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Lübeck Messer-Attacke auf Hund: „Joey“ überlebt schwer verletzt
Lokales Lübeck Messer-Attacke auf Hund: „Joey“ überlebt schwer verletzt
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18:32 25.11.2013
Andrea Kähler (52) mit Labrador-Mischling "Joey", der vor wenigen Tagen niedergestochen wurde.

Schwanzwedelnd kommt „Joey“ angerannt, beschnuppert Füße und Beine und richtet den Kopf nach oben, um gestreichelt zu werden. „Das ist ein verspielter, toller Hund. Eine Seele von Tier“, sagt Andrea Kähler. Die 52-Jährige kann es noch immer nicht fassen, dass der Labradormischling vor wenigen Tagen mit einem Messer niedergestochen wurde.

Wie jede Woche passte die Dänischburgerin am vergangenen Freitag auf den dreijährigen Hund ihrer Tochter auf, ging vormittags mit ihm zur nahegelegenen Freilaufwiese parallel zur A 226. „Da geht jeder mit seinen Hunden hin“, sagt Kähler. Am vergangenen Freitag war allerdings kaum etwas los. Bis auf Andrea Kähler mit „Joey“ und einer Bekannten, die die beiden mit ihrem Hund begleitete, war nur ein Kähler unbekannter Mann mit einem Irish Setter auf der Wiese unterwegs. Kählers Bekannte warnte sie vor dem Mann. Denn anderen Hundebesitzern soll der 65-Jährige schon negativ aufgefallen sein. So soll er eine französische Bulldogge geschüttelt haben und einen Berner Sennenhund mit einem Stock weggeschlagen haben.

Kähler wollte „Joey“ anleinen. „Er hat das aber als Aufforderung zum Spielen verstanden und ist weggelaufen“, so die 52-Jährige. Statt sich anleinen zu lassen, rannte der Labrador auf den anderen Hundebesitzer zu, springt vor ihm hoch, knurrt, sackt plötzlich zusammen und bleibt regungslos sitzen — so beschreibt Andrea Kähler das weitere Geschehen. Erst als sie bei „Joey“ ist, stellt sie fest, dass der Rüde stark blutet. Der ihr Unbekannte sei einfach weitergegangen. „Ich habe ihm hinterhergerufen, aber er hat nur gesagt ,fahren Sie doch zum Tierarzt‘ und ,ich habe bloß meinen Hund verteidigt‘“, berichtet Kähler und schüttelt ungläubig den Kopf. Denn „Joey“ habe weder den Irish Setter noch dessen Besitzer angegriffen.

„Zu einer Beißerei kam es offenbar nicht“, sagt Polizeisprecherin Isabella Schröter. Warum der 65-Jährige Lübecker dennoch zustach, ist noch unklar. „Er gestand die Tat, zeigte sich aber uneinsichtig“, so Schröter. Zu seinen Beweggründen habe er zudem keine Angaben gemacht. Die Beamten gehen davon aus, dass die Tat mit einem Taschenmesser verübt wurde. Sie ermitteln nun wegen Sachbeschädigung und möglicher Verstöße gegen das Tierschutz- sowie Gefahrhundegesetz.

„Der muss gestoppt werden und braucht einen Denkzettel“, sagt Andrea Kähler verärgert. Vor dem nächsten Gang auf die Hundewiese habe sie „ziemlichen Bammel“. Bis es so weit ist, dauert es auf jeden Fall noch einige Tage. Denn „Joey“ braucht Ruhe. „So lang ist die Narbe“, sagt ihre Tochter Manja Kowalke und legt Daumen und Zeigefinger weit voneinander gespreizt auf den Verband an „Joeys“ Hals.

Nur durch eine dreistündige Operation in der Kücknitzer Tierklinik habe ihr Hund überlebt. Laut Tierarzt hätte der Labrador einen lebensbedrohlichen Schock erlitten und sehr viel Blut verloren. „Gott sei Dank wurden keine inneren Organe verletzt“, sagt sie und blickt erleichtert auf „Joey“.

„Der Täter muss gestoppt werden und braucht einen Denkzettel.“
Andrea Kähler (52)

Britta Kessing