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Lokales Lübeck Lübecks Neubürger aus der ganzen Welt
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19:31 22.11.2018
Rashmir (v. l.), Prisha und Dinesh Singh aus Indien sind ab sofort Deutsche. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Ann Segura aus Peru hat ihren Partner Matthias Homann beim Salsa-Tanzen in einer Bar in der Innenstadt kennengelernt. 2004 kam Segura aus ihrer Heimat nach Deutschland, absolvierte einen Deutschkursus und blieb dann in Lübeck. Jetzt ist sie Deutsche, so wie 227 weitere Menschen aus 56 Nationen. Lübeck richtete zum 13. Mal eine Einbürgerungsfeier aus. Diesmal eine so große, dass Neubürger und Verwaltung spontan vom Rathaus in die MuK ausweichen mussten. Über 200 Neu-Deutsche, Neu-Lübecker und ihre Angehörigen zelebrierten die Einbürgerung mit Deutschland-Fahne, Deutschland-Lied und abschließend einem Weihnachtslied.

Lübeck freut sich auf Sie“, begrüßte Innensenator Ludger Hinsen (CDU) die neuen Landsleute und hatte sichtlich Spaß bei diesem formellen Akt. Eine Russin fiel ihm um den Hals, eine Ungarin hielt ihre kleine Tochter bei der Übergabe der Urkunde auf dem Arm und die kleine Luisa trug einen schwarz-rot-goldenen Kranz auf dem Haar. Alle wollten auch ein Foto mit Hinsen, der jetzt in zahllosen Familienalben verewigt wird.

Lübecks Neubürger aus aller Herren Länder

Dinesh Singh aus Indien wurde mit seiner ganzen Familie eingebürgert. „Wir sind seit 2010 in Deutschland“, erzählte der Dräger-Mitarbeiter, „meine Firma wollte, dass wir nach Deutschland umziehen.“ Den Einbürgerungstest haben die vier Inder locker absolviert. Dinesh Singh: „Das ist der einzige Test, bei dem ich 100 Prozent erreicht habe.“

Bis zur Einbürgerung sei es ein weiter Weg, beschrieb Melanie Wöhlk, Bereichsleiterin Melde-, Gewerbe- und Verkehrsangelegenheiten (dazu zählt auch die Ausländerbehörde) das Verfahren. Die Menschen müssen in der Regel acht Jahre in Deutschland leben, ihren Lebensunterhalt sichern können, die Sprache lernen und eben den Einbürgerungstest bestehen. „Mit der Einbürgerungsurkunde ist man Deutscher oder Deutsche“, sagte Wöhlk, „damit können die Menschen deutsche Pässe beantragen. Das ist dann die Krönung der Integration.“

Eine Hand voll Briten

Die Hansestadt wolle sich an einer großen Einbürgerungskampagne des Landes beteiligen, erklärte die Behördenchefin, „wir wollen noch mehr Einbürgerungen erzielen.“ In diesem Jahr sind es 228, im Vorjahr waren es 232. Vor zwölf Jahren waren es laut städtischer Statistik auch schon mal 650. Lübeck brauche diese neuen Landsleute, erklärt Wöhlk mit Blick auf den Fachkräftemangel. Innensenator Hinsen erhofft sich durch die „Menschen aus aller Herren Länder“ aber auch engagierte, neue Mitbürger. „Wir erwarten auch viel von Ihnen“, erklärte der Senator den Neu-Lübeckern. Hinsen hofft, dass sich die frisch gekürten Deutschen in Parteien, Kirchen, sozialen Organisationen und Sportvereinen engagieren.

Unter den 59 Neu-Lübeckern, die sich für die Einbürgerungsfeier angemeldet hatten, war gleich eine Hand voll Briten. Frage an Jeremy Richter, der den Namen seiner deutschen Frau angenommen hat: „Liegt es am Brexit?“ Durchaus, sagt der Neu-Lübecker, der die Hälfte seines Lebens in England und die andere in Deutschland verbracht hat und dessen Kinder in Hamburg leben. Richter: „Für die jungen Briten ist der Brexit schlimm.“

Die Feier schloss mit dem Sprechen eines „feierlichen Bekenntnisses“, dem Absingen der Nationalhymne und – weil Lübeck sich schon voll in Weihnachtslaune befindet – mit dem Weihnachtslied „Stille Nacht“.

Kai Dordowsky

Die Possehl-Stiftung zeichnete die herausragenden Abschlussarbeiten des Jahres aus. Der Ingenieur-Preis ging an Steffen Hellmann. 70 Gäste kamen zur Feierstunde in den Audienzsaal des Rathauses.

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