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Lübeck Stadtgraben: Neue Brücke – aber nicht für Autos
Lokales Lübeck Stadtgraben: Neue Brücke – aber nicht für Autos
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15:34 11.09.2019
Neue Querung: Die geplante Stadtgrabenbrücke soll den Bahnhof mit der Innenstadt verbinden. Quelle: Jochen Wenzel
Lübeck

Lübeck baut wieder eine Brücke: Die neue Stadtgrabenbrücke verbindet den Bahnhof mit der Innenstadt. Die Kosten werden auf 2,5 bis vier Millionen Euro geschätzt. 2021 könnte sie stehen. Geplant ist sie für Fußgänger und Radfahrer. Autos werden sie indes nicht queren. Eine Stadtgrabenbrücke für Autos dauert zu lange und ist zu teuer, so die Stadt. Das geht aus einem Papier der Bauverwaltung hervor. Es wird am Montag im Bauausschuss diskutiert.

Stadtgrabenbrücke für Autos: Ausbau der Straßen

Die Argumentation der Stadt: Die Straßen zur neuen Stadtgrabenbrücke müssten alle vergrößert werden – Werner-Kock-Straße und Willy-Brandt-Allee. Außerdem müssten Kreuzungen ausgebaut werden – zur Fackenburger Allee und Drehbrücke. Zudem: Ein Altenheim liegt direkt an der Werner Kock-Straße. Aber vor allem: Der Ausbau der Stadtgrabenbrücke für Autos sei nicht vereinbar mit dem neuen Lübeck Plan für die Altstadt.

Keine Stadtgrabenbrücke für Autos: Eine Alternative fordert jetzt CDU-Baupolitiker Christopher Lötsch. Denn die Altstadt müsse künftig auch für Autofahrer erreichbar sein. Quelle: Lutz Roeßler

CDU fordert eine Alternative

Unzufrieden mit dieser Argumentation ist CDU-Baupolitiker Christopher Lötsch. „Wir brauchen eine Alternative“, fordert er. Denn: „Die Innenstadt muss auch künftig erreichbar sein – für alle Verkehrsteilnehmer.“ So stehe es im neuen Lübeck Plan. Aber bisher gibt es für Autofahrer keine Lösung. Denn: Der Plan sieht vor, dass weniger Autos auf die Altstadtinsel fahren. Konkret: Die Beckergrube wird gesperrt, die Untertrave soll autofrei werden wie auch das Holstentor. Nur Busse und Taxen sollen dort entlang fahren dürfen sowie Autofahrer, die zu Parkhäusern wollen. „Wie soll die Altstadt erreichbar sein für Autofahrer?“ will Lötsch wissen. Vor allem wenn keine Autos mehr am Holstentor vorbei fahren dürfen, müssten sie irgendwie zur Innenstadt kommen. Beispielsweise um ihren Wagen im Parkhaus Wehdehof an der Straße Fünfhausen abzustellen.

Geplant vor 13 Jahren

Schon im Mai 2006 wurde die Stadtgrabenbrücke – vor 13 Jahren. Damals sollte sie 1,46 Millionen Euro kosten. Das Geld war schon im Finanzplan der Stadt reserviert. Aber die CDU stoppte das Vorhaben mit ihrer Mehrheit in der Bürgerschaft im August 2006. Grund: Die Stadtkasse war klamm – und die CDU wollte das Geld in die Sanierung von Schulen stecken.

Geplant war: Die Konrad-Adenauer-Straße hinter der IHK wird um 100 Meter als Fuß- und Radweg verlängert. Dann folgt die Brücke. Sie überspannt auf 40 bis 50 Meter den Stadtgraben und trifft auf der anderen Seite auf den Parkplatz an der Musik- und Kongresshalle (MuK).

Die Brücke sollte vier Meter breit sein und sich maximal 4,5 Meter neigen. Die Durchfahrtshöhe wurde mit 4,50 Meter angegeben. Damals war die Querung als Schrägseilbrücke konstruiert. Auf der Uferseite der MuK war ein 35 Meter hoher Stahlpfeiler vorgesehen. Daran sollte die Brücke mit sechs Seilen aufgehängt werden. Fünf in Richtung Konrad-Adenauer-Straße, eines zur MuK-Seite. Heute müssten die Pläne allerdings verändert werden. Zu viele Vorschriften haben sich in 13 Jahren geändert.

Zufahrt für Autos zur Altstadt

Die CDU hatte gehofft, dass die geplante Stadtgrabenbrücke auch für Autos gebaut werden kann. Damit wäre das Problem gelöst. Aber: „Wir müssen nicht unbedingt diese Brücke für Autos bauen“, betont Lötsch. Doch: „Wir brauchen eine Lösung.“ Diskutiert wurde bereits, dass auch die Straßen rund um die Marienbrücke geändert werden könnten. Dabei ging es um dieIdee eines neuen Verwaltungszentrums auf den Parkplätzen neben der Musik- und Kongresshalle (MuK).

Parkplätze für Altstadt-Bewohner

Für die Radfahrer sieht Lötsch den dringenden Bedarf an der neuen Stadtgrabenbrücke. „Für sie ist es gut, wenn die Querung möglichst schnell kommt“, sagt Lötsch. Aber: „Wir müssen auch diskutieren, wie Autofahrer künftig zur Innenstadt kommen.“ Das ist ihm wichtig. Genauso wir das Thema Parken in der Altstadt. Der Lübeck Plan sieht vor, dass die Hälfte der Parkplätze für Bewohner der Altstadt wegfällt. Bislang gibt es keinen Plan, irgendwo Ersatz dafür zu schaffen. Jetzt hatte der Bauausschuss den Neubau des Parkhauses am Holstentor beschlossen. Denn: „Man kann die Menschen nicht zwingen auf das Rad umzusteigen“, sagt Lötsch. „Das funktioniert nicht.“

Von Josephine von Zastrow

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