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Lübeck Lucie Siegmund feiert ihren 106. Geburtstag
Lokales Lübeck Lucie Siegmund feiert ihren 106. Geburtstag
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09:44 24.12.2018
Noch immer zum Flirten aufgelegt: Lucie Siegmund an ihrem 106. Geburtstag mit Bürgermeister Jan Lindenau (39, SPD) im Heiligen-Geist-Hospital. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Flirten? Das hört nie auf. Auch nicht, wenn man 106 Jahre alt wird – wie Lucie Siegmund. Sie feiert ihren Geburtstag im Heiligen-Geist-Hospital. Denn sie lebt in dem städtischen Altenheim. Und die zufriedene Dame hat immer noch einen kecken Spruch parat.

„Was für ein hübscher Bürgermeister“, ruft Lucie Siegmund aus, als sie mit Jan Lindenau (SPD) die Sektgläser hebt. Sie freue sich sehr, dass er zu ihr als älteren Dame komme. Und in ihrem Gesicht wird ihr Mund zu einem breiten Lächeln. Die Geburtstagsgesellschaft aus entfernten Verwandten und nahen Nachbarn muss lachen. Und Lindenau meint: „Das werde ich meiner Frau erzählen.“ Ob des Komplimentes meint er: „Mehr Weihnachten kann es gar nicht geben.“ Immerhin: Die beiden trennt ein ganzes Leben – 67 Jahre.

Vor 106 Jahren sah die Welt anders aus

Und 1912 sah die Welt völlig anders aus. Geboren wurde Lucie Siegmund am 23. Dezember bei Kolin - östlich von Prag im heutigen Tschechien. Sie wuchs bei ihren Großeltern in einer Mühle auf. Eine glückliche Kindheit auf dem Lande. „Meine schönsten Jahre.“ Nach dem Ersten Weltkrieges kam die 13-Jährige zu ihren Eltern nach Konin, östlich von Posen im heutigen Polen. Sie war das älteste Kind und musste sich um ihre drei Geschwister kümmern. Ein schnelles Erwachsenwerden. „In Wirklichkeit kam ich mir in dieser Familie anfangs sehr fremd vor.“

Wäscherin, Schlosserin, Krankenschwester

Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie in der Wehrmachtswäscherei. Ihr Vater und ihre beiden Brüder kamen nicht zurück aus dem Krieg. Sie floh mit ihrer Mutter nach Berlin, arbeitete als Schlosserin und im Lazarett. Sie überlebte einen schweren Bombenangriff – fand aber ihre Familie nicht wieder. Nach dem Krieg machte ihre Schwester sie ausfindig und holte sie 1946 nach Lübeck. Dort arbeitete sie in der Fischfabrik Hawesta. 1954 heiratet sie Otto Siegmund. Sie kauften sich ein Haus in der Großen Gröpelgrube. Es war eine gute Nachbarschaft in dem Viertel. Ihr Mann verstarb 1982. Fast 30 Jahre lebte sie alleine in dem Häuschen. Dann zog sie 2010 nach nebenan ins Heiligen-Geist-Hospital.

Verabredung mit dem Bürgermeister

Lucie Siegmund gehört zu den fröhlichen Bewohnern des Altenheims – und nascht gerne. Deshalb hat Lindenau ihr was Süßes mitgebracht. Und eine Verabredung haben Lucie Siegmund und er auch schon. „Ich komme jetzt die nächsten sechs Jahre“, kündigt der Bürgermeister an. Denn so lange geht seine Amtszeit. Das Geburtstagskind ist angetan. Lindenau: „Ich nehme mir das fest vor – wenn sie mitmachen.“

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