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Lübeck Revival der Brettspiele mit Ludo Liubice
Lokales Lübeck Revival der Brettspiele mit Ludo Liubice
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15:32 16.01.2019
Oliver (49) und Tina Benecke (48) vom Lübecker Spieleverein Ludo Liubice vor der heimischen Spielewand. Quelle: Cosima Künzel
Travemünde

Die Welt ist im digitalen Wandel, Online-Spiele boomen. Gleichzeitig wächst die Fangemeinde für analoge Brett- und Kartenspiele. Der Lübecker Spielverein Ludo Liubice hat 160 Vereinsmitglieder, besitzt eine Spielesammlung mit Hunderten Spielen und zu den 4. Travemünder Brettspieltagen werden wieder über 300 Gäste erwartet.

Gegründet wurde der Verein von einer Gruppe spielbegeisterter Freunde im September 2016. „Wir kamen einmal die Woche zusammen, um komplexe Brettspiele wie ,Francis Drake, zu spielen“, erinnert sich Gründungsmitglied Oliver Benecke (49). Es sei ein Zufall gewesen, dass sich sieben erwachsene Männer für Brettspiele begeisterten, fügt er lachend hinzu. „Ist ja fast ein bisschen wie Balletttanzen.“ Irgendwann dachten sich die Freunde, sie könnten doch ihre Frauen mit ins Boot holen. Aus Platzgründen traf man sich fortan im Clubhaus des TSV Travemünde und machte die Treffen öffentlich. Zu den ersten Travemünder Brettspieltagen kamen bereits 120 Gäste.

4. Travemünder Brettspieltage vom 18. bis 20 Januar

„Wir hatten alle unsere privaten Spiele dabei, zehn Umzugskartons“, so Benecke. Sie bauten Spiele auf, führten durch die Anleitungen und spielten mit. Das Konzept kam an. Inzwischen stehen am Wochenende, 18. bis 20. Januar, die 4. Travemünder Brettspieltage vor der Tür (travemuender.brettspieltage.de, Erwachsene pro Tag: drei Euro/gesamtes Wochenende 7,50 Euro, Kinder ab sechs Jahre pro Tag 1,50 Euro). „Die Gäste finden es toll, Spiele auszuprobieren“, sagt Tina Benecke (48), „und vor allem können wir die Regeln schnell und einfach erklären.“ Auch ein Flohmarkt mit gut erhaltenen Spielen steht auf dem Programm.

Auf den Tisch kommt die Vielfalt aus dem Fundus des Lübecker Spielevereins: komplexe Strategiespiele, unterhaltsamer Familienspaß, taktische Geschicklichkeitsspiele und Neuerscheinungen. „Wir sind kein Spieleclub mit irgendwelchen Nerds“, betont Benecke an Seite seiner Frau vor der Spiele-Wand zu Hause. „Wir wollen die Gesellschaftsspiele wieder gesellschaftsfähig machen – auch für Kinder und Jugendliche.“

Benjamin Paap spielt gerne „Zug um Zug“. Möglichst geschickt muss man hier seine eigenen Züge auf dem Brett platzieren, um vorgegebene Streckenverbindungen zu erfüllen. „Damit bekommen wir auch Oma und Opa an den Tisch und Rian lernt je nach gespielter Variante ganz spielend noch einiges über die Geographie von Deutschland, Europa oder der ganzen Welt.“ Quelle: Privat

Vorstandsmitglied Benjamin Paap ist im Verein für Kinder- und Jugendförderung zuständig. „Als Softwareentwickler verbringe ich einen Großteil meiner Zeit vorm Bildschirm – da kommt das kommunikative analoge Spielen als Abwechslung genau richtig“, erklärt er. Die Motivation des Familienvaters für die Vereinsarbeit ist außerdem, „Kinder und Jugendliche für das analoge Spiel zu begeistern und Alternativen zum Fernseher und den Konsolen zu schaffen“.

Neben den Travemünder Brettspieltagen veranstaltet der Verein interne und öffentliche Spieleabende, sieben Mal pro Woche in und um Lübeck. Außerdem nehmen sie an Turnieren teil. Zum ersten Lübecker „Siedler-von-Catan Ranglisten-Turnier“ mit Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft reisten 32 Teilnehmer zwischen zwölf und 55 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet an.

Anja Schnerr (30), Bibliothekarin in der Stadtbibliothek Lübeck. Sie empfindet den Verein als Bereicherung für Lübeck. Quelle: Cosima Künzel

Neu ist eine Kooperation mit der Stadtbibliothek. Am Freitag, 15. März, beteiligt sich das Haus an der „Nacht der Bibliotheken“, die in ganz Schleswig-Holstein stattfindet (nachtderbibliotheken.de). „Unter dem Motto ,mach es!’ sollen die Kunden den ganzen Abend Gelegenheit haben, bei uns im Haus aktiv zu werden und verschiedene Dinge selbst auszuprobieren“, erklärt Anja Schnerr von der Kinder- und Jugendbibliothek. An diesem Tag ist auch Ludo Liubice zu Gast und wird von 17 bis 22 Uhr Tische mit verschiedenen Gesellschaftsspielen für alle Altersgruppen betreuen. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Media Club“ oder beim Ferienpass könnte sich Schnerr weitere Kooperationen gut vorstellen.

Laut der Bibliothekarin sind Brett- und Kartenspiele nach wie vor beliebt und werden in der Bibliothek gut ausgeliehen. „Zurzeit haben wir mehr als 400 Kinderspiele im Bestand, zusätzlich gibt es über 60 Gesellschaftsspiele im Erwachsenen-Bereich. „Der große Vorteil des analogen Spielens ist das soziale Miteinander“, betont Schnerr. Gemeinsames Spielen in der Gruppe bringe viel Spaß, fördere die soziale Kompetenz und rege zur Kommunikation an. „Für Kinder ist es enorm wichtig, spielerisch den Umgang mit Siegen und Niederlagen zu erleben, um dadurch die Kompetenz zu erwerben, auch im richtigen Leben mit Niederlagen umgehen zu können.“ Daneben trainieren Spiele strategisches Denken, motorische Fähigkeiten oder Allgemeinwissen. „Insofern kann ich das Vorhaben des Vereins, das analoge Spielen zu fördern, nur begrüßen und empfinde den Verein als Bereicherung für Lübeck.“

Alle Infos über den Verein gibt es hier (www.ludo-liubice.de)

Cosima Künzel

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