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Lübeck Lübecks Segelflieger verlassen Blankensee
Lokales Lübeck Lübecks Segelflieger verlassen Blankensee
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19:55 18.03.2018
Blicken jetzt in eine gemeinsame Zukunft: Rüdiger Kosemund, Torsten Maaß und ACVL-Geschäftsführer Peter Jakobs (v. l.). Quelle: Rüdiger Jacob
St. Jürgen

„Für uns war das eine strategische Entscheidung“, formuliert es Vereinschef Rüdiger Kosemund. Zuvor hatten sich der ACVL und der Flughafenbetreiber intensiv über den geplanten Ausbau des Flughafens unterhalten, um „nach einer für beide Seiten tragfähigen Lösung zu suchen“, sagt Kosemund. Die scheint jetzt gefunden: Drei Jahre hat der Club Zeit, um umzuziehen und sich eine neue Zukunft zu schaffen. Mit finanzieller Unterstützung des Flughafens will der Aeroclub ein neues Segelflugzentrum in Wahlstedt im Kreis Segeberg gründen. Wie viel Geld der Eigner des Flughafens, Winfried Stöcker, dafür an die Segelflieger gezahlt hat, war für die LN auf Anfrage nicht zu erfahren.

Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Segelflieger im Konzert der Verkehrs- und Geschäftsfliegerei stets das letzte Glied der Kette darstellten. In der Vergangenheit hätten sie nach Aussage der Flieger oft am Boden bleiben müssen, um den anderen Fliegern den Vorrang zu lassen. „In Wahlstedt gibt es solche Hindernisse nicht“, sagt Kosemund. Die Mitglieder des 1950 gegründeten Segelflug-Vereins hatten durch Eigenleistung und Engagement nicht nur einen modernen Flugzeugpark aufgebaut, sie hatten auch eine eigene Infrastruktur geschaffen.

„Parallel hat sich seit dem Jahr 2000 aber auch der Luftverkehr weiterentwickelt und Blankensee steigende Flugbewegungen beschert“, sagt Vereinssprecher Florian Mösch. In absehbarer Zeit solle wieder für mehr Passagierverkehr gesorgt werden. „Allerdings birgt ein paralleler Flugbetrieb von Verkehrsflugzeugen und Segelflugzeugen ein gewisses Betriebsrisiko, weshalb der Segelflugbetrieb seit einigen Jahren nur noch eingeschränkt möglich war“, sagt Mösch.

„Die Segelflieger haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Mösch. „Denn viele Mitglieder wären gern an ihrem Heimatflughafen geblieben.“ Einer, der sich um den jahrzehntelangen Aufbau des Segelflugs in Lübeck einen Namen gemacht hat, wird deutlicher: „Unser Club ist ein Stück von Lübeck und gehört eigentlich hierher“, sagt Klaus Dehde. Seine Gefühle beschreibt der langjährige Segelflugpilot als „sehr gemischt“.

 jac

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