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Lübeck Lübecks TH und Uni wollen Abbrecherquoten senken
Lokales Lübeck Lübecks TH und Uni wollen Abbrecherquoten senken
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18:22 24.09.2019
Freihandzeichnen und das Bauen von Modellen sind Bestandteile der Kompaktwoche im Bauwesen. Esther Weidler und Felix Luft stellen sich dieser Herausforderung. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

So langsam läuft sich der Lübecker Hochschul-Campus wieder warm. Während die Technische Hochschule (TH) seit Anfang der Woche wieder ihren regulären Vorlesungsbetrieb aufgenommen hat, ist auch schon an der Universität gegenüber reges Treiben zu beobachten. Zwar ist die Erstsemesterbegrüßung erst am 7. Oktober, aber mittlerweile sind bereits die Vorkurse am Start. „Zwei Wochen bieten wir täglich sechs Stunden lang Mathematik als Auffrischung an. Dabei geht es um Inhalte der Sekundarstufe I“, sagt Prof. Jürgen Prestin.

Seit 2001 Vorkurse für Mint-Studierende

Der Chef des Uni-Instituts für Mathematik organisiert seit 2001 dieses Angebot für „Mint-Studierende“, also der Studienfachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Natürlich sei alles freiwillig, aber rund 80 Prozent der in Frage kommenden Zielgruppe nehme teil. „Alle sind fleißig dabei und motiviert. Und wenn jemand schon in dieser Anfangsphase Probleme hat, scheuen wir als betreuendes Team auch nicht vor klaren Ansagen zurück – dass man also die Wahl des Studienfaches noch mal überdenken solle“, versichert Prestin.

Prof. Dr. Jürgen Prestin Quelle: Wolfgang Maxwitat

Unterstützung für Studienanfänger ausdehnen

Angesichts hoher Studienabbrecherquoten – absolutes Negativbeispiel ist hier die Uni-Medieninformatik mit über 70 Prozent – schlägt er sogar vor, diese Unterstützungsangebote weiter auszudehnen. „Denn kaum beginnt der Studienbetrieb, lassen wir die Erstsemester allein und setzen auf ihre Selbstkompetenz“, sagt er, „dabei muss diese häufig erst reifen, sodass ich eine weitere, zeitlich begrenzte Begleitung durchaus begrüßen würde.“ Voraussetzung sei aber, dass der universitäre Mittelbau personell aufgestockt werde – „ansonsten ist das nicht zu leisten“, betont Prestin.

Orientierungsstudium ab 2020

Schon beim Jahresempfang der Universität im April warb Präsidentin Prof. Gabriele Gillessen-Kaesbach für die Ausweitung eines Orientierungsstudiums „Propädeutikum“. Dieses bietet die Hochschule an der Ratzeburger Allee schon für Geflüchtete erfolgreich an. Künftig soll es studienvorbereitend und besonders in den Mint-Fächern etabliert werden. „Die Vorbereitungen laufen, und der Start ist derzeit für das Sommersemester 2020 geplant“, kündigt die stellvertretende Uni-Pressesprecherin Elena Vogt an.

Das ist das Propädeutikum

Die Universität zu Lübeck hat erstmalig im Sommersemester 2016 ein Propädeutikum angeboten, dass studieninteressierte, geflüchtete Menschen auf ein Fachstudium an der Universität sowohl sprachlich als auch kulturell vorbereiten soll. Neben einem weiterführenden Deutschkurs (zwölf Wochenstunden) werden Unterrichtseinheiten in Mathematik, Informatik, Biologie und Chemie mit insgesamt 24 Wochenstunden angeboten.

Durch die überschaubare Gruppengröße von maximal 16 Teilnehmern ist eine individuelle und intensive Schulung gewährleistet. „Wer diese Möglichkeit der Vorbereitung nutzt, bekommt eine echte Chance, an der Universität zu bestehen“, sagt Matthias Holzum vom Propädeutikum.

Aufnahmeprüfung als Zulassungsvoraussetzung

Auch an Lübecks TH spürt man, dass Studienanfänger die Voraussetzungen für ein Studium deutlich schlechter als früher erfüllen. Entsprechend bringt Prof. Guido Neubeck, der im Fachbereich Bauwesen Baukonstruktion und Entwerfen lehrt, auch Aufnahmeprüfungen als Zulassungsvoraussetzung ins Spiel. „So könnte zum Beispiel Studienanfängern in der Architektur Enttäuschungen erspart bleiben. Immerhin haben bereits 25 Hochschulen in Deutschland diese Prüfungen eingeführt“, weiß der Diplom-Ingenieur.

Verpflichtende Kompaktwochen für Studienanfänger der Architektur

Sein Fachbereich bietet für Erstis zum Einstieg verpflichtende Kompaktwochen an. „Vertreten ist hier die Architektur mit 43 Studierenden, das Bauingenieurwesen mit 57 Studierenden sowie angehenden Energie- und Gebäude-Ingenieure in 32-er Stärke“, beschreibt er die Szenerie im Bauforum. Mit dabei ist Architektur-Studentin Skadi Gomoll. „Diese Art Einstieg ist durchaus hilfreich“, resümiert die 19-Jährige.

Skadi Gomoll (19), die ihr Architektur-Studium beginnt, lobt die Kompaktwocehn zum Studieneinstieg. Quelle: Lutz Roeßler

Und die angehende Bauingenieurin Esther Weidler sagt: „Als ich mich hier eingeschrieben habe, haben wir auch Zugangsdaten für den Mathe-Onlinekurs bekommen. Der war als Vorbereitung ebenfalls sehr gut“, bilanziert die 21-jährige ausgebildete Bauzeichnerin. Eine Äußerung, die ihr Kommilitone Felix Luft teilt, wie seine nickende Zustimmung zeigt.

Von Michael Hollinde

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