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12:38 12.06.2019
Das Team Seagulls mit seinem selbst konstruierten Rennwagen „Möwe“. Quelle: Lena Modrow
Lübeck

Ein Gestell aus Stahl mit Rennreifen, eine Verkleidung aus Triplex-Kunststoffplatten und ein Sitz mit Lübecker Doppeladler – der Rennwagen, den Studenten der Technischen Hochschule entwickelt haben, ist fertig. Jetzt war offizielles „Rollout“ – die Vorstellung im Bauforum der Technischen Hochschule (TH), wo das Gefährt mit dem Namen „Sturmmöwe“ illuminiert und gefeiert wurde.

Jetzt war das offizielle Rollout, die feierliche Präsentation des Rennwagens im Bauforum der Technischen Hochschule. Quelle: Lena Modrow

Studentengruppe konstruiert Rennwagen

Denn die „Seagulls“, die Gruppe aus derzeit 35 Studierenden aus neun verschiedenen Studiengängen, hat seit der Gründung des Teams im Februar 2018 extrem viel Zeit investiert (die LN berichteten). Nicht nur ging es darum, „einfach“ ein Auto zu konstruieren und zu bauen. „Wir mussten uns um einen Businessplan, um das Sponsoring, um das Marketing und die Außenwirkung kümmern“, sagt Vivien Vergin. Die 27-jährige Maschinenbau-Studentin ist „Team Captain“ der Seagulls. Gerade kurz vor dem zuvor festgesteckten Rollout-Termin musste die Motivation der Truppe hochgehalten werden. Da die Zeit bis zum ersten Rennen knapp wurde, legten alle Beteiligten Nachtschichten ein. Der Team-Raum auf dem Campus wurde zum Schlaflager umfunktioniert, um zum Beispiel noch rechtzeitig Teile für den Wagen im 3-D-Drucker zu fertigen.

Die Studentengruppe „Seagulls“ der technischen Hochschule Lübeck (TH) hat einen Rennwagen konstruiert.

Unterstützung aus Hamburg, Kiel und Stralsund

Das zog an den Nerven. Und trotzdem: Die Gruppe, die das Ganze neben ihrem Studium macht, wuchs zusammen. „Wenn irgend etwas nicht klappte, waren plötzlich drei Leute da, die einem helfen wollten“, erzählt die Team-Kapitänin. „Ganz wichtig ist, dass die ganze Zeit alles in einem freundlichen Ton bleibt – und dass man, wenn etwas nicht klappt, sich nicht über Fehler ärgert.“ Unterstützung erhielten die Seagulls auch von vier weiteren Teams, studentischen Gruppen aus Hamburg, Kiel und Stralsund, die schon viel mehr Erfahrungen im Bauen von Rennautos haben als die erst jüngst gegründeten Seagulls. „Gerade die Stralsunder waren wie Eltern, die aufgepasst haben, dass wir keinen Quatsch machen“, erzählt Vivien Vergin. Da wurden Bau-Tipps und Teile ausgetauscht, zum Schluss auch in letzter Minute.

Härtetest auf dem Hockenheimring

Denn von Anfang an hatte das Team ein Ziel vor Augen: Das Auto für die sogenannte Formula Student, dem internationalen Konstruktionswettbewerb für Studenten, fit zu machen. Dabei treffen sich jedes Jahr im Spätsommer die Studi-Gruppen am Hockenheimring für den Wettbewerb. „Das wird der Härtetest für das Auto“, sagt der Team Captain. Unter anderem muss der Wagen 22 Kilometer Fahrt ohne Materialermüdung durchhalten. Aber die Seagulls hoffen auch, Punkte in anderen Kategorien zu sammeln, die nichts mit den Rennqualitäten zu tun haben – zum Beispiel beim Businessplan oder dem Design. Zuerst geht es nun nach Schwedt in Brandenburg, wo am Donnerstag die deutschen Teams aus dem Norden gegeneinander antreten. Wenn dann alles klappt, sind die Seagulls im August mit ihrem Wagen auf dem Hockenheimring dabei.

Jedes Jahr ein Rennauto

„Unser Motto war ja ‚Keep it simple‘“, sagt Vivien Vergin, die weltweit die erste Frau an der Spitze eines Formula Student Teams ist. „Deshalb haben wir nun bei unserem ersten Modell auch auf Sicherheit und günstige Materialien gesetzt.“ Rund 260 Kilo ist das Auto schwer, hat 70 PS und kann rund 140 Stundenkilometer schnell fahren. „Es hat jetzt einen Materialwert von rund 40 000 Euro“, sagt Bastian Krügel, der unter anderem für das Sponsoring zuständig war. 25 000 Euro sowie Materialien und Elektrobauteile konnten die Seagulls von Unterstützern einwerben. Aber es soll weitergehen: Mit knapp 250 000 Euro Projektkosten bis ins Jahr 2021 rechnet das Team. Vergin: „Ab jetzt soll jedes Jahr ein Rennauto gebaut werden.“ Weitere Infos unter: www.seagulls-luebeck.de

Lena Modrow

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