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Lübeck Der „King of Pop“: Genial und furchtbar
Lokales Lübeck Der „King of Pop“: Genial und furchtbar
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19:46 25.06.2019
Michael Jackson während seiner „Dangerous“-Tour im Jahr 1992 in Bangkok. Quelle: AP
Lübeck

 Im August wäre er 61 Jahre alt geworden; aber gestern vor zehn Jahren starb Michael Jackson in Los Angeles. Offizielle Todesursache war eine akute Vergiftung durch das Narkosemittel Propofol. „Er war und ist prägend für die Pop-Musik, keine Frage“, sagt Bernd Ruf, Professor für Popularmusik an der Musikhochschule Lübeck (MHL), und bereits bei der allerersten Pop-Revue an der MHL – vor rund 15 Jahren – sei der berühmte „Moonwalk“ als Schattenspiel vorgekommen. Jetzt allerdings wird die Musik des „King of Pop“ im Mittelpunkt der neuesten sommerlichen Produktion stehen. So werden am Sonnabend, 6. Juli, sowie Sonntag, 7. Juli, an die 50 Studierende aller MHL-Studiengänge Songs von Michael Jackson und den „Jackson 5“ unter dem Motto „Man in the Mirror“ präsentieren.

MHL-Studentin Yasmin Piwko (25): „Als wir als Orga-Team bereits im Oktober 2018 nach einem Motto für die nächste Pop-Revue gesucht haben, schlug ich angesichts seines zehnten Todestages am 25. Juni die Musik des ,King of Pop’ vor. Natürlich waren die Missbrauchsvorwürfe gegen ihn evident; aber eine neue Dynamik bekam das Ganze nach der Ausstrahlung der Dokumentation „Leaving Neverland“ Ende Januar. Mit dem Film haben wir uns dann intensiv auseinandergesetzt, sodass wir zu dem Schluss kamen, dass eine von der Person des Künstlers unabhängige Betrachtung der Texte seiner Songs nicht nur möglich, sondern notwendig ist. Ich bin mit seiner besonderen Musik quasi groß geworden.“ Quelle: Roeßler

In einer mitreißenden Revue präsentieren der MHL-Pops Chor, das MHL-Pops Orchestra, verschiedene Bands und die MHL-Pop Singers bekannte Songs. Im Karaokeclub „8Bar“ treffen die verschiedensten Persönlichkeiten aufeinander, singen über ihren Liebeskummer, ihre Sehnsucht nach einer nachhaltigen Welt und ihre Konflikte im menschlichen Miteinander. Studierende aller Studiengänge singen und spielen die großen Hits Jacksons, schauen hinter die Fassade, beleuchten die Texte und suchen nach dem Spiegelbild. Der Songtitel „Man in the Mirror“ soll als Leitgedanke der Revue zu einer kritischen Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Leben in der Gesellschaft ermutigen.

MHL-Studentin Sarah Sieprath (23): „Dies wird bereits meine dritte Pop-Revue sein, bei der ich mitwirke. Und es wird eine besondere, da wir auch Tanzbeiträge sowie eine Orchester-Ouvertüre dabei haben werden. Die Geschichte unserer Revue wird sich nicht um Michael Jackson drehen; es wird kurz erwähnt, wie wir zu ihm stehen. Und uns ist die Botschaft sehr wichtig, dass wir seine Musik von seiner Person deutlich trennen können. Schließlich haben sich viele Künstler von ihm inspirieren lassen – das kann man nicht einfach streichen. Jeder Song wird in der Revue mit eine Message versehen, die in die Richtung geht, wenn man an der Gesellschaft etwas ändern möchte, muss man bei sich anfangen, so wie bei ,Man in the mirror’.“ Quelle: Roeßler

Seit Beginn des Sommersemesters haben sich die Studierenden intensiv auf ihr großes, von Professor Bernd Ruf geleitetes Gemeinschaftsprojekt vorbereitet, das Studierende aus allen Studiengängen der MHL einmal im Jahr zusammenführt. „Earth Song“, „Thriller“ und „We Are the World“ haben sich tief ins kollektive Bewusstsein eingegraben. Viele verbinden ihre eigene Geschichte damit, doch was steht hinter den Songs? Michael Jackson ist als Musiker und Tänzer unzweifelhaft das Aushängeschild einer ganzen Generation. Er arbeitete mit den besten Künstlern zusammen. „Deshalb lassen sich seine Songs und Choreos als Gemeinschaftsprodukt von der Person Michael Jackson trennen“, sagt Sarah Sieprath, Mitglied des Organisations-teams. Und Bernd Ruf betont: „Letztendlich kommt es darauf an, dass man bewusst damit umgeht.“ Es wäre genau der falsche Weg zu sagen, wir fliehen davon, denn dieses Monument an Musik sei einfach da, betont er.

MHL-Studentin Katharina Horst de Cuestas (24): „Schon seit meiner zweiten Pop-Revue bin ich im Planungsteam, und ich kümmere mich meistens um die Choreografien. Spätestens mit dem Start der nächsten Woche beginnt die heiße Phase, in der wir praktisch von morgens bis nachts in der Hochschule sind. Da liegen schon mal die Nerven blank, aber letztendlich klappt immer alles ab der Premiere. Mir ist Michael Jackson zum ersten Mal mit zwölf Jahren begegnet, als ich den Musiksender ,Viva’ geguckt habe. Ich weiß noch, dass ich beim ,Thriller’-Video schnell ausgemacht habe, weil ich es so gruselig fand. An seiner Musik gefällt mir vor allem, dass sie so gut tanzbar ist.“ Quelle: Roeßler

Drei Aufführungen finden am Sonnabend, 6. Juli, um 19.30 Uhr sowie am Sonntag, 7. Juli, um 15 Uhr und 19.30 Uhr statt. Karten für „Man in the Mirror“ sind von 8 bis 19 Euro in allen dem Lübeck-Ticket angeschlossenen Vorverkaufsstellen sowie online unter www.luebeck-ticket.de erhältlich. Restkarten gibt es eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an der Tageskasse im Konzertfoyer (An der Obertrave). Eine weitere konzertante Aufführung findet am Mittwoch, 10. Juli um 20 Uhr Open-Air auf dem Timmendorfer Platz in Timmendorfer Strand statt.

MHL-Student Jan Stöber (30): „Seit Beginn des Sommersemesters läuft nun unser Pop Revue-Projekt, das Studierende aus allen Studiengängen der MHL einmal im Jahr zusammenführt. Ich singe dabei im Chor und spiele in der Band E-Gitarre, mein Hauptfach. Die Musik von Michael Jackson groovt jedenfalls immer, und aus Musikerperspektive sind seine Songs sehr interessant. Unabhängig von der kritischen Auseinandersetzung mit der Person Jackson macht dieses Teamerlebnis einfach sehr viel Spaß. Jeder ist mit Herzblut dabei, und es ist schön, mit so einer großen Wucht das Semester beschließen zu dürfen.“ Quelle: Roeßler

Michael Hollinde

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