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19:15 20.04.2012
Besucher verfolgen am Freitag in Hamburg im Rathaus die Festveranstaltung zur Erweiterung der Metropolregion Hamburg. Quelle: dpa
Lübeck

Metropolregion um Hamburg schlagkräftiger - Westmecklenburg mit dabei

Die erweiterte Metropolregion Hamburg von Cuxhaven bis Ludwigslust kann noch mehr Projekte in Wirtschaft, Umwelt und Tourismus in Angriff nehmen. Das ermöglicht der am Freitag von den Bundesländern Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und erstmals auch von Mecklenburg-Vorpommern unterzeichnete neue Staatsvertrag.

Er sichert die finanziellen Förderfonds ab, die insgesamt ein Volumen von 2,7 Millionen Euro jährlich haben. Durch die Zusammenarbeit von 17 Kreisen und Landkreisen sowie den kreisfreien Städten Lübeck und Neumünster mit der Hansestadt Hamburg können zusätzlich Finanzmittel bei der EU für regionale Vorhaben eingeworben werden.

Zur Metropolregion gehören vom 1. Mai an erstmals auch Gebiete in Mecklenburg-Vorpommern, und zwar der Altkreis Ludwigslust und Nordwestmecklenburg einschließlich Wismars. Der Landrat von Ludwigslust-Parchim, Rolf Christiansen, äußerte die Erwartung, dass sein Landkreis künftig noch mehr an der Entwicklungsdynamik der Metropolregion teilhaben wird. „Wir bringen viele Potenziale ein und sehen unsere Mitgliedschaft nicht als Einbahnstraße“, erklärte er.

Der entscheidende Punkt sei aber, dass „der Landkreis deutschland-, europa- und weltweit unter der Flagge "Metropolregion Hamburg" segelt“, sagte Christiansen dem Radiosender Antenne MV. Seine Amtskollegin aus Nordwestmecklenburg, Birgit Hesse, erhofft sich neue Chancen für Tourismus und Wirtschaft. Sie schlug vor, dass die nächste Regionalkonferenz im Bereich Tourismus in ihrem Landkreis stattfinden solle. Neu in der Metropolregion sind zudem Ostholstein und die kreisfreien Städte Lübeck und Neumünster.

Neben den Chancen, die die Ministerpräsidenten der Länder durch die stärkere Schlagkraft im internationalen Wettbewerb sehen, gab es auch Mahnungen. Strukturen und Abläufe der gleichzeitig per Verwaltungsabkommen geregelten Zusammenarbeit dürften nicht zu unübersichtlich werden, sagte Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) bei dem Festakt im Hamburger Rathaus. Der stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende in Hamburg, Thomas-Sönke Kluth, fordert eine bessere Kontrolle: Skurrile Projekte wie die Förderung des „Weinbergs von Hitzacker“ oder der „Filzwelten von Soltau“ seien reiner Förderirrsinn und eine Verschwendung von Steuermitteln.

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) bezeichnete den Staatsvertrag als ein Dokument gemeinsamer norddeutscher Identität. Sein Bundesland sei angesichts der politischen Wende 1989 erprobt in Krisen und in Modernisierungsbereitschaft. „Diese Erfahrungen können wir einbringen.“ Der SPD-Politiker ergänzte, dass der Norden mit anderen europäischen Metropolen nur mithalten könne und im politischen Berlin nur gehört werde, „wenn wir mit einer Stimme sprechen“.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), der rund 300 Gäste begrüßte, ist um ein „echtes Wir-Gefühl“ nicht bange. „Wir sind eins - und wollen auch so handeln. Deshalb müssen wir auch sagen, wo wir 2020 stehen wollen“, sagte Scholz. Nicht nur er will sich für bessere Verkehrsverbindungen, optimale Gewerbeflächen für Firmenansiedlungen und die Energiewende einsetzen.

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) verwies auf eine neue Achse der Region von Hamburg über Lübeck bis Fehmarn, die Skandinavien näher brächte. „Die Metropolregion wird vom Bau der festen Fehmarnbelt-Querung stark profitieren.“ Entlang der neuen Verkehrsachsen würden sich Handel und Gewerbe ansiedeln, was Arbeitsplätze brächte, meinte Carstensen.

Mehr als zwei Millionen Arbeitnehmer sind in der neuformierten Region tätig. „Mit einem Bruttoinlandsprodukt von 162 Milliarden Euro hängen wir die Metropolräume Rom und Barcelona ab, nähern uns Madrid und langsam auch Mailand“, sagte Hamburgs Bürgermeister Scholz.

LN

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