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Lübeck Theater-Finanzen: Eine Million Euro extra für dieses Jahr
Lokales Lübeck Theater-Finanzen: Eine Million Euro extra für dieses Jahr
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17:19 10.09.2019
Theater Lübeck: Es gibt mehr Geld von der Stadt. Die Kulturpolitiker haben extra im Theater getagt. Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Es gibt mehr Geld: Die Kulturpolitiker haben sich entschieden – nach einer zähen Debatte. Das Theater erhält 950 000 Euro extra für dieses Jahr. Dabei geht es vor allem um gestiegene Löhne und Investitionen. Damit steigt der Zuschuss der Stadt an das Theater auf elf Millionen Euro für 2019. Das Land gibt zehn Millionen Euro. Das Theater selbst nimmt vier Millionen Euro ein. Der Knackpunkt: Mit elf Millionen Euro für 2019 übersteigt der Zuschuss der Stadt erstmals den Zuschuss des Landes für das Theater. Die Bürgerschaft muss die Extra-Finanzspritze noch absegnen – voraussichtlich Ende September.

Theaterdirektor und Operndirektorin haben gekündigt

Der Hintergrund: Das lübsche Theater erlebt ein Beben nach dem anderen. Theaterdirektor Christian Schwandt hat gekündigt – wegen chronischer Unterfinanzierung seines Hauses. Er hat 13 Jahre den Sparkommissar gegeben und sieht keine andere Lösung mehr. Seine letzte Hoffnung: Durch seinen Weggang so viel Staub aufwirbeln, dass das Theater dann doch noch finanziell gesichert wird. Die Operndirektorin Katharina Kost-Tolmein verlässt das Haus ebenfalls nach 15 Jahren wegen der Finanznot.

Mehr Geld fürs Theater

950 000 Euro fehlen in diesem Jahr am Lübecker Theater. Im Detail: 300 000 Euro gehen für Projekte des neuen Arbeitsschutzes drauf. Da haben sich die Regeln verschärft. 200 000 Euro extra werden unter Personalkosten notiert. Dabei geht es vor allem um Beiträge zu Krankenkassen und Pflegeversicherungen. 200 000 Euro nimmt das Theater weniger ein, da es am Programm gespart hat. Weitere 200 000 Euro werden in die Bühnenmaschinerie investiert, 50 000 Euro für Hydrauliköl. Das ist seit 20 Jahren nicht mehr gewechselt worden. Teuer ist vor allem die Entsorgung.

Theater-Finanzierung von Stadt und Land

Jetzt richten sich alle Blicke auf die Geldgeber: Land und Stadt. Dabei ist die Frage: Wer gibt jetzt mehr Geld? „Die Theater-Finanzierung ist völlig aus dem Tritt geraten“, sagt Hermann Junghans (CDU). Er sei nicht gewillt, das weiter hinzunehmen. Er fordert eine dauerhafte Lösung der Theater-Finanzen. Früher habe das Land 60 Prozent der Finanzierung übernommen, die Stadt 40 Prozent. Heute sei der Anteil der Stadt viel höher. „Wir müssen zu der alten Regel zurückkehren“, fordert Hermann. „Wenn das Land es nicht macht, müssen wir über Druck arbeiten.“ Junghans: „Ich habe mich dafür schon von den eigenen Leuten beschimpfen lassen.“ Gemeint ist die CDU-Landtagsfraktion, denn sie bildet mit Grünen und FDP die Regierungsfraktion.

Ein wenig Hoffnung auf mehr Geld für die Theater

Die SPD sieht das anders. „Das funktioniert nicht einfach über Druck“, sagt Fraktionschef Peter Petereit. Er könne das Ganze parteipolitisch betrachten. Dabei hätte er eine gute Rolle, denn die SPD ist im Land in der Opposition. Aber: „Mir geht es um die Sache.“ Das Thema sei sensibel. Man habe zu einem parlamentarischen Abend eingeladen. Dabei sollen die Landtagsabgeordneten überzeugt werden, dass alle drei Theater im Land mehr Geld brauchen. Dabei geht es um Lübeck, Kiel und das Landestheater. Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos) empfiehlt ebenfalls: „Wir müssen da mit den anderen Häusern zusammenarbeiten.“

Theater-Finanzen: Das Land soll die Lohnerhöhungen zahlen, fordert SPD-Fraktionschef Peter Petereit. Quelle: Agentur 54°

Stadt und Land: Wer gibt wie viel Geld?

Außerdem: „Warum nicht eine 80 zu 20 Prozent-Finanzierung oder eine 70 zu 30 Prozent-Finanzierung?“, fragt Petereit. Er plädiert dafür, dass die Lohnerhöhungen vom Land übernommen werden. Denn die kommen regelmäßig mit jeder Tariferhöhung – und regelmäßig lassen sie die Theater-Finanzierung zusammenbrechen. Vorsitzender Wolfgang Neskovic (Unabhängige) meint indes: „Eine 60 zu 40 Prozent-Regel ist plausibel.“ Denn dabei könne sich Lübeck auf früher beziehen. Doch die Kulturpolitiker scheuen sich vor einer Forderung ans Land. Sie hoffen, dass das Land freiwillig mehr Geld gibt.

Von Josephine von Zastrow

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