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Lübeck Hilfe aus Lübeck für Notre-Dame
Lokales Lübeck Hilfe aus Lübeck für Notre-Dame
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12:00 14.07.2019
Schrecklicher Anblick: Die brennende Kathedrale am 15. April dieses Jahres. Quelle: dpa
Paris/Lübeck

 Stefan Wolf, Geschäftsführer von Natursteinwolf und Steinmetzmeister, ist in Lübeck vielen bekannt. Unter anderem deshalb, weil er gerne kommuniziert, auch über die sozialen Medien, und gerne netzwerkt. Doch der 42-Jährige, der mit seiner Familie in Scharbeutz lebt, brennt auch für sein Handwerk. Insofern nicht weiter verwunderlich, dass er jetzt zu den Ersten gehörte, die sich des Themas Notre-Dame annahmen. Er bietet persönliche Hilfe an und vermittelt Kontakte.

„Ein Meisterwerk unserer Zunft“

„Die Bilder der brennenden Notre-Dame in Paris waren für ganz Europa unerträglich. Für die Steinmetze jedoch brannte dort nicht nur eines der höchsten Kulturgüter Europas, sondern auch ein Meisterwerk unserer Zunft.“ Für den Lübecker ganz persönlich spielt noch etwas anderes eine Rolle: „Ich habe in meinem Zivildienst am Wiederaufbau der Frauenkirche Dresden mitgearbeitet, wo auch mein Meisterwerk an der Außenfassade zu sehen ist“, erklärt Wolf. Zudem habe er auch beim Wiederaufbau des Humboldt Forums/Stadtschloss Berlin mitgeholfen. „Das sind Sachen, die einen nicht loslassen.“

Diskussionen in Facebook-Gruppe

Stefan Wolf gehört einer Facebook-Gruppe von etwa 3000 Steinmetzen aus dem deutschsprachigen Raum an. Dort sei schon kurz nach dem verheerenden Brand in Notre-Dame diskutiert worden, wie man sich und seine Arbeit am Wiederaufbau einbringen könne. „Wir wollten das in vernünftige Bahnen lenken, weshalb ich mich an den Bundesinnungsverband deutscher Steinmetze gewandt habe“, so Wolf. Schließlich gebe es eine Menge zu organisieren und zu planen.

60 Werkstätten sagen Hilfe fest zu

Nach einer ersten Abfrage hätten etwa 60 Werkstätten verbindlich ihre unentgeltliche Mitarbeit am Wiederaufbau der Kathedrale zugesagt. Die sehe dann so aus, dass die Werkstätten das Material gestellt bekämen, nach einer Zeichnung das Werkstück für Notre-Dame fertigen und auf eigene Kosten in Paris anliefern.

Noch keine Anfragen aus Frankreich

Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Aktuell ist mit dem Beginn der Bauarbeiten nicht zu rechnen. Und: „Bisher haben wir keine konkreten Hilfsanfragen aus Frankreich erhalten“, sagt Sybille Trawinski, Geschäftsführerin des Bundesverbands Deutscher Steinmetze. Allerdings habe es über den Zentralverband des Deutschen Handwerks von der französischen Seite der Kammern die Idee gegeben, eine Lehrbaustelle aufzubauen. Trawinski: „Wir haben dies begrüßt und werden von dort wieder etwas hören, sobald man einen Schritt weiter ist.“

Koordinierung im Staatsministerium für Kultur

Gemeinsam mit Bundesinnungsmeister Gustav Treulieb hat Trawinski bereits im Mai auch Prof. Barbara Schock-Werner angeschrieben, die von Kultur-Staatsministerin Monika Grütters beauftragt wurde, die deutschen Hilfsangebote für Notre-Dame zu koordinieren. „Das deutsche Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk nimmt verständlicherweise viel Anteil an dem Unglück in Paris, ist doch die Denkmalpflege ein wesentlicher Bestandteil unserer Aus- und Weiterbildung“, heißt es in dem Schreiben an Schock-Werner. Die Angebote deutscher Steinmetze reichten von konkreten Arbeitseinsätzen vor Ort über Arbeiten an gelieferten Stücken in den Betrieben bis hin zu möglichen Praktika der Ausbildungsstätten. Kultur-Staatsministerin Grütters bedankt sich zwar freundlich für die Angebote, bleibt aber unverbindlich. Man komme bei Bedarf wieder auf die Steinmetze zu.

„Von europäischen Steinmetzen errichtet“

Stefan Wolf geht jedoch davon aus, dass nicht nur deutsche, sondern auch andere europäische Steinmetze an oder für Notre-Dame arbeiten werden. Die Kathedrale sei nicht nur ein Meisterwerk europäischer Steinmetzkunst, sondern sei seinerzeit – 1163 bis 1345 – „auch von europäischen Steinmetzen“ errichtet worden. Für den Lübecker ist es „schön, zu sehen, wie solche Zunft wieder zusammenwächst.“

Sabine Risch

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