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Lübeck 15 Millionen Euro fürs Rathaus: Lübeck ist schön – aber teuer
Lokales Lübeck 15 Millionen Euro fürs Rathaus: Lübeck ist schön – aber teuer
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18:27 18.11.2019
Lübecks Rathaus: Die Renaissancetreppe soll saniert werden. Einen schlechten Zustand bescheinigt die Stadt dem historischen Bauwerk. Die Treppe führt von der Breiten Straße hinauf ins Rathaus – ist aber stets verschlossen. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Segen und Fluch: Die mittelalterlichen Gebäude auf der lübschen Altstadtinsel machen die Hansestadt Lübeck so schön. Ein Segen. Aber: Deren Erhalt verschlingt jährlich Millionen Euro. Das ist auch ein Fluch. Im Finanzplan 2020 sind wieder Millionen für die Sanierung der alten Gebäude reserviert. Unklar ist allerdings, ob die Projekte auch so realisiert werden.

Lübecks Rathaus: Sanierung für 15 Millionen Euro

Das lübsche Rathaus mitten im Herzen der Stadt ist teuer: Mehr als 15 Millionen Euro sind für die nächsten zwei Jahre eingeplant, um das historische Bauwerk zu erhalten. Die Stadt hofft dabei auf Geld vom Land. Am meisten Geld fließt in die Frischzellenkur des Rathaushofes: 7,7 Millionen Euro. Er soll rundum erneuert werden – mit den Läden im Erdgeschoss sowie den Büros im oberen Stockwerk. Bei dem Projekt hofft die Stadt auf Fördergelder. Außerdem: Der Brandschutz im gesamten Rathaus muss auf den heutigen Stand der Technik gebracht werden. Das verschlingt weitere 6,9 Millionen Euro. Geplant wird 2020 und 2021. Losgehen soll es 2022.

Lübecks schöne Mittelalter-Kulisse ist teuer. Denn ihr Erhalt kostet Millionen Euro.

Zwei weitere Projekte im Rathaus sind geplant: Die Fassade des Kriegsstuben-Anbaus soll saniert werden. Das kostet eine halbe Million Euro. 2020 wird geplant, 2021 und 2022 soll gearbeitet werden. Zudem erhält das Langhaus des Rathauses neue Fenster. Die alten werden gedichtet, die Rahmen gestrichen und die Bleiverglasung aufgearbeitet. Im Vergleich zu den anderen Projekten ist dieses relativ billig. Kosten: 60 000 Euro.

Die Renaissance der Renaissancetreppe

Die historische Renaissancetreppe am Lübecker Rathaus soll erneuert werden. Das Bauwerk ist in schlechtem Zustand. Teilweise löst sich die Oberfläche auf, einige Fenster sind undicht und Steine platzen ab. Mittlerweile ist das Ganze auch nicht mehr ganz sicher. Die Stadt hatte bereits 2018 in ihrem Finanzplan notiert: „Es kommt zu Abplatzungen an den Steinen, so dass der Zustand eine mögliche Verkehrsgefährdung nach außen darstellt.“ Kosten: 400 000 Euro. Geplant werden soll 2020 und 2021. Losgehen soll es 2022. Die Sanierung soll im Zuge der anderen Rathausprojekte angegangen werden. Die Stadt hofft auch bei diesem Projekt auf Geld vom Land.

Behnhaus braucht sieben Millionen Euro

Brandschutz für das Behnhaus: 7,1 Millionen Euro muss die Stadt in das Museum in der Königstraße investieren. Losgehen soll es im Frühjahr 2020. Fertig soll alles im Sommer 2023 sein. „Bei Nichtdurchführung müssen Teilbereiche gesperrt werden, welches zu einer Einschränkung des Museumsbetriebes führt“, haben die Experten im Finanzplan notiert. Auf dem Programm stehen: Fluchttreppen, Rauchschutztüren, Rauchabzug und die Erneuerung der Elektroanlage. Hinzukommen arbeiten am Bauwerk: Die mittelalterlichen Kellergewölbe sind feucht, die Fenster sind marode, die Lüftungsanlage veraltet – wie auch der Aufzug.

Katharinenkirche: Ganz schön wackelig

Die Katharinenkirche ist das Stiefkind unter Lübecks Altstadtkirchen: Die Backsteinbasilika aus dem 14. Jahrhundert ist die einzige, die der Stadt gehört – und die ist permanent klamm. Jetzt muss Lübeck wieder investieren. 2,9 Millionen Euro sind im Finanzplan der Stadt notiert. Geplant werden soll 2020. Die Sanierung ist für 2021 vorgesehen. Das Problem: Das gesamte Bauwerk ist instabil. So droht die Westfassade zur Straße zu kippen. Zwei Säulen im Hauptschiff haben Risse. Das Mauerwerk muss saniert und gesichert werden. Die Stadt hat bereits 2012 und 2013 die Kirche für 3,5 Millionen Euro saniert. Doch das hat offenbar nicht gereicht. Jetzt muss die Stadt wieder ran. Sie hofft darauf, dass der Bund die Hälfte der Kosten übernimmt.

Domkirchhof: Spätgotische Schauwand teils zerstört

Die denkmalgeschützte spätgotische Schauwand im Domkirchhof grenzt an das Archivgebäude der Stadt. Die Schauwand ist durch das Wetter und Salz bereits soweit geschädigt, dass „das Backsteinmauerwerk in großen Teilen bereits zerstört ist“, so die Stadt. Die Ursache der Feuchtigkeit hängt auch mit dem Archivgebäude aus den 1960er Jahren zusammen. Eine Sanierung würde 1,8 Millionen Euro kosten. Wegen Geldmangels wird die Schauwand zunächst einmal gesichert. Für die Voruntersuchungen von Schauwand und des sanierungsbedürftigen Renaissance Portals hat die Possehl-Stiftung 80 000 Euro gegeben.

Von Josephine von Zastrow

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