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Lübeck Mann erschießt Ehepaar und tötet sich selbst - Es ging um Geld
Lokales Lübeck Mann erschießt Ehepaar und tötet sich selbst - Es ging um Geld
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12:58 04.07.2014
Die Leiche des mutmaßlichen Täters wurde bei einem Feldweg in der Nähe des Tatortes gefunden. Quelle: Holger Kröger
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Groß Steinrade

Furchtbare Bluttat in der Dorfidylle: Ein 59-jähriger Mann aus Thüringen hat gestern in Groß Steinrade bei Lübeck eine 57 Jahre alte Frau und deren Ehemann (66) auf offener Straße erschossen. Der Täter raste anschließend mit seinem Wagen davon und erschoss sich in Badendorf (Kreis Stormarn), wenige hundert Meter vom Tatort entfernt. Die Polizei geht von einer Beziehungstat aus.

Gegen 14.35 Uhr zerrissen fünf Schüsse die nachmittägliche Ruhe am Steinrader Mühlenberg, einer engen Wohnstraße mit vielen Einfamilienhäusern.

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Nachbarn hörten Schreie, anschließend soll ein helles Auto mit hoher Geschwindigkeit davon gefahren sein. Die beiden Opfer lagen blutüberströmt auf der Straße.

Wie Zeugen den LN berichteten, soll ein Anwohner noch versucht haben, erste Hilfe zu leisten, da der Mann nach den Schüssen noch gelebt habe. Doch für ihn und auch für seine Frau kam jede Hilfe zu spät. Beide erlagen am Tatort ihren Schussverletzungen. Eine Pistole sowie ein Telefon sollen neben den Leichen auf der Straße gelegen haben. Was es damit auf sich hat, ist offen.

Weiterlesen: Die Stille nach den tödlichen Schüssen

 

 

„Ich habe es mehrmals knallen gehört, habe aber erst nicht an Schüsse gedacht. Dann kam mein Sohn in den Garten gestürmt und hat gerufen, wir sollen uns schnell im Keller verstecken, hier schießt jemand um sich“, berichtet Anwohnerin Elisabeth Struck (68).

Kurz darauf sei die Polizei gekommen, habe alles weiträumig abgeriegelt. Bei dem männlichen Opfer soll es sich um einen pensionierten Lübecker Berufsschullehrer handeln. Zeugen zufolge soll er erst seit kurzem mit der 57-Jährigen verheiratet gewesen sein, nachdem seine erste Frau an Krebs gestorben war. Das Paar war in der Nachbarschaft beliebt, galt als freundlich und unauffällig. „Das waren ganz nette Leute, unglaublich, einfach unglaublich, wie so etwas passieren kann“, sagte eine Nachbarin.

Die Polizei leitete kurz nach der Tat eine Großfahndung ein. Auch ein Hubschrauber wurde zur Suche nach dem Todesschützen eingesetzt. Dessen Wagen, einen weißen Renault Kangoo, entdeckten die Beamten wenig später auf einem Feldweg in der Nähe. „Der Mann war bereits tot, offenbar gestorben an einer Schussverletzung“, sagte Polizeisprecherin Carola Aßmann. Eine Pistole habe er bei sich gehabt.

Über die Identität des Täters ist mittlerweile bekannt, dass er 59 Jahre alt war und aus Erfurt in Thüringen stammte. "Er lebte nach jetzigem Ermittlungsstand bis 2010 in einer Beziehung mit dem weiblichen Opfer", sagte Polizeisprecher Stefan Muhtz. Beide hätte eine gemeinsame Zeit in Spanien gewohnt. "Offenbar gab es nun Streitigkeiten über finanziell zu regelnde Dinge, was nun in der tödlichen Auseinandersetzung endete", so Muhtz weiter.

Den genauen Tathergang beschreibt er wie folgt: "Der 59-Jährige suchte die Wohnung des Paares auf und klingelte an der Haustür. Als man ihm öffnete schoss er." Insgesamt seien zwei Waffen sichergestellt worden, deren Herkunft aber noch geklärt werden müsse. Zu Vorstrafen des Täters machte die Polizei noch keine Angaben – es werde weiter ermittelt.

Heute finden die Obduktionen statt. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.