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Lübeck Lübecks Theater braucht mehr Geld
Lokales Lübeck Lübecks Theater braucht mehr Geld
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16:57 21.09.2018
Große Kulturstätte auf der Altstadtinsel: Das Theater Lübeck an der Beckergrube. Quelle: Ulf-Kersten Neelsen
Lübeck

Es reicht nicht. Das Theater will zehn Millionen Euro von der Stadt für 2018. Das sind 900 000 Euro mehr als bisher. Denn: Das Theater hat 2017 etwa 200 000 Euro Verlust eingefahren – und erwartet in diesem Jahr ein weiteres Minus von 700 000 Euro. Der Grund für die roten Zahlen: Mindestlohn, Tariferhöhungen und Arbeitsschutz. Ob es mehr Geld fürs Theater gibt, entscheidet die Bürgerschaft nächsten Donnerstag.

„Das Theater hat seit 2007 sehr geringe Zuschüsse erhalten – trotz erheblicher Kostensteigerung“, argumentiert Direktor Christian Schwandt. Jetzt könne er die Lohnerhöhungen nicht mehr auffangen. „Der Mindestlohn ist politisch gewollt“, so Schwandt. Daher müssten öffentliche Institutionen auch in die Lage versetzt werden, ihn zu zahlen.

Budget beträgt 24,5 Millionen Euro

Das Budget des Theaters: Es beträgt 24,5 Millionen Euro pro Jahr. Davon zahlt das Land 10,5 Millionen Euro, die Stadt würde weitere zehn Millionen Euro übernehmen. Das Theater selbst hat Einnahmen von vier Millionen Euro. Im Haus an der Beckergrube arbeiten 341 Menschen. Die Lohnkosten betragen 16,9 Millionen Euro. Damit machen sie fast 70 Prozent des Budgets aus. Das lübsche Theater lockt etwa 180 000 Besucher pro Jahr an.

Vier Prozent bei Tariflohn

Für die Mehrkosten gibt es drei Gründe. Nummer eins: Der Mindestlohn schlägt mit 145 000 Euro pro Jahr zu Buche. Er ist 2017 von 8,50 auf 9,19 Euro gestiegen. Am Theater betrifft das mehr als 80 Mitarbeiter sowie Reinigungskräfte anderer Firmen, die in der Kulturstätte eingesetzt sind. Außerdem wurde der Tariflohn für Gastkünstler wie Tänzer erhöht. Das macht pro Jahr etwa 135 000 Euro aus. Nummer zwei: Der größte Batzen ist aber die Lohnerhöhung im Öffentlichen Dienst. Seit März 2018 gibt es vier Prozent mehr. 2019 kommen weitere Kosten obendrauf, da die Arbeitgeber mehr Lohnnebenkosten zahlen müssen.

Teurer Arbeitsschutz

Grund Nummer drei: Der Arbeitsschutz kostet 300 000 Euro für dieses Jahr. Und es wird mehr werden. Denn das Haus an der Beckergrube wurde 1996 saniert. Seither gibt es strengere Arbeitsschutzregeln. Beispielsweise haben Büros zu niedrige Decken, sie müssen umgebaut werden. Die Unfallkasse Nord hat jetzt Druck gemacht. Die schlimmsten Probleme wurden in diesem Jahr beseitigt. Im nächsten Jahr soll ein Katalog vorliegen mit allen Projekten, die gemacht werden müssen – inklusive der Kosten. Sie dürften im Millionen-Bereich liegen.

Millionen-Investitionen ins Gebäude

Und es gibt noch ein viel teureres Problem: das Haus an der Beckergrube selbst. Es wurde 1996 saniert – vor 22 Jahren. Jetzt stehen Investitionen in das Gebäude an. Und auch die Technik muss runderneuert werden. Und das kostet Millionen. Zum Vergleich: Die Musik- und Kongresshalle (MuK) wird aktuell für 21,8 Millionen Euro saniert. Die Stadt zahlt den größten Anteil: 12,8 Millionen Euro. Den Rest finanziert das Land mit acht Millionen Euro, die Possehl-Stiftung hat eine Million Euro dazu gegeben.

Kiel kriegt am meisten Geld vom Land

Ob allerdings das Land Geld für das Lübecker Theater gibt, ist fraglich. Denn: Was den Landeszuschuss angeht, steht Lübeck auf dem letzten Platz – seit Jahrzehnten. Kiel indes belegt Platz eins: Das Drei-Sparten-Haus hat ein Budget von etwa 35 Millionen Euro pro Jahr. Vom Land kommen etwa 14,6 Millionen Euro, die Stadt Kiel gibt 15 Millionen, die eigenen Einnahmen liegen bei 5,5 Millionen Euro. An den Häusern sind 490 Menschen beschäftigt, die Personalkosten liegen bei etwa 73 Prozent. Die Kieler Häuser locken pro Jahr 235 000 Besucher an.

Lübeck belegt den letzten Platz

Auf Platz zwei rangiert das Landestheater. Es hat ein Budget von 21,5 Millionen Euro. Vom Land gibt es 14,2 Millionen, fünf Millionen Euro von mehreren Kommunen und es hat 2,3 Millionen Euro an eigenen Einnahmen. Beschäftigt sind dort 340 Menschen, die Lohnkosten machen 85 Prozent aus. Das Landestheater lockt etwa 126 000 Besucher pro Jahr an. Das Schlusslicht bildet Lübeck – mit eben nur zehn Millionen Euro vom Land.

Josephine von Zastrow

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