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Lübeck Lübecks Bürgermeister will Gebäude der Bundesbank am Holstentor kaufen
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16:47 08.11.2019
Alt- und Neubau der Bundesbank am Holstentor will die Stadt kaufen, um dort die Bauverwaltung sowie die Sammlung der Völkerkunde unterzubringen. Quelle: Lutz Roeßler
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Lübeck

Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung stehen vor einem großen Umzug. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) will die auf 30 Standorte verteilte Verwaltung in größeren Einheiten bündeln, kleine Einheiten aufgeben und sich von maroden Gebäuden trennen. Lindenau muss knapp 300 zusätzliche Mitarbeiter unterbringen, zudem kosten kleine Verwaltungseinheiten viel Geld.

Welche Gebäude die Stadt aufgibt und wo sie mietet oder neu baut:

Größter Coup: „Wir überlegen, dieBundesbank-Gebäude am Holstentor zu kaufen“, sagt der Verwaltungschef, „sowohl den Alt- als auch den Neubau.“ Wenn die Bundesbank 2021 dort auszieht, stehen der Verwaltung auf einen Schlag 7000 Quadratmeter zusätzlich zur Verfügung. Die Hansestadt hat sich ein Vorkaufsrecht gesichert. Die Entscheidung über den Deal, der die Stadt einen niedrigen, einstelligen Millionenbetrag kostet, trifft die Bürgerschaft.

Verwaltung direkt neben dem Holstentor

„Die Gebäude liegen zentral, verfügen über eine Tiefgarage, sind gut an den ÖPNV angeschlossen, und die Bausubstanz ist ausgezeichnet“, erklärt Lindenau. Der mehrstöckige Tresor der Bundesbank soll das Archiv der Bauverwaltung und die Exponate der Völkerkundesammlung aufnehmen. „Stadtverwaltung direkt neben dem Holstentor – das passt“, sagt der Rathaus-Chef.

Zur Finanzierung will Lindenau die Gebäude der Bauverwaltung am Mühlendamm aufgeben und die Flächen für den Wohnungsbau zur Verfügung stellen. Der bauliche Zustand der dortigen Gebäude sei desolat, heißt es im Zwischenbericht Raumplanung, den Lindenau in diesem Monat den Politikern vorlegt.

Stadtarchiv kann mit Beständen ins Zeughaus gehen

Weiterer Vorteil: Wenn die städtischen Mitarbeiter, die bislang im Zeughaus ihre Büros haben, in den Bundesbank-Gebäuden untergebracht sind, kann das Zeughaus für die Erweiterung des Stadtarchivs genutzt werden. „Die Platzprobleme des Stadtarchivs wären gelöst und wir würden Millionen für einen Umzug sparen“, erklärt der Bürgermeister, „das Thema Wissensspeicher ist damit erledigt.“

Verwaltung: Zahl der Beschäftigten wächst

3515 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zählte die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr. Das geht aus dem städtischen Personalbericht hervor. Die Zahl der Beschäftigten wächst weiter, weil in diesem und im nächsten Jahr insgesamt fast 300 neue Stellen geschaffen werden. Allein für die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes für Behinderte schafft die Hansestadt um die 50 zusätzliche Stellen. In den kommenden 15 Jahren geht rund die Hälfte der jetzt Beschäftigten in den Ruhestand.

Der große Umzug umfasst aber noch viel mehr Behörden. Das „Schrotthaus“ in der Fischergrube wird komplett leergezogen und als Verwaltungsstandort aufgegeben. „Das kann man niemandem mehr anbieten“, sagt Lindenau. Auch das alte Kreuzfahrtterminal in der Hafenstraße und ein Gebäude in der Hartengrube sollen verkauft werden.

Verwaltungszentrum wird das soziale Rathaus

Dafür sollen städtische Mitarbeiter ins Palais Rantzau an der Parade ziehen, in dem bislang das Schleswig-Holstein Musik Festival residierte. Lindenau will auch neue Objekte mieten – in der Mengstraße und der Straße Fünfhausen. „Meine Maxime lautet, ich miete nur unter zehn Euro der Quadratmeter.“

Das Verwaltungszentrum Mühlentor mit 515 Arbeitsplätzen soll zum „sozialen Rathaus“ werden, in dem die Abteilungen für Schule, soziale Sicherung und Jugendhilfe sitzen. Möglich wird das, wenn der Fachbereich Umwelt und Inneres nahezu komplett in die Königpassage umzieht.

Stadt hat früheren Luftschutzbunker gekauft

Große Pläne hat die Verwaltung auch für die Dr.-Julius-Leber-Straße. Das Vorderhaus, in dem noch das Stadtteilbüro Innenstadt sitzt, soll saniert werden. Das dahinter liegende Gebäude, in dem beispielsweise die Verkehrsüberwacher untergebracht sind, soll zugunsten eines Neubaus abgerissen werden. „Wir haben auch den Bunker vom Bund gekauft“, berichtet Lindenau. Der soll ebenfalls durch einen Neubau ersetzt werden.

Parallel muss die Verwaltung in den nächsten zehn Jahren den Neubau einesVerwaltungszentrums planen und umsetzen. Das hat die Bürgerschaft beschlossen. Nach groben Schätzungen würde das 20 bis 25 Millionen Euro kosten. „Wir brauchen jetzt Übergangslösungen“, sagt Lindenau, „alle neu abgeschlossenen Mietverträge werden auf zehn Jahre fixiert.“

Von Kai Dordowsky

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