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Lübeck Lübeck: Zahl der Fahrradunfälle steigt wieder
Lokales Lübeck Lübeck: Zahl der Fahrradunfälle steigt wieder
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20:04 27.03.2019
Gustav-Radbruch-Platz, Einmündung in die Roeckstraße: Hier ereigneten sich 2018 vier Fahrradunfälle. Quelle: Agentur 54°/John Garve
Lübeck

Radfahren in Lübeck ist gefährlich. 598 Unfälle mit Fahrrädern gab es 2018. Damit ist fast das Niveau von 2016 wieder erreicht, als es 621 waren. Das geht aus dem Verkehrssicherheitsbericht hervor, den die Polizeidirektion Lübeck am Mittwoch vorgestellt hat.

Lübeck ist Hauptstadt der Fahrradunfälle

Wie eh und je häufen sich die Unfälle an den Knotenpunkten vor der Innenstadt. Spitzenreiter ist der Lindenteller mit 20 Fahrradunfällen, gefolgt von Mühlentorteller und Berliner Platz (je 13) und Gustav-Radbruch-Platz (7). Auf der gesamten Länge gefährlich sind für Radfahrer die Fackenburger Allee und die Ratzeburger Allee. „Lübeck ist die Hauptstadt der Fahrradunfälle“, sagte Rainer Dürkop, Verkehrssicherheitsexperte der Polizei, bei der Präsentation des Berichts. In Kiel, das mehr Einwohner und mindestens so viel Fahrradverkehr hat, liegt die Zahl der Fahrradunfälle seit Jahren konstant unter 500.

Rainer Dürkop (r.) und Frank Jeschkowski vom Sachgebiet Verkehrssicherheit der Polizeidirektion Lübeck. Quelle: 54°/John Garve

Gefährliche Kreisverkehre

Aus Sicht der Polizei sind die Kreisverkehre rings um die Lübecker Altstadt zu klein – zu Lasten der Radfahrer. Vor allem gilt das für den Lindenteller, auf dem die Fahrradfahrer sich in den zweispurigen Kreisverkehr einfädeln müssen: Je vier Mal krachte es an den Ausfahrten zur Moislinger Allee, zur Puppenbrücke und zur Fackenburger Allee. „Radfahrer in einem zweispurigen Kreisverkehr sind eigentlich gar nicht zulässig“, sagte Dürkop.

Pedelec-Fahrer besonders betroffen

Gestiegen ist nach Angaben der Polizei auch der Anteil der im Verkehr schwer verletzten Radfahrer. Dieser Anstieg trifft vor allem die Pedelec-Fahrer. Pedelecs (umgangssprachlich etwas unpräzise als E-Bikes bezeichnet) waren an 69 der Fahrradunfälle beteiligt. Unter den 54 Schwerverletzten waren die Pedelec-Fahrer mit zwölf überproportional vertreten.

Verkehrssicherheit in Lübeck

Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist 2018 von 7559 auf 7802 gestiegen. Die Zahl der von der Polizei aufgenommenen Verkehrsunfälle ist 2018 mit 1586 gegenüber dem Vorjahr (1591) praktisch gleich geblieben. Sie umfasst Unfälle mit Toten oder Verletzten sowie Unfälle, zu deren Ursachen Straftaten oder bedeutende Ordnungswidrigkeiten gehören.

Die Zahl der Schwerverletztensank von 116 auf 108, die der Leichtverletzten stieg von 1189 auf 1238. Wie 2017 gab es ein Todesopfer.

84 Kinderwaren zu Fuß oder auf dem Fahrrad an Unfällen beteiligt. 2017 waren es 74.

Bei Fahrradunfällenwar die mit Abstand häufigste Hauptursache das Abbiegen von Autos (169 von 598).

Schlechter Zustand der Radwege

Eine wesentliche Ursache für die vielen Unfälle ist nach Auffassung der Polizei der Zustand der Radwege. „Das Radwegenetz ist teilweise in 40 Jahren nicht einmal saniert worden“, sagte Rainer Dürkop. Dieses Thema ist auch in der Politik angekommen. Für den nächsten Haushaltsentwurf haben sich die großen Fraktionen darauf geeinigt, zwei Millionen Euro für die Radwege einzuplanen. Arne-Matz Ramcke, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen, fordert allerdings, dieses Geld ausschließlich für den Unterhalt der bestehenden Wege zu nutzen und davon nicht auch die Investitionen in neue Radwege zu bezahlen.

„Sicherheit vor Stauvermeidung“

Christopher Lötsch (CDU), Vorsitzender des Bauausschusses, plädiert für eine „genaue Auswertung der Unfallschwerpunkte“ und eine anschließende Prüfung, ob bauliche Maßnahmen mehr Sicherheit bringen. Detlev Stolzenberg, dem Fraktionschef der Unabhängigen, geht alles, was Lübeck für Radfahrer unternimmt, nicht weit genug: „Wenn man abwägt: Stauvermeidung oder Sicherheit für Radfahrer, muss man eindeutig Prioritäten setzen“, sagt er: „Sicherheit für Radfahrer geht vor.“

Hanno Kabel

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