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Lokales Lübeck Lübecker Medaillen bei Massage-WM
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22:59 24.05.2018
Das Team aus Lübeck ist mit zehn Teilnehmerinnen nach Kopenhagen gereist. Am Ende durften sich die Masseurinnen über zwei Medaillen freuen.
Das Team aus Lübeck ist mit zehn Teilnehmerinnen nach Kopenhagen gereist. Am Ende durften sich die Masseurinnen über zwei Medaillen freuen. Quelle: Fotos: Privat
Lübeck/Kopenhagen

Unbedarft war das zehnköpfige Team rund um die 37-jährige Firmenchefin Suphaporn Mensing nach Kopenhagen gereist, um sich mit der Konkurrenz zu messen. Umso größer ist nun die Freude über den unverhofften Erfolg. Insgesamt traten 125 Teilnehmer in den Kategorien Schwedische Massage, Wellness-Massage, Freestyle-Massage, Stuhlmassage und Asiatische Massage gegeneinander an. Teilnehmer aus 37 Ländern kamen zur „World Championship Massage“. Die Lübecker Masseurinnen bildeten dabei das größte Team im Teilnehmerfeld. Sie traten unter der Flagge von Thailand und China an. Ihre Konkurrenz kam aus Australien, Neuseeland, Peru, Singapur, den USA und ganz Europa. Bei dem Wettkampf geht es nicht nur um Medaillen. Vielmehr lernen die Teilnehmer voneinander und vernetzen sich bei solchen Treffen.

Bei den Massage-Weltmeisterschaften in Kopenhagen haben zwei Lübeckerinnen Medaillen geholt. In der Kategorie „Asiatische Massage“ sicherte sich Suphaporn Mensing, Inhaberin von Su Wanyo Thaimassage, die Bronzemedaille. Ihre Kollegin Lamduan Prayotang holte Silber.

Das Team, dass in Lübeck gemeinsam im Studio Su Wanyo arbeitet, hatte am ersten Wettkampftag zunächst etwas Mühe, die Aufmerksamkeit der Jury auf sich zu lenken. „Um uns herum wurden spektakuläre, teils akrobatische Techniken gezeigt“, berichtet Suphaporn Mensing. „Eine Teilnehmerin aus Russland hatte sich mit einem Samurai-Tuch die Augen verbunden und massierte quasi blind; ein amerikanischer Yoga-Masseur stand die meiste Zeit auf dem Kopf, andere Teilnehmer massierten mit vielen Hilfsmitteln wie Muscheln, Bambusstäben oder heißen Steinen.“

Das Lübecker Team habe sich mit seiner stillen, kleinteiligen Massagekunst, die mit feinem Druck auf Hunderte von Pressurpunkten entlang der zehn Energielinien sowie mit dosierten Dehnungen und mit gezielten Streichbewegungen arbeitet, wie durchsichtig gefühlt. Denn die Kunst ist weniger ein optischer Blickfang, sondern fühlt sich vor allem für den Kunden intensiv an.

Doch genau das nahm offenbar auch die Jury, die aus früheren Weltmeistern oder Medaillensiegern bestand, wahr. „Wir konnten regelrecht spüren, wie sich der Wind drehte und wie Juroren oder andere Teilnehmer über uns sprachen, nachdem sie von uns massiert worden waren“, erzählt Suphaporn Mensing.

Das gesamte Team musste in den zwei Tagen insgesamt rund 60 Mal antreten: als Massierende, als Probanden und als Wettkampfbeobachter. Doch trotz vieler Lobesworte rechnete niemand mit einer Medaille. Umso größer war die Überraschung und Freude, als die Medaillenränge der Kategorie „Asiatische Massage“

verkündet wurden. Firmenchefin Suphaporn Mensing wurde mit der Bronzemedaille ausgezeichnet und ihre Mitarbeiterin Lamduan Prayotang mit der Silbermedaille – hinter dem neuen Weltmeister Nir Goly aus Israel. „Wir haben uns ausgelassen wie die Kinder gefreut und waren voller Stolz auf unser großartiges Team. Wir sind für Lübeck und für Thailand an den Start gegangen, um einfach dabei zu sein, etwas Besonderes zu erleben und zu lernen“, sagt Lamduan Prayotang.

Im normalen Alltag soll sich durch den Erfolg aber nichts ändern, verspricht Inhaberin Suphaporn Mensing. 2012 ist das Studio von der Engelsgrube an die Obertrave gezogen. Dort haben sich die Teilnehmer auch gemeinsam mit Physiotherapeuten und Ärzten auf die Weltmeisterschaft vorbereitet. Durch die gute Platzierung hofft Mensing, dass sich das Ansehen der traditionellen Thai Massage, die in und um Lübeck mit 26 Studios vertreten ist, weiter verbessert und dass der doppelte Titelgewinn die Neugierde weckt, eines der Studios zu besuchen und die traditionelle Massage auszuprobieren.

LN