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Lübeck Diese Fotos zeigen St. Lorenz Süd aus der Vogelperspektive
Lokales Lübeck Diese Fotos zeigen St. Lorenz Süd aus der Vogelperspektive
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15:32 30.04.2019
Noch hat sich hier nicht viel verändert: Der Zob (vorne) und der Hauptbahnhof aus der Luft. Quelle: Bernard Mende
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St. Lorenz Süd

 Seit Jahren schon fliegt der pensionierte Lehrer Bernard Mende über die Lübecker Stadtteile, gibt einen Band mit Luftbildern nach dem anderen heraus. Wobei er nicht selbst fliegt, sondern sich sich von Karl-Heinz Brenner fliegen lässt. Aber Mende schafft es, aus luftiger Höhe Fotos zu schießen – Höhenangst und zitterige Hände sind da tabu.

Luftbilder erstmals 1963

Seine ersten Luftbilder hat Mende während seines Lehramts-Studiums bereits 1963 über den nordfriesischen Inseln und Halligen gemacht, 1968 machte er aus einem Hubschrauber des Bundesgrenzschutzes erste Lübeck-Bilder, insbesondere aus Schlutup und Travemünde.

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Nach seiner Pensionierung begann der Groß Grönauer, der in Schlutup unterrichtet hatte, mit einer systematischen Darstellung aller Lübecker Stadtteile aus der Vogelperspektive. In einigen Bänden finden sich Vergleichsfotos – bestimmte Ansichten im Jahr 1968 und ein halbes Jahrhundert später. Interessant zu sehen, wie sich Stadtteile baulich entwickelt haben.

In den vergangenen Jahren sind im Stadtteil viele Neubauten entstanden. Dennoch hat St. Lorenz Süd durch die Nähe zum Wasser und die gute Infrastruktur eine hohe Lebensqualität. Klicken Sie hier, um Luftbilder aus dem Stadtteil zu sehen.

Inzwischen ist Mende bei St. Lorenz Süd angelangt – auch hier gibt es einige Vergleichsfotos. Zum Beispiel vom Bahnhofsgebiet. Während auf dem Luftbild von 1968 noch der Gebäudekomplex des Postamtes zu sehen ist, befinden sich auf dem Bild von 2017 auf eben jener Fläche die Linden-Arcaden. Oder aber die Finkenstraße, die bereits 1968 die Lachswehrallee mit der Moislinger Allee verband, bis Dräger die Straße 2005 für einen Neubau sperren und den Verlauf der Moislinger Allee ändern ließ. 1968 stand auch noch die Firma VW Kittner auf dem Gelände an der Ecke Moislinger Allee/Töpferweg, auf dem nun Rewe und Lidl angesiedelt sind.

Zahlreiche Neubauten

Alle weiteren Bilder sind jüngeren Datums – wobei sich auch zwischen Aufnahmen aus dem Jahr 2006 und 2018 an einigen Stellen eine Menge getan hat. Wie zum Beispiel die Neubauten der Grundstücksgesellschaft „Trave“ in der Stettiner Straße. Bis 2011 standen hier nicht mehr zeitgemäße Mehrfamilienhäuser, inzwischen sind sie ansehnlichen Neubauten, unter anderem seniorengerechten Apartments, gewichen.

Die vielen Neubauten – darunter das Pflegezentrum „Travetal“ in der Nelkenstraße, dem das Jochen-Klepper-Haus wich – und „wenig Grün“ sind Mende im Stadtteil aufgefallen. Dabei sind alle Mehrfamilienhaus-Grundstücke um den Hansering gut begrünt, und zur Kanaltrave hin ziehen sich viele mit großen Bäumen bestandene Flächen – wie die Grundstücke der Familien Dräger und Reusch am Finkenberg.

Langwierige Recherche

Geflogen ist Mende dieses Mal an zwei aufeinander folgenden Tagen nachmittags, nämlich um 15 Uhr. „Da sind wegen des Lichts auch andere Perspektiven möglich“, sagt er. Das Fotografieren sei, wie in den Jahren zuvor, nicht das Problem gewesen. „Das Schwierigste ist, die Informationen zu Gebäuden und Neubauten zu bekommen.“

Zwei Stadtteile fehlen noch

Aber am Ende hat er es wieder einmal geschafft, seine Bilder mit entsprechend informativen Unterschriften zu versehen. Bleiben noch Buntekuh und Moisling als letzte Stadtteile. Wer mitgezählt hat und sich wundert, dass zwölf Bände bei zehn Stadtteilen erscheinen: Zusätzlich zum großen Stadtteil St. Jürgen hat der pensionierte Lehrer je einen Luftbild-Band für den Hochschulstadtteil und den Bornkamp herausgegeben.

Das Buch

Lübeck in Luftbildern“, St. Lorenz Süd, mit mehr als 85 farbigen Fotos im Format A4 kostet 24 Euro und ist an folgenden Stellen erhältlich: Bei „Buchfink“ Bücher und Medien, Ratzeburger Allee 127, bei Schlüssel Garber, Schmiedestraße 29, im Tabak-Shop P. Kreuzfeldt, Kücknitzer Hauptstraße 13, sowie direkt bei Bernard Mende, Telefon 0172/9757766.

Sabine Risch