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Lübeck Mieterverein: „Wir haben eine Wohnungsnot“
Lokales Lübeck Mieterverein: „Wir haben eine Wohnungsnot“
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18:58 28.01.2019
Es wird gebaut – aber günstige Wohnungen sind trotzdem nicht zu bekommen, meint der Lübecker Mieterverein. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Das ist deutlich: In Lübeck gibt es keine Wohnungen mehr, die sich der Normalbürger leisten kann. Das prangert der Lübecker Mieterverein an. Die Lage sei so hoffnungslos, dass auch eine 50-Prozent-Quote für Sozialwohnungen nicht ausreiche. Diese Quote wird in der Bürgerschaft diskutiert – an diesem Donnerstag oder im Februar. „Wir haben eine Wohnungsnot“, sagt Eileen Munro, Vorstandsvorsitzende des Mietervereins. Denn: „Es ist nichts zu finden, was der durchschnittliche Mieter bezahlen kann.“ Auf der Suche sind vor allem Menschen mit geringem Einkommen: Studenten, Rentner und Lübecker mit Wohnberechtigungsschein. Mittlerweile würde die Warmmiete die Hälfte des Gehaltes betragen. „Manchmal auch noch mehr“, sagt Munro. Üblicherweise sollte die Miete ein Drittel des Lohns ausmachen.

Mieten um 30 Prozent gestiegen

Die Kritik des Mietervereins richtet sich gegen die Hansestadt. „Preisgünstiger Wohnraum ist derzeit noch in ausreichendem Maß vorhanden“, ist im neuesten Wohnungsmarktbericht der Stadt notiert. „Das geht an der Realität vorbei“, kritisiert Thomas Klempau, Geschäftsführer des Mietervereins. Denn: Die Stadt gehe von den durchschnittlichen Mieten von 5,90 Euro pro Quadratmeter aus. Aber: Wer eine Wohnung sucht, muss die aktuellen Mieten am Markt zahlen. Und die liegen derzeit bei 8,30 Euro. „In den vergangenen zwei Jahren sind diese Mieten um 30 Prozent gestiegen – von 6,30 Euro auf 8,30 Euro“, kritisiert Klempau. Das habe eine Analyse des Immobilienportals Immowelt ergeben. Da belegt Lübeck Platz vier bei der Mietpreissteigerung – hinter Berlin, Augsburg und München.

Grüne wollen die Mietpreisbremse

Die Grünenwollen eine Mietpreisbremse für Lübeck. Das wird am Donnerstag in der Bürgerschaft diskutiert. „Das durchschnittliche Mietpreisniveau hat sich in Lübeck von 2012 bis 2018 um 15,9 Prozent erhöht“, so Fraktionschefin Michelle Akyurt. Sie fordert, dass Lübeck in die Kappungsgrenzenverordnung des Landes aufgenommen wird. Damit können Vermieter die Mieten nicht beliebig erhöhen. Laut Gesetz darf die Miete innerhalb von drei Jahren nicht mehr als 20 Prozent erhöht werden – in Bezug auf die vor der Erhöhung bestehenden Miete.

„Die Realität ist anders“

Außerdem nimmt Klempau das Zahlenwerk der Stadt auseinander. „Es ist unseriös, den Anschein zu erwecken, dass die aufgeführten Durchschnittsmieten für den Gesamtmarkt repräsentativ sind“, kritisiert Klempau. Denn die Stadt nennt eben 5,90 Euro. Das beziehe sich aber nur auf die Mietwohnungen der Lübecker Wohnungsunternehmen. Ihnen gehörten aber weniger als ein Drittel der Wohnungen in der Hansestadt. „In der Realität sieht das andres aus“, so Klempau. Denn insgesamt gibt es 76 900 Mietwohnungen in der Stadt. Die städtische Grundstücksgesellschaft „Trave“ ist der größte Vermieter mit 8000 Wohnungen, auf Platz zwei rangiert bereits Vonovia aus Österreich mit 7400 Wohnungen.

Es fehlen Sozialwohnungen

Besonders schwierig ist es für Menschen, die Sozialwohnungen suchen (zwischen 5,25 und 6,10 Euro pro Quadratmeter). Das hat zwei Gründe. Erstens: Es gibt zu wenig davon. Derzeit sind knapp 8000 vorhanden. Bis 2030 fallen 3700 Sozialwohnungen weg. Gebraucht werden aber schätzungsweise 12 000. Und zweitens: Es gibt immer mehr Menschen, die eine Sozialwohnung benötigen. Waren Ende 2016 rund 950 Lübecker auf der Suche, sind es jetzt knapp 1400. Zudem gibt es immer mehr Lübecker, die „Zugangsschwierigkeiten zum Wohnungsmarkt“ haben, wie die Stadt schreibt. Sprich: Ehemalige Häftlinge oder Obdachlose haben keine Chance auf dem überfüllten Markt der Wohnungssuchenden.

„Alle wissen, dass es so ist“

Die Forderung des Mietervereins: mehr Sozialwohnungen. „Es ist alles zu wenig“, macht Munro klar. Selbst die jüngst im Bauausschuss beschlossene 50-Prozent-Quote für Sozialwohnungen auf städtischen Grundstücken reiche nicht aus. Sie wird am Donnerstag in der Bürgerschaft diskutiert. „Wir brauchen deutlich mehr“, sagt Munro. Ihr Fazit: „Es ist erschreckend. Alle wissen, dass es so ist.“

Josephine von Zastrow

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