Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Lübecker Studenten bauen Rennauto
Lokales Lübeck Lübecker Studenten bauen Rennauto
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:20 24.04.2019
Die TH-Studierenden (v.l.) Dominik Jurk (21), Madleen Westphal (22), Vivian Vergin (27) sowie Christian Stenull (23) führen das Anschauungsobjekt aus Stralsund vor. Quelle: Lutz Roeßler
St. Jürgen

Genau zum Jubiläumsjahr – 50 Jahre Fachhochschule – sollte es fertig sein, das leistungsstarke Rennmobil. So hatten es sich jedenfalls die Initiatoren des studentischen Projekts an der damaligen FH, heute TH, im November 2017 gewünscht. Und auch wenn Jose Carlos Pereira und Henning Lückemeyer, die diese Idee aus den USA mit an die Trave gebracht hatten, den Campus inzwischen schon seit fast einem Jahr mit dem Master-Abschluss verlassen haben, wird wohl ihr Ziel erreicht. „Am Freitag, 7. Juni, um 18 Uhr haben wir unser Rollout im Bauforum. Da werden wir das Auto den Sponsoren präsentieren“, kündigt Vivian Vergin an. Die Maschinenbau-Studentin aus dem vierten Semester ist Captain des Teams „Seagulls Lübeck“, das von TH-Professor Sung-Won Choi tatkräftig unterstützt wird.

Die Planskizze: So soll das Teamauto der Seagulls Lübeck mal aussehen. Quelle: THL

Noch gibt es den Renner, der mal mit rund 70 PS bis zu 140 Stundenkilometer schnell sein soll, nur als Planskizze und in Einzelteilen, wie unter anderem Motor, Rahmen sowie diverse Elektrobauteile. „Anderthalb Monate bleiben uns noch für die Endmontage. Es ist zeitlich zwar ein bisschen eng, aber wir schaffen das“, zeigt sich ihr Kommilitone Christian Stenull – der „Teamleader Engineering“ – optimistisch. Gibt es Schwierigkeiten, können sich die insgesamt 43 jungen Leute aus über zehn unterschiedlichen Studiengängen der Technischen Hochschule – so viele machen inzwischen in den verschiedenen Projekt-Arbeitsgruppen mit – auch an einem schmucken Anschauungsobjekt orientieren.

Per Bertelsen (22, l.) und Daniel Menzel (21) üben schon mal den Reifenwechsel am Stralsunder Flitzer. Quelle: Lutz Roeßler

„So soll unser Premierenfahrzeug mal aussehen“, zeigt TH-Student Daniel Menzel, ebenfalls viertes Semester Maschinenbau, auf das blaugerahmte Mobil in Gebäude fünf, der TH-Maschinenhalle in der Bessemerstraße. Hier dürfen die Studierenden in Ruhe vor sich hin tüfteln. „Das Modell Baujahr 2014 ist eine Leihgabe des Teams ,Baltic racing’ der Hochschule Stralsund, das uns Starthilfe gibt. Die haben schon eine Menge Erfahrungen sammeln können“, berichtet Menzel. Schließlich mischen die Stralsunder bereits seit 20 Jahren bei dem internationalen Konstruktionswettbewerb „Formula Student“, einer Art weltweiten Rennserie, mit, und jedes Jahr muss ein neues Fahrzeug gebaut werden.

Ausdauertest als größte Hürde

Jedes Team entscheidet dabei selbst, an welchen „Challenge-Orten“ es teilnimmt. Unter anderem treffen sich alljährlich – als Höhepunkt für die deutschen Mitstreiter – schon seit 2006 Studierende aus aller Welt für eine knappe Woche am Hockenheimring, um in Formel-1-Atmosphäre ihre selbstkonstruierten Rennkisten miteinander zu messen. Dabei muss sich das Auto jeweils in verschiedenen Disziplinen beweisen. „Entsprechend gibt es zum Beispiel eine 75 Meter lange Beschleunigungsstrecke sowie eine Slalomstrecke. Die größte Herausforderung ist allerdings immer der 22 Kilometer-Ausdauertest. Das schaffen in der Regel nur ein Viertel der Teams“, weiß TH-Student Bastian Krügel. Entsprechend sei der Gewinner nicht zwangsläufig das Team mit dem schnellsten Fahrzeug, sondern die gelungene Kombination aus betriebswirtschaftlicher Ausarbeitung und ingenieurstechnischem Wissen.

Daniel Menzel (21, l.) und Johannes Soberger (19) tüfteln an dem Motor herum, der ursprünglich zu einem Motorrad gehörte. Quelle: Lutz Roeßler

„Das Projekt hat doch einen größeren Umfang angenommen, als wir uns das am Anfang alle vorstellen konnten“, gesteht Vivian Vergin, die seit 2017 dabei ist. Es sei zum Beispiel kompliziert in dem Sinne, „weil wir das Auto absolut sicher bauen müssen. So haben wir ein zirka 300-seitiges Regelwerk in englischer Sprache, dem wir gerecht werden müssen.“ Dafür sei es von großem Vorteil, dass man als Studierender alles selbst in die Hand nehmen könne und somit permanent in ein anspruchsvolles Praxisprojekt eingebunden sei. Die erste echte Bewährungsprobe wartet dann Mitte Juli in Österreich auf den studentischen Flitzer. Bis dahin hoffen die „seagulls“ aber noch auf Sponsoren. So fehlen ihnen momentan vor allem Rennanzüge, Helme sowie Feuerlöscher (mehr unter seagulls-luebeck oder per E-Mail an seagulls@th-luebeck.de).

Michael Hollinde

Politiker von fünf großen Parteien stellen sich den Fragen von 500 Schülern – Veranstaltung der Gemeinnützigen im Kolosseum komplett von Jugendlichen moderiert

28.04.2019

Die Naturbäder Marli und Falkenwiese schließen sich der Initiative „Nette Toilette“ an. Auch wer dort kein zahlender Badegast ist, kann in Zukunft die Toiletten kostenlos nutzen.

24.04.2019

Ab in die Charts: Die Lübecker Sängerin Lena Mainoi will mit deutschen Pop-Songs durchstarten

24.04.2019