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Lübeck Lübecker Rathaushof wird zur Kulturmeile im Sommer
Lokales Lübeck Lübecker Rathaushof wird zur Kulturmeile im Sommer
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18:56 16.05.2019
Kultur im Herzen der Stadt: Aus dem Rathaushof wird ein temporäres Kunst-Projekt. Quelle: Timon Ruge
Innenstadt

Künstler in die Stadt: Jetzt ziehen Maler, Buchdrucker, Fotografen, Literaten, Musiker und Architekten in den Rathaushof. Allerdings nur im Sommer - von Anfang Juli bis Ende September. In den Räumen der dort leer stehenden Gastronomie zeigen Künstler ihre Werke und wie sie entstehen. Nach dem Motto: Kunst für alle. Damit soll Lübecks zentrale Schmuddelecke mit neuem Leben gefüllt werden. Das hat der Kulturausschuss beschlossen.

Kunstmeile für einen Sommer

Die Grünen freuen sich besonders, denn das war ihre Idee. „Dadurch wird dieser zentrale Ort für ein paar Monate etwas weniger trist und verwahrlost“, sagt Fraktionschefin Michelle Akyurt. „Der Rathaushof gehört zum Herzstück der Stadt und verdient eine attraktive Nutzung“, erklärt sie. „Es ist toll, dass die Verwaltung unseren Vorschlag aufgegriffen hat“, so Monika Schedel, kulturpolitische Sprecherin. Zwar sei diese Kunstmeile nur für einen Sommer geplant, aber die Aktion werde viele Ideen für die spätere Nutzung liefern.

Es war ihre Idee: Monika Schedel (Grüne) wollte Künstler in den Rathaushof holen, damit die triste Ecke belebt wird. Jetzt hat sie es geschafft. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Denn: Die Stadt will den Rathaushof komplett neu gestalten. Aber das dauert. Die Fördergelder gibt es nur, wenn alles zusammen hübsch gemacht wird. Baustart ist daher 2021 oder 2022. Der Rathaushof besteht aus einem 50er-Jahre-Anbau an das historische Rathaus. Er fasst das betonierte Viereck zwischen Markt und St. Marien ein. Der größte Laden in diesem Anbau steht seit Sommer 2017 leer, ein ehemaliges Restaurant. Das ist jetzt für die Künstler reserviert.

Die Bildergalerie zum Rathaushoffinden Sie hier.

Freude über den Erfolg der Grünen: Fraktionschefin Michelle Akyurt. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Die Stadt hat bereits Kontakt mit den Künstlern aufgenommen. Acht Gruppen und freie Künstler wollen mitmachen – darunter die Gemeinschaft Lübecker Künstler, die Gemeinschaft der Künstlerinnen (Gedok) und das Architekturforum. „Das Interesse ist groß“, sagt Nina Jakubczyk, Leiterin des Kulturbüros. Das Programm sei bereits fertig. Es wird Ausstellungen geben, Lesungen, Vorträge. Und vor allem: Die Künstler zeigen, wie sie arbeiten. So können Besucher zusehen, wie eine Diashow entsteht, wie eine Collage gefertigt oder ein Druck erstellt wird. Die Details des Programms würden Anfang Juni vorgestellt, so Jakubczyk. Denn es ist noch unklar, wie die frühere Gastronomie hergerichtet werden muss, damit die Künstler dort arbeiten können.

Lesen Sie mehr über den Rathaushof

Die allerersten Pläne für die Neugestaltung des Rathaushofes finden Sie hier.

Die Stadt hatte bereits einen Restaurantbetreiber gesucht, warum lesen Sie hier.

Warum die Neugestaltung des Rathaushofes länger dauert als geplant, steht hier.

Wie es um die Kultur in den Stadtteilen bestellt ist, lesen Sie hier.

Der Wermutstropfen: Der Hof selbst darf nicht genutzt werden. Es gab die Idee, dort Plastiken aufzustellen oder eine Performance zu machen. „Da muss aber die Feuerwehr lang fahren“, macht Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos) klar. „Wir können da gar nichts tun.“ Aber Schedel ist nicht überzeugt: „Früher hat die Gastronomie doch auch Stühle auf den Platz nach draußen gestellt.“ Weiher meint: „Ja, aber nicht auf der ganzen Fläche des Hofes.“

Umzug der Mitarbeiter des Buddenbrookhauses

Nach der Kunstmeile in diesem Sommer ist es vorbei mit der Kultur für alle. Dann ziehen die Mitarbeiter des Buddenbrookhauses in den Rathaushof. „Wir benötigen die Fläche des ehemaligen Restaurants“, sagt Hans Wißkirchen, Chef der Lübecker Museen. Der Umzug ist für November oder Dezember geplant. Bis dahin muss die Gastronomie in ein Büro verwandelt werden. Denn das Buddenbrookhauses schließt Ende des Jahres. Es wird saniert und teilweise neu gebaut. Daher brauchen die Mitarbeiter neue Räume – und das Buddenbrookhaus liegt unweit vom Rathaushof.

Zukunft des Rathaushofes noch unklar

Unklar ist aber weiterhin, was genau mit dem Rathaushof passiert, wenn er saniert ist, denn die Stadt will die Flächen vermieten. Dort soll wieder ein Restaurant eröffnen. Die Unabhängigen sind damit nicht einverstanden. „Wir wollen eine nicht-kommerzielle Nutzung“, sagt Fraktionschef Detlev Stolzenberg. „Wir wollen eine Alternative zu einem chinesischen oder griechischen Restaurant.“ Das Architekturforum hatte bereits ein Konzept vorgelegt. Sie wollen dort ein Zentrum für Baukultur schaffen. „Das würde Berge von Geld kosten“, meint Weiher. Die Mieteinnahmen würde die Stadt brauchen.

Josephine von Zastrow

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