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Lübeck Lübecker „Petrivisionen“ zum Thema Heimat
Lokales Lübeck Lübecker „Petrivisionen“ zum Thema Heimat
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10:57 21.02.2019
Werden hier, inmitten der Meese-Ausstellung in St. Petri, ihre Beiträge zur Heimat gestalten: Lisa Renn (l.) und Daria Carobene (r.) mit Bernd Schwarze, Sigrid Dettlof und Birgit Stammberger. Quelle: Lutz Roeßler
Innenstadt

Bei einem Kaffee sitzen die Hauptakteure der „Petrivisionen“ im gemütlichen Petri-Café, um den Start der aktuellen Reihe zu besprechen. Der Blick geht durch die Glastür hinaus ins Innere der Hochschul- und Kulturkirche: Bunt, chaotisch, wie auf einem riesigen Kinderspielplatz, sieht es hier aus.

Zuhörer wandeln durch den Raum

Für Sigrid Dettlof vom Theater Combinale, die seit Jahren die „Petrivisionen“ inszeniert, keine ganz einfache Aufgabe. „Wir werden spielerisch an die Sache heran gehen“, überlegt sie. Die Performances werden an verschiedenen Orten im sonst so großzügig und hell wirkenden Kirchenschiff stattfinden, die Besucher werden sich durch den Raum bewegen.

Heimat: Ein oft diskutiertes Thema

Heimat ist ein großes Thema – eines, das stets auch emotional besetzt ist. Ganz aktuell, so Petri-Pastor Bernd Schwarze, sei Heimat wieder in vieler Munde – unter anderem dadurch, dass wir neuerdings ein Heimatministerium haben. Flüchtlinge verlassen ihre Heimat, Rechtspopulisten missbrauchen den Heimatbegriff für ihre Zwecke.

Zuhause sein

Doch Heimat heißt auch: Zuhause sein, sich Zuhause fühlen. Und da kommt dann die Installation von Jonathan Meese in St. Petri ins Spiel, denn schließlich heißt sein Projekt „Dr. Zuhause: K.U.N.S.T“. „Wir haben vergangenes Jahr gewusst, dass die Meese-Schau kommt“, so Schwarze, da sei es dann naheliegend gewesen, für die „Petrivisionen“ das Thema Heimat zu wählen.

Dettlof, Schwarze, diverse Redner und Musiker sowie Stipendiatinnen des Zentrums für kulturwissenschaftliche Forschung Lübeck (ZKFL) gestalten die neun „Petrivisionen“. Es passe super, findet Sigrid Dettlof, das Thema mit jungen Menschen zu besetzen, die teilweise gar nicht von hier sind.“

Der Lübecker Markt und Wale

Wie Daria Carobene: Die 25-jährige Paläontologin ist Italienerin und beschäftigt sich mit den Groß Pampauer Walfunden im Museum für Natur und Umwelt. Lisa Renn (31) hingegen ist Archäologin und schreibt ihre Dissertation über den zentralen Platz in der mittelalterlichen Stadt – den Markt. „Alle Arbeiten“, sagt ZKFL-Koordinatorin Birgit Stammberger, „haben einen Bezug zu Lübeck.“

Bei den „Petrivisionen“ jedoch werden nicht etwa Auszüge aus den Dissertationen der Stipendiaten vorgetragen. Vielmehr sei es, so Dettlof, „ein Spielfeld, um aus dem jeweiligen Forschungsbereich heraus einen Bezug zum Thema Heimat zu finden.“

Die Termine

„Heimatfront“ ist die erste „Petrivision“ am Sonnabend, 2. März, überschrieben, die von Stipendiatin Kerstin Klein mitgestaltet wird; „Heimaterde“ steht am 6. April auf dem Programm, Mitwirkende ist Daria Carobene;„Heimatlied“ wird am 4. Mai von Lea Kollath gestaltet; „Heimatschutz“ steht am 1. Juni an – dann mit Lisa Renn; „Heimatliebe“ ist für den 6. Juli mit Teresa C. Ramming geplant.

Heimatmuseumsteht zur Museumsnacht am 31. August an, „Heimatsuche“ am 5. Oktober, „Heimatbild“ am 2. November und „Heimatfest“ am 23. Dezember. Die Akteure für die letzten vier Veranstaltungen sind noch nicht bekannt.

Beginn ist jeweils um 23 Uhr in St. Petri.

Kurze Impulse

Zur ersten „Petrivision“ 2019 wird Stipendiatin Kerstin Klein über Briefe der Familie von Thomas Mann den Bezug zur „Heimatfront“ herstellen. Die junge Autorin und Poetry Slammerin Maria Odoevskaya ist mit ihrem Text „Kein Ort an dem man bleibt“ vertreten, Bernd Schwarze wird religionsgeschichtliche Hinweise zum Thema geben. Es seien drei Impulse von jeweils rund sechs Minuten, sagt Schwarze.

Musikalische Begleitung

Begleitet wird der Abend musikalisch von Jörg Sellerbeck, dem Quartett „Alphornbläser zwischen den Meeren“, dem Lübecker Kammerchor unter der Leitung von Andreas Krohn sowie dem „Klangrauschen“-Ensemble mit Ninon Gloger, Daniel Sorour und Olaf Koep.

Sabine Risch