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Lübeck Mieten und lernen: Lübecks Holzwerkstatt für alle
Lokales Lübeck Mieten und lernen: Lübecks Holzwerkstatt für alle
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14:00 28.07.2019
Lena Albrecht (27) lockt in ihre alte, neue Holz- und Mietwerkstatt. Quelle: Rüdiger Jacob
St. Jürgen

Es ist keine Tischlerei, und trotzdem wird hier getischlert. Selbst ist der Mann – oder die Frau: Lena Albrecht hat sich mit ihrem „Fuchsbau“ einen großen Traum erfüllt. Die 27-Jährige bietet im Kaninchenborn 22 eine Miet- und offene Holzwerkstatt. Jetzt hat sie ihren „Fuchsbau“ offiziell eröffnet. Ohne Sekt und Schnittchen, einfach so.

Tischler mieten sich tageweise ein

Der Werkraum ist groß. Überall stehen die wuchtigen Werkbänke, zehn Stück an der Zahl. Dazu gibt es Schränke, Werkzeugkisten mit Japansägen, Stecheisen, Hobel, Hammer, alles was notwendig ist, um Holz zu bearbeiten. Große Säge-, Schleif- und Bohrmaschinen oder Fräsen finden sich in der zweiten, großen Werkstatthalle, dem Maschinenraum. „Das ist das Herzstück des Fuchsbaus“, sagt Albrecht. Eine Halle mit alten, sehr alten Maschinen. „Die sind total zuverlässig“, sagt die Tischlerin. Hier, im Maschinenraum ließe sich so gut alles fertigen, auch große Möbel aus Baumstämmen, so die Tischlerin. Dies ist der Bereich, in dem professionelle und selbstständige Tischler arbeiten können – in der Mietwerkstatt. „Es gibt Tischler, die sich hier etwa tageweise einmieten“, erklärt Albrecht ihr Konzept. Gerade für die kleinen Gewerbetreibenden biete die Mietwerkstatt eine willkommene Alternative, sagt Albrecht. Aber auch fortgeschrittene Hobbyhandwerker seien in der Mietwerkstatt willkommen, sei es, dass sie ihr Auto ausbauen oder Fenster reparieren möchten. Außerdem gibt es im Fuchsbau noch ein Handmaschinenlager, ein Raum mit vielen Handmaschinen, die so ein Tischler braucht.

Einst war der „Fuchsbau“ eine Tischlerei, die Albrecht mit dem gesamten, alten Inventar übernommen hat. Immer sonntags gibt sie Workshops zu ganz unterschiedlichen Themen. Dann versuchen sich die Probanden unter anderem an klassischen Eckverbindungen, oder an selbst gemachten Lampen. Auch Kinderkurse sollen zum festen Workshopprogramm zählen. Dann werden beispielsweise Segelschiffe gebaut. So gerne Albrecht mit Holz arbeitet, so viel liegt ihr auch an der Nachhaltigkeit im Umgang mit diesem Baustoff. „Der Fuchsbau soll auch eine Werkstatt sein, in der repariert werden kann, wo aus alten Sachen neue gemacht werden können – also Upcycling“, sagt die Tischlerin. „Wir wollen gegen die Wegwerfgesellschaft ein Zeichen setzen und dazu ermuntern, Altes aufzuwerten.“ Apropos Baustoffe: Im Fuchsbau wird nicht lackiert. „Wir arbeiten nicht mit Kunststoffoberflächen, sondern ausschließlich mit Leinölen, Lasuren oder Wachs. Geheizt wird mit Restholz. „Eine absolute Resteverwertung“, sagt Albrecht.

„Außerdem möchte ich speziell Frauen dazu ermutigen, einmal zu tischlern, sich also als Handwerkerin zu trauen“, so Albrecht, die auch entsprechende Frauenkurse plane. In Skandinavien arbeiteten viele Frauen auf dem Bau, „in Deutschland ist das eher eine Seltenheit“, weiß die Tischlerin.

 „Hier soll es bunt zugehen“

„Ich wünsche mir, dass sich alle Menschen in Lübeck und Umgebung angesprochen fühlen und Lust bekommen, einmal mit Holz zu arbeiten“, sagt Lena Albrecht.

Die neue Holzwerkstatt im Kaninchenborn. Quelle: Rüdiger Jacob

„Hier im Fuchsbau soll es bunt zugehen, soll gemeinsam etwas entstehen und sich ausgetauscht werden“, sagt Albrecht. „Holz ist ein total vielseitiger Werkstoff“, ist Albrecht überzeugt. „Damit kann man unheimlich kreativ werden.“ Das habe die Handwerkerin „gepackt“. Es seien schlicht Wachträume, die Lena Albrecht im Fuchsbau lebe.

Jeweils dienstags und sonnabends lädt die offene Werkstatt zum Tischlern ein. „Kommen kann jeder, der seine eigenen Ideen umsetzen will“, sagt Albrecht. Und da kommen Dinge heraus, die sich sehen lassen können. So habe sich eine Frau eine Kombilösung aus Schreibtisch und Fensterbank gebaut, so Albrecht. Sandkisten wurden gebaut, alte, kaputte Holzteile geleimt. „Für solche privaten Projekte brauchen die Hobbyhandwerker einfach eine gute Werkstatt“, sagt Albrecht, die unter anderem auch eine kleine Teeküche bereithält.

Sonntags-Kurse starten jetzt 

 Wer Lust bekommen hat, einmal selbst Hobel oder Säge in die Hand zu nehmen, findet weitere Infos unter www.fuchsbau-luebeck.de. Der nächste Sonntags-Kurs, der um 10 Uhr mit offenem Ende beginnt, ist am 28. Juli. Dann steht eine Lampe aus einem Feuerholzscheit auf dem Programm. Am 4. August heißt es richtig schrauben, dübeln und bohren.

Lena Albrecht l(27) lockt in ihre Holzwerkstatt. Quelle: Rüdiger Jacob
Lena Albrecht lockt in ihre Holzwerkstatt. Quelle: Rüdiger Jacob
Lena Albrecht lockt in ihre Holzwerkstatt. Quelle: Rüdiger Jacob

Rüdiger Jacob

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