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Lokales Lübeck Lübeck sucht einen Theaterdirektor: Mehr als 20 Bewerber
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08:18 25.11.2019
Das Theater Lübeck: Wer wird als neuer Theaterchef die Bühne des Großen Hauses betreten? Quelle: Lutz Roeßler
Lübeck

Alles neu am Theater Lübeck: Mehr als 20 Bewerber wollen Theaterchef in Lübeck werden. Die Interessenten sind zwischen Mitte 30 und Ende 60 Jahre alt. Es haben sich mehr Männer beworben als Frauen. Die Interessenten kommen aus ganz Deutschland, Schweiz und Österreich. Das Theater Lübeck hat die Stelle ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endete am 31. Oktober. Denn Theaterdirektor Christian Schwandt hatte im Juni gekündigt. Er verlässt das Haus zum Sommer 2020 wegen des chronischen Geldmangels. Schwandt hat das Haus 13 Jahre lang erfolgreich geführt.

Theaterdirektor Christian Schwandt hat das Haus 13 Jahre lang erfolgreich geführt. Quelle: Lutz Roeßler

Das Lübecker Theater hat einen guten Ruf

Freude über die hohe Zahl an Bewerbern: „Das zeigt, dass Lübeck als Standort für Kulturschaffende interessant ist“, sagt Bürgermeister Jan Lindenau (SPD). „Ich freue mich, dass sich so viele Leute beworben haben“, stimmt Kultursenatorin Kathrin Weiher (parteilos) zu. Das sei bemerkenswert angesichts der stets angespannten finanziellen Lage. „Das Haus steht gut da“, sagt Aufsichtsratschef Peter Petereit (SPD). Daher wundere es ihn nicht, dass als viele Bewerbungen eingegangen sind. „Das Theater Lübeck hat einen guten Ruf“, stimmt Aufsichtsratsvize Hennig Stabe (CDU) zu.

Lübecks Theater könnte bald einen neuen Direktor haben

Was passiert jetzt? Als Nächstes werden die Unterlagen von einer Findungskommission gesichtet. Sie besteht aus Lindenau, Weiher und Politikern aus dem Aufsichtsrat. Im Januar sollen dann die ersten Gespräche mit den Bewerbern stattfinden. Dann kann es schnell gehen. Im Frühjahr könnte der neue Lübecker Theaterchef bereits feststehen. Je nachdem, wie schnell der Ausgewählte seinen bisherigen Job verlassen kann.

Klicken Sie hier auf die Bilderstrecke: Das sagen die Lübecker Politiker dazu.

Hitzige Diskussion um die Stelle der Opernchefin

So entspannt die Suche nach einem neuen Theaterdirektor läuft, so emotional ist die Debatte um die Nachfolge der Opernchefin. Denn: Katharina Kost-Tolmein verlässt das Haus ebenfalls. Doch ihre Stelle wurde nie ausgeschrieben. Dabei braucht das Musiktheater mindestens zwei Jahre Vorlauf, um eine Spielzeit zu planen. Daher wäre es höchste Zeit, einen neuen Operndirektor zu suchen.

Ein Mann, zwei Stellen: Generalmusikdirektor und Operndirektor

Der Knackpunkt: Es soll gar kein neuer Operndirektor ans Haus kommen. Sondern: Der Generalmusikdirektor (GMD) Stefan Vladar soll dieses Amt zusätzlich übernehmen – in Personalunion. Zunächst befristet auf zwei Jahre bis 2022. Nach dem Motto: ein Mann, zwei Stellen. Das wäre eine völlig andere Struktur des Musiktheaters. Das hat der Theater-Aufsichtsrat bereits beschlossen. Allerdings: Das Ganze hängt noch in der Schwebe. Nicht alle Aufsichtsräte sind damit einverstanden.

Das Musiktheater

Wie wird ein Musiktheater geleitet? Ein Mann, zwei Stellen. Oder: Zwei Männer, zwei Stellen. An deutschen Theatern sind beide Varianten zu finden. Nummer eins: Es gibt je einen Operndirektor und einen Generalmusikdirektor (GMD). Nummer zwei: Es gibt einen Mann, der Operndirektor und GMD in Personalunion ist.

Am Lübecker Theatergab es ebenfalls schon beide Varianten: Roman Brogli-Sacher kam 2001 als Generalmusikdirektor nach Lübeck. Damals gab es noch einen Operndirektor. Dann übernahm Brogli-Sacher zusätzlich die Funktion als Operndirektor. Brogli-Sacher war bis 2013 am Theater.

Unabhängige: Stelle muss ausgeschrieben werden

Massive Kritik kommt von den Unabhängigen. „Das ist nicht transparent“, ärgert sich Heike Wiechmann. Sie habe nichts gegen Vladar als Operndirektor. „Aber bitte nicht so. Es muss eine offene Ausschreibung geben“, fordert sie. Es habe genügend Zeit gegeben, die Stelle auszuschreiben. Zudem gebe es ja einen Stellvertreter von Kost-Tolmein am Haus. Skeptisch reagiert auch Silke Mählenhoff (Grüne): „Dann würde die Organisation auf wenigen Schultern ruhen.“

Indes sind CDU und SPD für dieses neue Konstrukt. „Es ist ja zunächst befristet“, so CDU-Mann Stabe. Außerdem bekomme das Haus zum Sommer 2020 einen neuen Theaterdirektor. Dann sei es gut, wenn nicht noch weitere Positionen mit neuen Leuten besetzt würden. Petereit meint ebenfalls: „Ich kann mir das gut vorstellen.“

Aufsichtsrat entscheidet im Dezember

Allerdings sind die Vertragsdetails noch nicht festgezurrt. Nach LN-Informationen geht es dabei um das künftige Gehalt Vladars. Daher ist die Sache noch nicht in trockenen Tüchern. Am 11. Dezember tagt der Aufsichtsrat noch einmal zu dem Thema.

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