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Lübeck FH-Jubiläum: Lübecker Manifest vorgestellt
Lokales Lübeck FH-Jubiläum: Lübecker Manifest vorgestellt
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19:58 14.06.2019
Lübecks TH-Präsidentin Dr. Muriel Helbig (r.) zählt auf die politische Unterstützung von Landesbildungsministerien Karin Prien (l.) und Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Quelle: THL
Lübeck

Fünf Seiten umfasst es, das „Lübecker Manifest“, das in den vergangenen beiden Tagen erarbeitet worden ist, von den knapp 100 Präsidentinnen und Präsidenten der Fachhochschulen oder Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs). Sie sind zur „Wiesseer Tagung“ in die Hansestadt gekommen, um hier in einem zentralen Festakt unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten das 50-jährige Jubiläum ihrer Hochschulgattung zu feiern.

Die knapp 100 Hochschulspitzen diskutieren im Hörsaal. Quelle: Hollinde

„Das Papier zeugt von großer Effektivität; schließlich wurde noch bis zuletzt selbst um Halbsätze gerungen“, kommentiert Dr. Muriel Kim Helbig, die mit ihrem Kollegen Prof. Karim Khakzar das Manifest im Hörsaal des Seminargebäudes vorstellt. Es sei als Selbstverpflichtung gedacht, aber auch als Forderungskatalog an die politischen Entscheidungsträger. Und es ist auch ein Beweis für das gestiegene Selbstbewusstsein der HAWs gegenüber den Universitäten.

Eigenständiges Promotionsrecht

So stellen die akademischen Führungskräfte in der Schrift sechs Kernforderungen auf, um das Potenzial der HAWs in Deutschland noch besser nutzen zu können. Sie fordern unter anderem „zur Stärkung des eigenen Profils und der Ausbildung des eigenen professoralen Nachwuchses“ das eigenständige Promotionsrecht für forschungsstarke Fachrichtungen an ihren Hochschulen. Bisher wurde das Promotionsrecht vom Staat originär nur an Universitäten verliehen.

Prof. Karim Khakzar, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Sprecher der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) und Fachhochschulen (FHs) in der HRK. Quelle: Wolfgang Maxwitat

Zudem mahnen sie eine „verbesserte Ressourcenausstattung“ an – „auch für grenzüberschreitende angewandte Forschungsförderung durch Bund, Länder und EU“. Neben dem Wunsch nach mehr Geld halten sie die Forderung für essenziell, zukünftig einen akademischen Mittelbau aufbauen zu dürfen. Als Mittelbau bezeichnet man die Gruppe der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zwar einen Abschluss, aber keinen Lehrstuhl innehaben. Diese Möglichkeit ist bisher zum größten Teil den Universitäten vorbehalten.

40 Prozent aller Studienanfänger an HAWs

„Uns liegt es am Herzen, einer breiten Öffentlichkeit die Bedeutung unserer Hochschulen näher bringen zu wollen“, so Khakzar, „daher dieses Manifest und die zentrale gemeinsame Imagekampagne unter dem Motto ,Unglaublich wichtig’.“ Immerhin seien inzwischen 40 Prozent aller Studienanfänger an den HAWs und insgesamt über eine Million Studierende; „20 000 Professorinnen und Professoren und 252 Forschungsschwerpunkte gehören ebenfalls zu unserer Bilanz“, ergänzt der Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK). Als kennzeichnend für das Profil nennt er „exzellente Lehre und intensive Betreuung, Anwendungsbezug, Praxisnähe sowie die Funktion als jeweiliger Innovationsmotor in einer Region“.

Das neue einheitliche Signet. Quelle: Hollinde

Neben dem nun schriftlich vorliegenden Resultat der letzten Tage habe das Jubiläum auch gezeigt, „dass der Standort Lübeck zieht“, so die gastgebende TH-Präsidentin Helbig. „Die Resonanz ist hervorragend, und durch die internationalen Gäste aus den USA, Finnland, der Schweiz und China konnten wir Kontakte pflegen und weitere aufbauen.“ Nun freue sie sich auf das nahende Campus-Festival – „auf den Labor-Tornado, Blitz und Donner im Hochspannungslabor, das Percussion-Konzert auf Beton und Baumaschinen, die große Kugelbahn sowie den Junior-Campus und vieles weitere“.

„Das Beste wird noch kommen“

Dass das „Lübecker Manifest“ in der Politik durchaus Gehör finden könnte, zeigten die Grußworte von Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, beim zentralen Festakt am Donnerstagabend in der Lübecker Kulturwerft Gollan. So prophezeite sie: „Ich bin überzeugt: Das Beste wird noch kommen – die letzten 50 Jahre waren erst der Anfang!“ Am heutigen Sonnabend werden dann die dreitägigen Jubiläumsfeierlichkeiten mit dem großen öffentlichen Campusfest von 14 bis 23 Uhr am Mönkhofer Weg gekrönt.

Michael Hollinde

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