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Lübeck Neuer Verkehrsversuch am Lindenteller
Lokales Lübeck Neuer Verkehrsversuch am Lindenteller
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19:01 21.02.2019
Vor der Altstadtinsel: Die Ausfahrt aus dem Lindenteller in die Moislinger Allee soll schmaler werden. Dagegen protestieren die Baupolitiker. Jetzt startet ein Test. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Streit um den Lindenteller: Jetzt startet ein Verkehrsversuch. Voraussichtlich innerhalb der nächsten Wochen soll der Test beginnen. Das genaue Datum stehe aber noch nicht fest, so die Stadt. Es geht um die Ausfahrt aus dem Kreisverkehr in die Moislinger Allee. Die Stadt will nur eine Fahrspur, die Politiker hingegen zwei. Betroffen sind täglich 14 000 Wagen, die durch die Moislinger Allee fahren.

SPD befürchtet Staus

Eine oder zwei? Das ist die Frage. „Wir brauchen zwei Fahrspuren“, ist die klare Antwort von SPD-Verkehrsexperte Ulrich Pluschkell. Der Grund: Dann gibt es Platz für zwei Wagen, die aus dem Lindenteller in die Moislinger Allee einbiegen wollen. Seine Befürchtung: Wenn nur eine Fahrspur aus dem Kreisverkehr führt, stauen sich die Autos im Kreisel, so dass die Busse vom Zob nicht mehr von der Hansestraße über den Lindenplatz in den Lindenteller einbiegen können.

Kein ordentlicher Test

Die einspurige Variante sollte getestet werden – eigentlich. So hatte es der Bauausschuss bereits vor einem Jahr beschlossen. Aber: „Das ist aber nur ein paar Stunden probiert worden“, ärgert sich Pluschkell. Im vergangenen April, an einem Vormittag. „Wir brauchen einen Versuch über mehrere Wochen“, fordert der SPD-Mann. Der Bauausschuss stimmt einhellig zu. „Das Ganze ist eine völlig unglückliche Planung“, sagt Roland Vorkamp (Grüne). „Ich weiß gar nicht, wie die Stadt darauf kommt, den Stauraum für die Autos zu begrenzen.“

Zweiter Engpass

Hinzu kommt: Völlig überraschend hat die Stadt ihre Pläne geändert – auch noch an anderer Stelle. Dabei geht es um die Einfahrt von der Moislinger Allee in den Lindenteller. Es handelt sich um dasselbe Thema: Es gibt zwei Fahrspuren, die in den Kreisverkehr hineinführen. Jetzt soll auch hier aus zwei Spuren, eine werde. Das hat die Unfallkommission Mitte Dezember beschlossen. Doch dieses Gremium kennt keiner der Baupolitiker. „Wer ist das überhaupt? Und welche Befugnisse hat das Gremium?“, will Pluschkell wissen. Bausenatorin Joanna Hagen (parteilos): „Die Kommission muss etwas sagen, wenn es um Unfallschwerpunkte geht.“

Unfallschwerpunkt Lindenteller

Große Verwunderung bei den Politikern, denn der Lindenteller ist seit Jahren Unfallschwerpunkt. Warum die Kommission nun genau zu diesem Zeitpunkt sich zu dem Kreisverkehr äußert, kann die Stadtverwaltung nicht beantworten. Klar ist: Die Baupolitiker wollen an dieser Stelle ebenfalls zwei Fahrspuren behalten. Eine pragmatische Lösung schlägt CDU-Mann Andreas Zander vor: „Dann nehmen wir diesen Teil aus dem Bauprojekt einfach heraus.“

Neugestaltung Moislinger Allee

Die Ein- und Ausfahrt in den Lindenteller gehört zu einem großen Bauprojekt – der Neugestaltung der Moislinger Allee. Der Umbau der Straße kostet 8,135 Millionen Euro. Das Land zahlt davon 4,75 Millionen Euro. Der Anlass für die Neugestaltung liegt 15 Jahre zurück: Damals wurde für das Unternehmen Dräger die Finkenstraße gesperrt, sie ist dort ansässig. Um die damals täglich 16 000 Wagen aus der Finkenstraße aufzunehmen, sollte die Moislinger Allee umgebaut werden.

So soll die Straße aussehen

Der Plan ist alt – und hat sich geändert. Auch weil sich die Vorschriften geändert haben. Daher wird in der Moislinger Allee nun der erste Mehrzweckstreifen in Lübeck gebaut. Heißt: Es gibt eine Fahrspur in jede Richtung und in der Mitte einen weiteren Streifen. Der ist farblich abgesetzt und für die Linksabbieger gedacht, so dass es keinen Rückstau hinter den abbiegenden Autos gibt. Außerdem kann die Spur genutzt werden, um einen Bus an der Haltestelle zu überholen.

Fertig soll alles 2021 sein

Der erste Abschnitt der Moislinger Allee ist bereits seit 2005/2006 fertig – von der Kreuzung Töpferweg/Finkenstraße bis zur Lachswehrallee. Dann dauerte es Jahre, bis die Stadt Grundstückseigentümer enteignet hat, um den Rest der Moislinger Allee auszubauen. Jetzt muss die Stadt sich sputen und noch in diesem Jahr mit dem zweiten Abschnitt zwischen Lindenteller und Lachswehrallee beginnen. Sonst muss die Stadt das Geld vom Land zurückzahlen. Fertig soll alles 2021 sein.

Josephine von Zastrow

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