Lübecker spenden 105 000 Euro für Annas Arme
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Lübeck Überwältigende Hilfsbereitschaft: Lübecker spenden 105 000 Euro für Annas Arme
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Lübecker spenden 105 000 Euro für Annas Arme

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10:00 15.04.2021
Anna von der Ahe mit ihrer Tochter Mia und ihrem Lebensgefährten Marvin Biel.
Anna von der Ahe mit ihrer Tochter Mia und ihrem Lebensgefährten Marvin Biel. Quelle: hfr
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Die Erfüllung ihres größten Wunsches ist ein Stück näher gerückt: Anna von der Ahe, die junge Lübecker Mutter, die infolge einer Hirnhautentzündung Arme und Beine verlor, bedankt sich bei vielen Helfern für Spenden in Höhe von 105 000 Euro. Mit diesem Geld kann sie sich intelligente Prothesen anschaffen.

Ein Jahr lang auf der Intensivstation

Mehr als zwei Jahre ist es jetzt her, seit Anna von der Ahe von einem schweren Schicksal getroffen wurde. Die junge Lübeckerin erkrankte an einer Meningokokkensepsis mit einem sogenannten Waterhouse Friederichsen Syndrom. Der Krankheitsverlauf hatte für die junge Mutter schlimme Folgen. Ihr mussten Arme und Beine amputiert werden. Annas Leben und das ihrer Familie veränderte sich fortan. Ein Jahr lang war Anna von der Ahe auf der Intensivstation. Jetzt lebt sie mit Ihrer kleinen Familie in ihrer Wohnung und ist auf eine 24-Stunden-Rundumbetreuung angewiesen. Was die Frau früher ohne Probleme bewerkstelligen konnte, kann sie nun ohne Hilfe nicht mehr schaffen.

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Anna: „Wir sind sprachlos und überwältigt“

„Die Wunden sind noch längst nicht verheilt, und die erwünschten Prothesen sind somit noch in weiter Ferne, obwohl das hierfür benötigte Geld durch die großartige Spendenaktion schon angesammelt ist“, sagt von der Ahe. Doch jetzt möchte sich die junge Familie bei allen engagierten und ideenreichen Helfern und Spendern bedanken. „Wir sind sprachlos und überwältigt von der großzügigen Spendenbereitschaft der vielen Mitmenschen, die sich spendabel und solidarisch für die schicksalhafte Lebenssituation von Anna und ihrer Familie gezeigt haben“, sagt der Vater, Jochen von der Ahe. „Was für eine großartige Erfahrung, die wir durch die Helfer machen dürfen“, so von der Ahe.

Große Helferliste

Groß ist die Liste jener Menschen und Institutionen, die nach Kräften geholfen haben: „Ein ganz großes Danke von Herzen geht ganz besonders an die Initiatorin der Spenden- und Hilfsaktion, die Vorsitzenden des Vereins „Schicksale die zu Herzen gehen", Angela Langholz und Hartwig Buscher“, sagt Anna von der Ahe. Diese beiden hätten der gesamten Familie schon in der Klinik geholfen und sie bei der langwierigen Durchsetzung ihrer Interessen gegenüber den einzelnen Kostenträgern, begleitet und unterstützt.

Benefiztour bis nach Australien

Viele andere haben geholfen, und ihnen allen will Anna von der Ahe danken: Jörg Drewing, der für sie einen Marathon lief, Maren Stellbrinck und die Dart-Spieler vom Bermuda Dart mit ihrem Sommerfest, die Zeitschrift „Piste“, das Taxiunternehmen Minicar, Tobias Hinz mit der Wirtschaftskanzlei HH, Regine Grosse und Kollegium mit den Eltern für die Blutspendenaktionen, dem Kindergarten von Mia Regine Grosse für die Blutspendenaktion, der Band von Frank Rockrohr und Barbara Schroer, die die Familie mit ihren Auftritten nicht nur musikalisch erfreut haben, Karsten Schwenn und Manfred Kaspers, die mit ihrem Campingbus sogar bis nach Australien gefahren sind und dadurch zusätzliche Spenden eingeworben haben – „und natürlich all den anderen fleißigen Spendern“.

Suche nach einem Eigenheim

Ein Traum der Familie sei es, ein Eigenheim mit allen technischen Raffinessen zu bauen, sagt Anna von der Ahes Lebensgefährte Marvien Biel: „Damit Anna ein kleines bisschen mehr ein selbstbestimmtes Leben führen kann.“ Anna selbst hat aber noch einen ganz anderen Wunsch: Sie appelliert an die Menschen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Von Rüdiger Jacob