sadowski. Für sie es auch ein Stück Stadtteilarbeit für junge Menschen in Kücknitz, die je nach Neigung und Möglichkeiten eine geeignete Ausbildung bekommen können.

Schule an der Wakenitz kooperiert auch mit Firmen

Auch die Schule an der Wakenitz setzt auf Zusammenarbeit mit Unternehmen. Sie wird durch eine langfristige Zusammenarbeit mit der Elektro Haaker GmbH und der R+S Solutions GmbH die Berufsorientierung, Berufswahlvorbereitung und Ausbildungsreife ihrer Schüler stärken. Das Angebot für Ausbildungsberufe und Studiengänge ist so vielfältig geworden, dass man schnell den Überblick verliert. „Daher ist es gerade in der Schule wichtig, dass die Jugendlichen konkrete Einblicke und Vorstellungen der Firmen bekommen, wo sie möglicherweise nach der Schule arbeiten möchten.“ sagt die Koordinatorin für Berufsorientierung Ariane Brauns von der Schule an der Wakenitz.

Die Schule an der Wakenitz hat eine Kooperationsvereinbarung mit der R+S Solutions GmbH und der Elektro Haaker GmbH unterschrieben. Unterzeichnet haben der Schulleiter Heino Schön, Ausbildungsbetreuer der R+S Solutions GmbH Lars Grothe (3. von links) und der Geschäftsführer der Elektro Haaker GmbH Christian Rammelsberg (4. von links) Quelle: Julia Bittner

Der Ausbildungsbetreuer Lars Grothe von R+S und der Geschäftsführer der Elektro Haaker GmbH, Christian Rammelsberg, unterschrieben mit Schulleiter Heino Schön die Kooperationsvereinbarung. Die Einstellung der Azubis aber auch der Unternehmen habe sich in den letzten zehn Jahren stark verändert, meint der Fachberater für Schule-Betrieb Stefan Kloth von der Handelskammer Lübeck. Es gibt sehr viel mehr Studienanfänger als Schüler, die sich nach dem Schulabschluss für eine Ausbildung entscheiden. Es stehen nicht mehr nur die Noten im Vordergrund, sondern vielmehr die sozialen Kompetenzen. Wenn ein Azubi wirklich Lust auf das hat, was ihn im Betrieb erwartet, ist der Schulabschluss eher unwichtig, sind sich Lars Grothe und Christian Rammelsberg einig.

Von Rüdiger Jacob

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