Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Lübeck Mädchenrechts-Aktivistin besucht Lübeck
Lokales Lübeck Mädchenrechts-Aktivistin besucht Lübeck
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
14:20 24.05.2019
Mädchenrechtsaktivistin Mayra Cacao (r.) trifft die Niendorferin Ingeborg Lohse in Lübeck. Quelle: Rüdiger Jacob
Anzeige
Innenstadt

Sie ist eine kleine, leise und zarte Erscheinung. Aber Mayra Cacao sollte niemand unterschätzen. Unermüdlich kämpft die Mädchenrechts-Aktivistin für Gleichberechtigung von Mädchen und jungen Frauen in Guatemala. Jetzt hat sie in Lübeck eine engagierte Mitstreiterin getroffen.

Mädchen stärken

Ingeborg Lohse, die mit ihrer Sternenkind-Stiftung Projekte zur Stärkung von Mädchen in Lateinamerika unterstützt, ist sichtlich gerührt, als Mayra Cacao von ihren Erlebnissen erzählt. Beide Frauen sitzen im Foyer des Rathauses auf einer Holzbank, bevor sie die Stadt besichtigen. Bürgermeister Jan Lindenau (SPD) huscht an ihnen vorbei, auch Senatoren und andere Kommunalpolitiker. Die sind auf dem Weg in eine Sitzung. Dass sie ohne Begleitschutz sind, erstaunt Cacao. In Guatemala-Stadt, der Hauptstadt des Landes, ginge so etwas nicht, sagt Cacao. Aber sie nennt noch andere, gravierende Unterschiede: „In unserer Hauptstadt haben nicht alle Bürger fließend Wasser“, so die Aktivistin. Allerdings sei dies noch ein vergleichsweise kleines Defizit. „Ich mache mir große Sorge über Diskriminierung und fehlende Gleichberechtigung“, sagt Cacao. 22 indigene Völker leben in Guatemala, laut Cacao keine leichte Situation. „Besonders häufig sind Diskriminierungen hauptsächlich gegenüber Frauen“, weiß die Kämpferin. „Nicht immer können wir unsere Meinung frei äußern“, berichtet Cacao. „Aber wir können Menschen beeinflussen, sie dazu ermuntern, mit uns zu kämpfen“, sagt Cacao, die sich besonders darüber freue, dass die Kinderheirat ein Ende hat.

Anzeige

Offiziell anerkannt

Insbesondere haben die Aktivistinnen mit Hilfe des Kinderhilfswerks Stiftung Plan International, die auch von der Sternenkind-Peter-Lohse -Stiftung unterstützt wird, erreicht, dass in Guatemala der von der UN ausgerufene Weltmädchentag offiziell anerkannt wurde. „Nur wenn Mädchen nicht schon als Kinder verheiratet werden, haben sie überhaupt eine Chance, eine Schule abzuschließen“, verkündet Cacao eine der Folgen der positiven Veränderung im Lande.

Was ist Mayra Cacaos Motiv?

Woher nimmt diese kleine Person die Kraft und das Motiv für ihr großes Wirken? „Wenn man sieht, was man schaffen konnte, dann kann man weiter machen“, sagt Cacao. „Ich kann weiter versuchen zu erreichen, dass viele andere Mädchen ihr Leben positiv verändern können“, so die Aktivistin. „Immer, wenn ich etwas Ungerechtes sehe oder höre, mache ich weiter“, sagt Cacao. Einmal war Cacao schon in London, jetzt zum ersten Mal in Deutschland. Mayras Geschichte ist auch die Geschichte eines stillen Mädchens der Q’eqchi – einer indigenen Volksgruppe –, das aus einfachsten Verhältnissen kommt. Sie kennt Armut und Diskriminierung, und sagt heute selbstbewusst: „Wenn du deine Stimme nicht erhebst, wirst du deine Geschichte niemals ändern.“ Schwerpunkte der Arbeit von Cacao ist die Forderung von Gesetzen für mehr Gleichberechtigung in Guatemala. Das Mindestalter bei der Heirat der jungen Frauen konnte inzwischen auf 18 Jahre reformiert werden. „Früher galt ein Alter von nur 14 Jahren“, berichtet die 22-jährige Aktivistin, die mit Gleichgesinnten bei Protest- und Aufklärungskampagnen unter anderem auf Socialmedia-Plattformen setze.

Mäzenin Ingeborg Lohse

Welche Rolle spielt Ingeborg Lohse? Als Plan-Patin war sie viele Jahre ehrenamtlich bei der „Plan Aktionsgruppe Lübeck“ aktiv. Dann gründete sie vor zehn Jahren unter dem Dach der Plan-Stiftung ihre eigene Stiftung. „Ohne ihre finanzielle Hilfe hätten wir unsere Kampagnen nicht durchführen können“, sagt Cacao. Die Mäzenin gibt sich bescheiden: „Ich habe einen sehr netten Freundeskreis, der nach Kräften mithilft“, sagt Lohse. Außerdem macht die Niendorferin noch immer ihre legendäre Marmelade, die sie für den guten Zweck verkauft. „Die mache ich immer noch“, bekennt Lohse. „Es ist immer eine große Freude, allen meinen hilfreichen Bekannten zu zeigen, wo sich wirklich etwas bewegt“, sagt Lohse, die inzwischen ihr 79. Lebensjahr erreicht hat. Ans Aufhören denkt sie nicht. Und bekommt Dankesbekundungen von der zierlichen Frau, die aus 9285 Kilometer Entfernung angereist ist. Nach der Lübeck-Visite geht es für beide zum großen Stiftertreffen, das alle zwei Jahre in Deutschland stattfindet.

Rüdiger Jacob

Möglicherweise ist die Statue in die Wakenitz gefallen. Polizei sucht Zeugen.

24.05.2019

Die Polizei hat am Donnerstag in Travemünde 60 Radfahrer kontrolliert. Dabei wurden 28 Ordnungswidrigkeiten und eine Trunkenheitsfahrt festgestellt. Die meisten der Ertappten zeigten sich völlig uneinsichtig.

24.05.2019

„Ich habe ziemlich viel Spaß am Kochen“, sagt der 19-jährige Danilo Kevin Werner, der jetzt in der Hansestadt den Rasmussen-Pokal bei einem Wettstreit des Vereins Lübecker Köche (VLK) in der Gewerbeschule Nahrung und Gastronomie abgeräumt hat.

24.05.2019