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15:38 09.02.2019
Die Preisträger des Emi-Awards (beste Bachelor-Arbeit): Julia Richter, Mia Lieser, Raimund Canzler, Finn Karsten, Anna-Tabea Manske, Valentin Muchow; Alexander Bergmann, Lennart Bundt, Jakob Stahl; Nico Clasen, Hanno Goedecke, Samuel Schwenk, Rafael Wortmann, Leonardt Wagner (vordere Reihe).
Die Preisträger des Emi-Awards (beste Bachelor-Arbeit): Julia Richter, Mia Lieser, Raimund Canzler, Finn Karsten, Anna-Tabea Manske, Valentin Muchow; Alexander Bergmann, Lennart Bundt, Jakob Stahl; Nico Clasen, Hanno Goedecke, Samuel Schwenk, Rafael Wortmann, Leonardt Wagner (vordere Reihe). Quelle: Friederike Grabitz
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St. Jürgen

Sie sind elf Millionen Jahre alt und plötzlich wieder lebendig: die Pampauer Wale, die Stars des Museums für Natur und Umwelt, waren bisher nur als Skelette ausgestellt. Wer ein Smartphone hat, kann nun hier richtige Wale sehen. „Augmented Reality“, also „erweiterte Realität“ oder kurz „AR“ heißt die Technologie, die über die Walskelette virtuell Bilder und Informationen legt.

 Die nötige Software haben Mitarbeiter des Instituts für Multimediale und Interaktive Systeme in Lübeck entwickelt. Das Problem: Damit die Bilder von allen Seiten überzeugend aussehen, müssten die Mitarbeiter des Museums sie programmieren. Lennart Bundt hat nun in seiner Bachelor-Arbeit ein Programm geschrieben, das ihnen diesen Schritt abnimmt. Dafür bekam er jetzt von seinem Institut den Emi-Award für die beste Bachelor-Arbeit. Diese ist ein gutes Beispiel dafür, welche Kompetenzen an der Schnittstelle zwischen Informatik, Psychologie und Design das Studienfach Medieninformatik der Universität vermittelt. Ausgezeichnet wurde auch Jakob Stahl für seine Masterarbeit, eine Software, die für Fahrer von Elektrobussen plant, wie lang die Batterie auch bei Kälte oder besonders vielen Passagieren durchhält.

 Die Emi-Awards hat Professorin Nicole Jochems 2015 ins Leben gerufen, um die besten und kreativsten Arbeitsgruppen ihrer Erstsemester-Einführung in die Medieninformatik auszuzeichnen. Bei der diesjährigen Verleihung spielen zwei Studenten im voll besetzten Audimax Akkordeon, Professor Andreas Schrader performt als sein Alter Ego „Hank“ mit einem Staubwedel – und Vertreter der Sponsoren Mach AG und Ergosign werben um Absolventen. Unter dem Motto „Cross Reality – Beyond the surface“ („Unter der Oberfläche“) sollten die Studierenden AR und virtuelle Realität (VR) verbinden. Den Studierenden der Gruppe „Virtual Wear“ ist das besonders gut gelungen. Für eine Methode, mit AR Motive virtuell auf Kleidung sichtbar zu machen, bekamen sie als ersten Preis den goldenen Emi-Wanderpokal. Ihre Kommilitonen der Gruppe „THEREALITY“ haben einen Film darüber gedreht, wie Architekten in Zukunft VR-Programme verändern können, während sie mit Kunden in einer virtuellen Umgebung ein Gebäude planen. Ihren zweiten Preis teilten sie sich mit der Gruppe „AR im echten Leben“, die darüber nachdachte, wie Nutzer einer VR-Brille in einem virtuellen Raum über AR mit ihrer Umgebung in Verbindung kommen können.

 Im Foyer vor dem Audimax schickten die Preisträger anschließend Besucher mit der VR-Brille in virtuelle Straßenkämpfe. Zusammen mit den anderen studentischen Projektgruppen und dem Kreativlabor der Schüler-Akademie am Institut präsentierten sie ihre Projekte.

Friederike Grabitz