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Lübeck Wettkampf der jungen Mathe-Asse
Lokales Lübeck Wettkampf der jungen Mathe-Asse
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19:52 04.03.2019
Claudia Hahn-Rix (v. l.), Hanna Brudermann und Fenja Falta helfen beim Wettbewerb, während Thore und Chan-Hee die Aufgaben lösen. Quelle: 54° / Felix Koenig
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St. Jürgen

Riesige Pizza-Kartons werden ins Foyer des Audimax getragen, bestimmt 25 an der Zahl. „Die reihen wir hier auf“, sagt Fenja Falta. Die Uni-Studentin gehört zum zehnköpfigen Helferinnen- und Helfer-Team. Lange kann es nicht mehr dauern, bis sich die großen Türen des Hörsaals öffnen. Noch brüten die rund 75 Dritt- und Viertklässler – zwei Drittel Jungen, ein Drittel Mädchen – über ihren Aufgaben. Zwei Stunden haben sie Zeit, um die Lösungen zu erarbeiten. Es ist wieder Mathe-Olympiade an diesem Tag, und diesmal mit einem kleinen Jubiläum. „Denn bereits zum zehnten Mal tragen wir hier auf dem Campus die Landesrunde Süd aus“, erklärt Claudia Hahn-Rix.

Die Diplom-Sozialpädagogin engagiert sich im Rahmen der Schülerakademie der Uni in der „Lübecker Initiative Mathematik“. Entsprechend koordiniert sie auch seit einer Dekade die Mathematik-Olympiade in der Hansestadt. „Schon seit 2005 wird dieser Wettbewerb auch für die Klassenstufen drei und vier angeboten; wir sind nur etwas später eingestiegen“, weiß die Uni-Mitarbeiterin, „im Grundschulbereich soll so erstes Interesse an der Mathematik geweckt werden. Gleichzeitig ermöglicht sie Lehrerinnen und Lehrern, Begabte zusätzlich zu fördern.“

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Ein Schüler bearbeitet die Aufgaben. Quelle: Felix König

Als sich schließlich die Flügeltüren öffnen, schwappt eine Lärmwelle nach draußen. Unter den Kindern, die herausströmen, ist der neunjährige Daniel. Er geht auf die Timm-Kröger-Schule in Neumünster. Seine Mutter wartet bereits auf ihn. „Eigentlich bin ich ganz zufrieden. Nur eine Aufgabe mit Geld war schwer; damit kenne ich mich noch nicht aus“, erzählt der Grundschüler. Nervös sei er jedenfalls vorher nicht gewesen, so sein Hinweis. Im Gegensatz zu seiner Mutter – „die Eltern waren wohl erheblich zittriger als die Kinder, scheint es“, kommentiert Swetlana Krieger, die ihren Sohn freudig in Empfang nimmt.

Auch Thore von der Lübecker Paul-Klee-Schule sowie Chan-Hee von der Dom-Schule wirken nach dem kleinen Denksport-Marathon im Audimax-Hörsaal recht entspannt. „Es war gut“, resümiert der Zehnjährige, und seine elfjährige Mathe-Kollegin bilanziert: „Ich fand das alles mittelschwer. Und wenn ich die Aufgaben lösen kann, habe ich immer ein gutes Gefühl.“ Beide kennen sich übrigens aus dem sogenannten Mathe-Club des Instituts für Mathematik. „Hier bieten wir drei Gruppen an“, erläutert Claudia Hahn-Rix, „einmal für Dritt- und Viertklässler, dann für die Klassen fünf bis neun sowie für Oberstufenschülerinnen und Schüler, die Mathe lieben. Und im vierzehntägigen Rhythmus treffen wir uns jeweils.“

Damit niemand abschreiben kann: Vereinzelt erknobeln die Schüler ihre Lösungen. Quelle: Agentur 54°

Während sich die jungen Mathe-Asse nun mit Pizza stärken, sitzen in einem Seminarraum im Obergeschoss zehn Lehrerinnen und Lehrer und werten die Klausur-Ergebnisse aus. Schließlich gibt es am Ende des Tages noch eine Siegerehrung mit Urkunden und Buchpreisen. Bis alles ausgewertet ist, haben die jungen Olympioniken Freizeit – so ist im abgedunkelten Hörsaal mit dem Animationsfilm „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“ Kino- und danach Spielzeit im Foyer angesagt. „Das haben sich die Kinder jetzt auch verdient“, sagt Fenja Falta vom Helfer-Team. Die 20-Jährige betreut auch den Mathe-Club für die Grundschüler.

Sie selbst studiert „Mathematik in Medizin und Lebenswissenschaften“ im ersten Mastersemester. „Mathe war einfach schon immer mein Ding“, bekennt sie. Eine Äußerung, bei der Hanna Brudermann nur nicken kann. „Mich fasziniert an der Mathematik, alles so lange zu erforschen, bis sich am Ende eine logische Schlussfolgerung ergibt“, so die 22-jährige Mathe-Studentin. Und Angst vor Zahlen müsse überhaupt niemand haben.

Michael Hollinde

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