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Lübeck Plastikfasten Teil 2: Lübeckerin sucht Mehrwegflaschen
Lokales Lübeck Plastikfasten Teil 2: Lübeckerin sucht Mehrwegflaschen
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15:35 17.03.2019
Plastikmüll der Zukunft: Supermärkte führen fast nur PET-Flaschen. Quelle: Friederike Grabitz
Lübeck

Eine meiner Kindheitserinnerungen ist das Klappern der Milchkanne, mit der meine Mutter mich zum Einkaufen schickte. Später wohnten wir in einem Dorf, da kam jeden Tag der Milchmann und tauschte am Tor leere Milchflaschen gegen volle aus. Wir Kinder stritten uns anschließend um die Sahne, die sich auf der Milch abgesetzt hatte.

Das ist erst wenige Jahrzehnte her. Heute kennen die meisten Kinder nur Supermarkt-Milch ohne Sahne, im Getränkekarton. Vor einer Woche habe ich begonnen, über die Fastenzeit kein Plastik zu kaufen. Da fiel mir auf, dass unser gelber Sack vorher immer zur Hälfte mit solchen Tetrapacks für Saft, Milch und Milchersatz-Drinks gefüllt war.

Getränkekartons: Schwer zu recyceln

Die Getränkekartons bestehen aus Papier, Aluminium und Polyethylen. Das macht sie zu problematischen Verpackungen: Als Verbundstoffe lassen sie sich nur schlecht recyceln. Die Deutsche Umwelthilfe hat berechnet, dass zwei Drittel in der Müllverwertung aussortiert werden müssen. Insgesamt kann etwa die Hälfte der Verpackungen im gelben Sack recycelt werden.

Kunststoffe landen im Meer

Die andere Hälfte landet in Deponien, in der Müllverbrennung oder in den Meeren, wo sich Kunststoff in riesigen Strudeln sammelt. Biologen finden Meerestiere, die mit vollem Magen verhungern, weil sie Plastikteile gefressen haben – auch in der Nord- und Ostsee. Nach einer Studie auf einem Greenpeace-Forschungsschiff sind sie aber nicht der größte Anteil des Mülls in den Meeren, sondern Plastikflaschen. Noch im Jahr 2470 werden sie dort schwimmen, denn eine PET-Flasche zersetzt sich erst nach etwa 450 Jahren. Zudem stehen Plastikflaschen im Verdacht, Chemikalien ins Wasser abzugeben.

PET verdrängt Glasflasche

Trotzdem haben sich die PET-Flaschen in kurzer Zeit durchgesetzt. In den Getränkeregalen der Discounter gibt es praktisch keine Glasflaschen mehr. Bei meinem Einkauf suche ich nach Pfandflaschen, denn sie haben die beste Ökobilanz, auch, weil sie meistens in der Region abgefüllt werden. Milch und Direktsaft in Pfandflaschen finde ich bei Rewe oder Edeka. „Wir hätten kein Problem damit, wenn alle Getränke wieder in Glas verpackt wären“, sagt Edeka-Filialleiter Thomas Lege. „Aber Markenprodukte werden am liebsten gekauft, und die sind nicht in Glasflaschen und oft auch nicht regional. Alle müssen sich bei dem Thema bewegen.“

Die Getränke in Pfandflaschen kosten etwas mehr als im Karton oder Plastik. Die Mehrkosten gleiche ich aus durch den Wassersprudler, den ich von einem Nachbarn bekommen habe. Sprudelwasser gibt es jetzt zum Nulltarif, und meine Edelstahlflasche ist sowieso eine treue Begleiterin.

Pfandbecher für Kaffee

Anders als die Wasserflasche habe ich meinen Coffee-To-Go- Becher nicht immer dabei, wenn ich ihn brauche. Dann ist das Pfandbecher-System praktisch, das die Stadt im Oktober eingeführt hat (die LN berichteten). Die Becher gibt es bisher bei den Bäckereien Allwörden, Landwege oder beim Studentenwerk an insgesamt 30 Verkaufsstellen. Der One-Fairtrade-Laden in der Königstraße macht auch mit und unterstützt außerdem den Verkauf von Kaffeepulver direkt ins Vorratsglas. „Wer ein eigenes Gefäß mitbringt oder unsere Tüten nochmals benutzt, bekommt zehn Gramm Kaffee oben drauf“, sagt Mitarbeiter Lucian Spitzner. „Etwa die Hälfte unserer Stammkunden nutzen das.“

Als Kind habe ich übrigens unterwegs Kakao-To-Go getrunken. Das war der leckerste Kakao überhaupt – in der 0,5 Liter Glasflasche.

Fünf Blogs für ein Plastik freies Leben unter: https://diefarbedesgeldes.de/so-einfach-ist-plastikfrei-leben/

Friederike Grabitz

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