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Lübeck Lübecks übereifrige Gaslaternen leuchten auch am Tag
Lokales Lübeck Lübecks übereifrige Gaslaternen leuchten auch am Tag
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17:51 19.08.2019
Gaslaternen in der Altstadt: Manche brennen auch am helllichten Tag wie hier im Gang Spönkenhof. Quelle: Nick Vogler
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Innenstadt

Es ist am späten Abend ein gemütliches Geräusch in der Altstadt: Mit kräftigem Klacken zünden die Gaslaternen. Es klingt, als starte jemand eine Gasflamme am Herd, nur etwas lauter. Das erste Mal verrichteten solche Laternen am 20. Dezember 1854 ihren Dienst, heißt es auf der Webseite der Hansestadt Lübeck. 338 von ihnen funktionieren als Teil des historischen Erbes immer noch jede Nacht – und manche sogar darüber hinaus.

Dann leuchten die übereifrigen Laternen den ganzen Tag und die ganze Nacht und wieder den ganzen Tag und so weiter. Bis jemand kommt, um der Gasverschwendung Einhalt zu gebieten. Aber warum ist das so, und warum dauert das oft so lange?

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Leuchten leuchten wegen leerer Batterien

Die Stadtwerke sind nicht zuständig, wie man beim Stichwort „Gaslaterne“ meinen könnte. Denn verantwortlich ist der städtische Bereich Stadtgrün und Verkehr. Dort kennt man die Probleme der Dauerbrenner. Ursache ist, dass die Ladung der Batterie in der Laterne nicht mehr zum Schließen des Gasventiles ausreicht. Die Leuchten seien weiterhin betriebssicher – nur eben im Dauerbetrieb.

Wenn jemand das ununterbrochene Leuchten meldet, komme ein Fachmann innerhalb eines Tages vorbei, heißt es von der Stadt. Und wenn keiner die arbeitswillige Leuchte verpfeift? „Dann findet alle 14 Tage eine Sicht- und Funktionskontrolle statt“, teilt die Stadt mit. Aber bei den Laternen ist es wie im richtigen Leben: Abweichler gibt es halt immer wieder. Also findet alle vier Jahre eine Generalinspektion statt. Damit möglichst wenige aus der Reihe tanzen – und um Gas zu sparen.

Von Nick Vogler