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Lübeck Lübecks Altstadt: Das ist der Plan der Großen Koalition
Lokales Lübeck Lübecks Altstadt: Das ist der Plan der Großen Koalition
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17:54 20.08.2019
Lübecks wunderschöne Altstadt: Die Innenstadt wird völlig neu gestaltet. Das Motto: weniger Autos, mehr Plätze. Quelle: Timon Ruge
Lübeck

Die Frischzellenkur für die Altstadt steht. Jetzt hat die Große Koalition den Lübeck-Plan etwas modifiziert. Der sieht vor, dass die Altstadtinsel bis 2040 umgestaltet wird – in drei Stufen. Die Stadt hat vier Hauptprojekte und 16 weitere Projekte aufgelistet. Der Bauausschuss hat den Plan einstimmig abgesegnet – mit den Änderungen der Großen Koalition. Die Bürgerschaft entscheidet endgültig am 29. August.

Das sind die Änderungen der Großen Koalition

Das sind die Änderungen der Großen Koalition. Zwei wichtige Punkte wollen SPD und CDU anders haben als die Stadt. Nummer eins: Es soll einen Test geben für die Sperrung der Beckergrube. Von Fünfhausen bis zum Burgtor gibt es keine Durchfahrt mehr für Autos. Fahren dürfen dort nur Busse, Taxis, Fahrräder und E-Scooter. Das Limit ist Tempo 20. Durch die Sperrung fallen Parkplätze weg. Für die muss die Stadt an anderer Stelle Ersatz schaffen. Start soll März sein. Die Dauer: drei bis sechs Monate. Der Hintergrund: Vor dem Theater soll ein neuer Platz entstehen.

„Wir wollen den Theaterplatz“, betont SPD-Fraktionschef Peter Petereit. Quelle: Lutz Roeßler

„Wir wollen den Theaterplatz“, betont SPD-Fraktionschef Peter Petereit. Aber: „Wir müssen sehen, wie dann die Zufahrt zum Parkhaus Wehdehof klappt.“ Die Autofahrer können dann bis zur Straße Fünfhausen fahren und von dort ins Parkhaus. „Es kann sein, dass wir den Versuch immer wieder anpassen müssen“, sagt Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses.

„Es kann sein, dass wir den Versuch immer wieder anpassen müssen“, sagt Christopher Lötsch (CDU). Quelle: Lutz Roeßler

Die Stadt drückt etwas auf die Bremse. „Der Verkehrsversuch muss gelingen“, sagt Chef-Stadtplaner Karsten Schröder. Daher müssten die Bürger auch wissen, wie ein Theaterplatz der Zukunft aussehen kann. Er plädiert dafür, dass mit den Bürgern mehrere Varianten dazu erarbeitet werden. Eine davon soll dann provisorisch realisiert werden. Dann könne man den Verkehrsversuch starten.

Stadtgrabenbrücke soll jetzt schon gebaut werden

Nummer zwei: Die Stadtgrabenbrücke soll früher gebaut werden. Die Stadt will die Querung erst in fünf Jahren in Angriff nehmen – ab 2023/2024. Die Große Koalition sieht das anders. „Es ist notwendig, dass man da etwas macht“, betont Lötsch. „Das hat auch eine ökologische Komponente“, stimmt SPD-Verkehrsexperte Ulrich Pluschkell zu. Dafür soll die Sanierung der Holstenstraße auf fünf Jahre später verschoben werden. Die Stadt wollte damit schon jetzt beginnen.

Das ist der Plan für die Frischzellenkur der Lübecker Altstadt. Quelle: Jochen Wenzel

Neue Prioritäten

Neue Prioritäten setzt die Große Koalition auch bei ein paar kleineren Projekten. So soll das Quartier Wahmstraße und Krähenstraße aufgewertet und zum Hauptprojekt werden. Der Bereich Pferdemarkt/Parade soll in fünf Jahren an die Reihe kommen, nicht erst in zehn. Dafür wird der Pergamentmachergang um zehn statt fünf Jahre verschoben.

Unabhängige laden zur Debatte

Was sagen die Bürger zum großen Lübeck-Plan? Das wollen die Unabhängigen wissen. Daher lädt die Fraktion am Mittwoch, 21. August, um 16 Uhr in die Kleine Börse ins Rathaus. Dabei geht es um den Plan für die Umgestaltung der Lübecker Altstadtinsel. Im Verwaltungsdeutsch „Rahmenplan Innenstadt mit Mobilitätskonzept“ genannt. Der Lübeck-Plan ist von Bürgern mitgestaltet worden – in Workshops und durch Online-Befragungen. Dennoch wollen die Unabhängigen das Ergebnis noch einmal diskutieren. Chef-Stadtplaner Karsten Schröder und Projektleiterin Julia Lindfeld von der Stadt sind mit von der Partie. Der Eintritt ist frei.

Kosten, Erfolg, Parkplätze und Klimaschutz

Hinzukommen vier Punkte, die den gesamten Lübeck-Plan betreffen. Die Kosten für jedes der 20 Projekte sollen aufgelistet werden. Bis Juni 2020 hat die Stadt dafür Zeit. Die Projekte sollen einzeln untersucht werden, wenn sie realisiert worden sind. Die Frage dabei: Ist das Projekt erfolgreich – ja oder nein? Die Stadt soll alle wegfallenden Parkplätze in der Altstadt woanders neu schaffen. Und: Der gesamte Lübeck-Plan soll bis September 2021 um das Thema Klimaschutz ergänzt werden.

Von Josephine von Zastrow

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