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Lokales Lübeck Lübecker Schüler starten bei Informatik-Challenge
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17:19 07.05.2019
Fabian Albrecht (l.) und Antonia Stamer (r.) testen einen selbst programmierten Piranhas-Spieler. Informatik-Lehrerin Johanna Schmidt schaut ihnen dabei über die Schulter. Quelle: John Garve/54°
Innenstadt

Während die anderen Abiturienten der Oberschule zum Dom (OzD) draußen vor der Tür in Verkleidungen ihren „Motto“-Tag feiern, sitzen die Abiturientinnen Vivien Linder, Paula Dankert und Antonia Stamer (alle 18) mit den Elftklässlern Finja Schillmöller (18) und Fabian Albrecht (17) in einem Klassenraum und geben eine Pressekonferenz. Sie gehören zu den fünf Teams der OzD, die es in die Champions-League-Phase des bundesweiten Software-Challenge geschafft haben.

Virtuelle Spieler erschaffen

Die 2004 in Schleswig-Holstein ins Leben gerufene Challenge wird inzwischen bundesweit ausgetragen. Sie bietet in Zusammenarbeit zwischen dem Institut für Informatik der Universität Kiel und Gymnasien sowie Gesamtschulen Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit, Informatik-Kenntnisse an einer ganz konkreten Aufgabe auszuprobieren. Dieses Jahr galt es, einen virtuellen Spieler für das BrettspielPiranhas“ zu erschaffen. Dabei muss ein Spieler seine Fische auf einem quadratischen Spielfeld zu einem einzigen Schwarm zusammenführen und verhindern, dass das dem Gegner gelingt.

Paula Dankert (18): „Eine tolle Abwechslung im Schulalltag – sehr spannend!“ Quelle: John Garve/54°

Auch Taktik ist wichtig

Begleitet von ihrer Informatik-Lehrerin Johanna Schmidt, die seit Jahren für die Challenge brennt, beraten von der wissenschaftlichen Hilfskraft Jan-Hendrik Matthes, haben sich ursprünglich sechs Teams an die Arbeit gemacht. Eine Spieltaktik austüfteln, dann einen virtuellen Spieler erschaffen, der je nach Situation verschiedene Spielzüge unternimmt – eine Aufgabe für echte Profis. Für Fabian Albrecht, der in seinem Team „Imba Bot“ programmiert hat, war die größte Herausforderung, „die Formel dafür zu bauen, dass man dem Computer sagt, was ein gutes Spielbrett ist“. Teilweise habe sein Team 150 Spieler ausprobiert.

Client stets verbessert

Zwischen den einzelnen Spielrunden der Challenge wurde der virtuelle Spieler (Client) immer wieder upgedatet. In die Codes schleichen sich zudem viele Fehler ein. „Man muss super aufpassen“, sagt Finja, „wenn nur ein Semikolon falsch ist, haut alles nicht hin.“ Und auch Lehrerin Johanna Schmidt räumt ein, dass es „immer wieder passiert, dass die Schüler einen Fehler im Code haben und ich ihn nicht entdecke.“

Ist begeistert von der Leistung der OzD-Schüler: Prof. Dr. Manfred Schimmler., Leiter der Informatik-Challenge. Quelle: John Garve/54°

Leiter der Challenge beeindruckt

Größte Hochachtung vor den Schülerinnen und Schülern der OzD hat Prof. Dr. Manfred Schimmler, Leiter der Software-Challenge. Als er hört, dass in den Teams alle einmal codiert haben, ist er überrascht: „An vielen Schulen gibt es in den Teams einige, die die Taktik austüfteln, und dann die Nerds, die codieren.“ Nach kurzem Gespräch mit den fünf Challenge-Teilnehmern stellt er fest: „Alle fünf können sich präzise ausdrücken – das braucht die Informatik.“

Informatiker-Nachwuchs

Wer an der Challenge teilnehme und Spaß daran habe, weiß der Professor aus Erfahrung, der sei auf alle Fälle geeignet für ein Informatik-Studium. Spaß haben die drei Abiturientinnen und die beiden Elftklässler allemal gehabt, aber ein Informatik-Studium steht nur für Fabian an. „Eigentlich wusste ich es schon vorher, durch die Challenge bin ich darin bestärkt.“ Antonia möchte Naturwissenschaften studieren, Vivien Bauingenieurwesen.

Angebot in Lübeck

Die Initiative „Lias“, Abkürzung für „Lübecker Informatik an Schulen“, der Schülerakademie der Lübecker Universität möchte junge Leute der Jahrgangsstufen 8 bis 13 dabei unterstützen und motivieren, Interesse an Informatik und deren Anwendungsfeldern zu entwickeln und auszubauen. Sie gibt es seit Frühjahr 2008. Im Rahmen von Informatik-Camps und Arbeitsgemeinschaften können auch Projekte mit interdisziplinärem Charakter, zum Beispiel aus den Gebieten World Wide Web, Medien, Medizin, Robotik und Telematik bearbeitet werden. „Lias“ bietet Schulen und Lehrkräften Fachberatung bei der Konzeption von zeitgemäßem Informatikunterricht an Lübecker Schulen. Kontakt: Katharina Weiß, Telefon 04 51/31 01 23 31, lias@imis.uni-luebeck.de, https://www.lias.uni-luebeck.de.

Finja Schillmöller (18): „Eine tolle Erfahrung. Aber man muss super aufpassen, was man schreibt.“ Quelle: John Garve/54°

Schulleiter Oliver Schaefer macht der starke Challenge-Jahrgang „sehr stolz“. Er betont aber auch: „Ohne Frau Schmidt wäre das gar nicht möglich gewesen. Informatiker an Schulen sind rar – und solche wie Frau Schmidt erst recht.“

Finale findet in Kiel statt

Bis zum 16. Mai läuft die Runde der besten 24 Teams bundesweit, dann können die Teams noch einmal an ihren Spielern „herumfrickeln“. Am 14. Juni steigt dann im Kieler Citti-Park das Finale. Aktuell stehen die Chancen ganz gut, dass sich mindestens ein Team dafür qualifiziert.

Sabine Risch

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